Transferstrategie des VfB Stuttgart Warum die Bundesliga für den VfB nicht interessant ist

Von Gregor Preiss
Silas Mvumpa, Wataru Endo, Hiroki Ito (v.li.): Drei für den VfB typische Transfers Foto:  

Ein Blick auf die Zielmärkte für Neuverpflichtungen offenbart große Unterschiede. Während ein Spitzenclub vor allem innerhalb der Bundesliga nach Spielern Ausschau hält, spielt die nationale Konkurrenz für den VfB keine große Rolle.

Der FC Bayern kauft die Bundesliga leer. So hieß es lange Zeit, was auch stimmte. In den vergangenen Jahren hat sich die Transferpolitik des Rekordmeisters aber verändert. Die internationalen Stars stehen hoch im Kurs, weniger die Topspieler aus der Bundesliga.

Für die ist seit der jüngeren Vergangenheit Borussia Dortmund zuständig, wie das Fußballportal „transfermarkt.de“ herausgefunden hat. Zu Grunde gelegt wurde der aktuelle Kader der 18 Erstligisten, berücksichtigt wurden sämtliche Transfers der vergangenen Jahre. So stehen im aktuellen BVB-Kader laut transfermarkt aktuell 13 Profis, die von der nationalen Konkurrenz verpflichtet wurden – für einen Gesamtablöse von 185, 6 Millionen Euro. Das ist der absolute Spitzenwert.

Nur vier Transfers innerhalb der Bundesliga

Am anderen Ende der Rangliste, nämlich ganz hinten, befindet sich der VfB Stuttgart. Er beschäftigt nur wenige Profis, die der nationalen Konkurrenz abgeworben wurden: Florian Müller (von Mainz 05), Fabian Bredlow (1. FC Nürnberg), Pascal Stenzel (SC Freiburg) und der auf dem Sprung nach England zum FC Burnley befindliche Darko Churlinov, der seinerzeit vom 1. FC Köln nach Stuttgart kam. Als Bundesligatransfer gilt, wenn ein Spieler in der vorangegangen Saison mit seinem Verein in der ersten Liga gespielt hat.

Aus den wenigen Bundesligatransfers lässt sich gut die Strategie von VfB-Sportdirektor Sven Mislintat ablesen. Der 49-Jährige setzt bekanntlich lieber auf unbekannte Talente, häufig aus dem Ausland. Sie sind günstiger und entwicklungsfähiger. Gestandene Profis aus der Bundesliga sind für den VfB zur Zeit entweder nicht erschwinglich oder versprechen keine große Marktwertsteigerung. Grundsätzlich ist der Zielmarkt für Transfers aber nicht nur eine Frage des Geldes. So bedienen sich andere Clubs mit ähnlichen finanziellen Möglichkeiten wie der VfB häufig innerhalb des eigenen Gefildes: Etwa der FC Augsburg, der FC Schalke, der VfL Bochum oder der 1. FC Köln. Auf der anderen Seite fallen Mainz 05 und Bayer Leverkusen auf, die – ähnlich wie der VfB -lieber in anderen Ligen zuschlagen.