Markt-Verlegung Marbach morgens eine Geisterstadt

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Die Fußgängerzone war am Samstagvormittag kaum besucht – was sich gegen Mittag aber änderte. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Der erste Wochenmarkt am Stadion war für die Altstadt-Händler keine leichte Erfahrung. Zumindest anfangs. Mit der Zeit füllte sich dann die Fußgängerzone.

Marbach - Mittwochs findet der Wochenmarkt in Marbach bis zum Frühjahr wie gewohnt in der Fußgängerzone statt. Der Markt am Samstag hingegen musste nun bereits wegen der anstehenden Großbaustelle weichen und fand erstmals vor der Stadionhalle statt – und traf auf gute Resonanz. Für die Händler in der Marktstraße ist damit nach Corona allerdings erneut eine schwierige Zeit angebrochen.

„Als ich am Morgen hierher kam, habe ich mich gefragt, ob ich am falschen Wochentag da bin“, schildert Volker Bury vom Café marktdreizehn seine Eindrücke. Es sei „wirklich geisterhaft“ gewesen. Johannes Botz vom Marbacher Teeladen spricht von einer „toten Stadt“, wenn er an den Vormittag zurückdenkt. Um 10 Uhr sei es menschenleer und totenstill gewesen. „Ich hatte extra eine Runde gedreht. Es war nichts los.“

Marktstraße füllt sich im Lauf des Vormittags

Immerhin: Im Lauf des Vormittags füllte sich die Fußgängerzone dann doch spürbar. Bürger, die erst ihren Einkauf an der Stadionhalle erledigt hatten, schauten nach und nach in der Altstadt vorbei. Das marktdreizehn war gegen Mittag „auch dank der Stammgäste“ gut besucht, so Volker Bury. Und die Buchhandlung Taube in der Wendelinskapelle hieß ebenfalls einige Besucher willkommen. „Es brauchte mehr Anlaufzeit als sonst. Es war alles um eine Stunde verzögert. Dann aber hatten wir viel Laufkundschaft und haben guten Umsatz gemacht“, sagt Mitarbeiterin Laura Walter.

Dass der Wochenmarkt umziehen muss, war länger bekannt. Die Frage, warum das bereits passierte, wo doch der Bauabschnitt in der Fußgängerzone noch gar nicht begonnen hat, kommt in Gesprächen jedoch immer wieder auf. „Warum war es nicht spontaner und flexibler möglich, den Markt zu verlegen, sobald hier wirklich eine Baustelle ist?“, fragt Johannes Botz. Auch Volker Bury wurde von Gästen darauf angesprochen. „Ich habe einige verwunderte Rückmeldungen bekommen, warum der Markt schon verlegt wurde – wo doch von der Baustelle nichts zu sehen ist.“ Die Stadt hatte den Schritt damit begründet, dass die Verlegung eine längere Vorlaufzeit benötige. „Auf diesen Zeitpunkt haben wir alle Maßnahmen koordiniert“, sagt Bürgermeister Jan Trost. Es sei nun auch alles planmäßig verlaufen.

Sorge ums sonst lukrative Weihnachtsgeschäft

Während Markus Schneider von der Buchhandlung Taube optimistisch bleibt („Das wird schon“), befürchtet Johannes Botz vom Teeladen schwierige Monate, auch was das Weihnachtsgeschäft angeht. „An der Stadionhalle kann man gut parken. Da kommt doch kaum jemand danach in die Altstadt“, sagt er und ist überzeugt: „Jetzt war schönes Wetter. Wenn es mal schlecht ist, kommt niemand.“ Er hofft auf Unterstützung der Stadt. „Sonst stehen wir das keine zwei Jahre durch.“ Das Bonusheft zur Unterstützung der Innenstadt-Händler überzeugt ihn wenig. „Wer soll das nutzen, wenn keiner in die Läden kommt, um es abzuholen?“