VfB Stuttgart nach dem Aufstieg Wie sich der VfB-Kader in der Bundesliga verändern könnte

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VfB-Sportdirektor Sven Mislintat ist auch nach dem Aufstieg gefordert. Den derzeitigen Kader sehen Sie in unserer Bildergalerie. Foto: dpa/Marijan Murat

Ob der VfB Stuttgart mit der bisherigen Mannschaft in der Bundesliga konkurrenzfähig wäre? Daran bestehen erheblich Zweifel. Sportdirektor Sven Mislintat ist daher auf der Suche nach Neuzugängen – und steht vor vielen offenen Fragen.

Stuttgart - Der große Basar ist bereits seit vergangener Woche eröffnet. Mit dem 6:0-Sieg in Nürnberg und der Hamburger Last-Minute-Niederlage in Heidenheim war die Bundesliga-Rückkehr des VfB Stuttgart schließlich schon vor der abschließenden 1:3-Niederlage gegen Darmstadt 98 (so gut wie) perfekt. Mit dieser Gewissheit konnte sich Sportdirektor Sven Mislintat umgehend an die Planung der neuen Saison begeben. Er dürfte auch in den nächsten Wochen viel zu tun haben.

Da ist zunächst die Frage nach dem Verbleib bislang ausgeliehener Spieler. Der dickste Brocken sind dabei die Verhandlungen mit Gregor Kobel (22) – sein Berater, der frühere VfB-Profi Philipp Degen, wurde bereits am Freitag auf der Geschäftsstelle vorstellig. Der VfB würde den von der TSG Hoffenheim ausgeliehenen Stammtorhüter aus der Schweiz gerne fest verpflichten – doch hat Kobel auch das Interesse vieler anderer Clubs geweckt.

Leichter dürfte eine Einigung mit dem vom SC Freiburg ausgeliehenen Pascal Stenzel (24) zu erzielen sein, während es von den Plänen des FC Liverpool abhängt, ob Innenverteidiger Nat Philipps (23) noch ein Jahr in Stuttgart bleibt. Unklar vorerst auch was mit jenen Profis passiert, die der VfB an andere Clubs verliehen hat, darunter Erik Thommy (25). Fortuna Düsseldorf wollte den Offensivmann eigentlich fest verpflichten – nach dem Abstieg der Rheinländer werden die Karten neu gemischt.

Kehrt Tim Leibold vom Hamburger SV zurück?

Unabhängig davon wird der VfB neue Spieler verpflichten (müssen). Zwar erklärte Mislintat während der Corona-Pause, sein Team könnte im Fall der Fälle auch in der Bundesliga mithalten. Mit dem bisherigen Kader, da sind sich die Experten einig, wäre der VfB kaum konkurrenzfähig. Erste mögliche Neuzugänge werden bereits gehandelt. Als heißer Kandidat für die linke Abwehrseite gilt Tim Leibold (26) vom Hamburger SV. Der gebürtige Böblinger, bester Vorlagengeber der zweiten Liga, hat bereits in der VfB-Jugend und der zweiten Mannschaft gespielt, ehe ihm beim 1. FC Nürnberg der Durchbruch gelang. Eine Rückkehr nach Stuttgart könnte er sich gut vorstellen.

Der VfB ist auf der Suche nach einem Torjäger

Handlungsbedarf besteht zudem im Sturm. Die Zeit von Mario Gomez (34) ist vorüber­; Sasa Kalajdzic (22) ist unerfahren­ und war lange verletzt; ob Hamadi­ Al Ghaddioui (29) Bundesligaansprüchen genügt, ist ungewiss. Einen Torjäger hatte der VfB bereits in der zweiten Liga vermisst. Ob Joel Pohjanpalo (25), zuletzt von Bayer Leverkusen an den HSV ausgeliehen, die Probleme lösen­ könnte? Kein Geheimnis ist das Interesse an Waldemar Anton (23) von Hannover 96, der sowohl die Innenverteidigung als auch das defensive Mittelfeld verstärken könnte. Das Problem: der gebürtige Usbeke steht nicht auf der langen Streichliste der Niedersachsen. Bedeutet: für unter fünf Millionen Euro dürfte er kaum zu haben sein.

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Was sich vor der Corona-Krise noch nach einem Schnäppchen angehört hätte, könnte nun zu viel sein. Große Sprünge wird der VfB auf dem Transfermarkt nicht machen können, zumal­ weiter ungewiss ist, wann wieder mit Zuschauereinnahmen zu rechnen ist. Es sei denn, der Verkauf von eigenen Spielern spült frisches Geld in die leeren Kassen. Großes Interesse auch auf dem internationalen Markt besteht vor allem an Nicolas Gonzalez (22) und Orel Mangala (22).