Neuer Faulturm fürs Klärwerk Häldenmühle 6,5 Millionen-Euro-Projekt startet

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Spatenstich für ein großes Projekt: Alle Beteiligten packen an. Foto: Stadt Marbach

Das Klärwerk an der Häldenmühle bekommt einen neuen Faulturm. Der ist zwar teuer, aber nötig. Die Investition wird sich schnell rechnen.

Es ist das teuerste Bauprojekt seit es den Zweckverband Gruppenklärwerk Häldenmühle in Marbach gibt. 6,5 Millionen Euro wird der neue Faulturm kosten, dessen Bau vor wenigen Wochen mit einem ersten Spatenstich durch die Bürgermeister der Verbandskommunen und anderen Beteiligten begonnen hat. Ziel ist es, dass der Neubau 2024 in Betrieb geht.

Der neue, mehr als 20 Meter hohe Faulturm wird 2500 Kubikmeter Klärschlamm fassen. Sein Bau ist nötig, weil einer der beiden bereits bestehenden Faultürme an der Häldenmühle marode ist und abgerissen werden muss. Er fasst 1500 Kubikmeter und wurde bereits 1971 gebaut. „Von ihm werden wir uns trennen, da er zu klein und baufällig ist“, sagt Andreas Knie, der Betriebsleiter des Gruppenklärwerks Häldenmühle, zu dem die Abwasser von Marbach, Steinheim, Großbottwar, Benningen, Murr und Erdmannhausen fließen – insgesamt also die von rund 50 000 Haushalten plus gewerbliche beziehungsweise industrielle Abwasser. Alles in allem ist die Anlage auf 80 000 Einwohner ausgelegt.

Faulturm muss saniert werden

Der andere, bereits existierende Faulturm muss saniert werden. Er fasst 3500 Kubikmeter und ist Mitte der 1970er-Jahre in Betrieb gegangen. „Da ist es absehbar, dass da bald etwas gemacht werden muss“, erklärt Knie. Das geht allerdings erst, wenn der neue Turm steht und voll funktionsfähig ist, was in etwa zwei Jahren der Fall sein sollte.

Denn, und das ist wichtig, „wir müssen immer unser Klärgas verwerten können“, betont Andreas Knie. Denn hier geht es um eine Menge Energie, die gewonnen wird. Aus 600 000 Kubikmetern Faulgas pro Jahr sind das immerhin 3,6 Millionen Kilowattstunden an Energie. Und diese wiederum deckt gut 80 Prozent des Strombedarfs des Klärwerks Häldenmühle. Summa summarum spart man sich so – bei einem Preis von 30 Cent pro Kilowattstunde – etwa eine Million Euro an Energiekosten pro Jahr. Womit sich dann auch die Baukosten von aktuell rund 6,5 Millionen Euro schnell wieder rechnen.

Faulgas wird in Energie umgewandelt

Die Schlämme, die in der Kläranlage durch das Säubern des Wassers anfallen, werden in den Türmen ausgefault. Das heißt, sie werden so gelagert und behandelt, dass sie „stabilisiert sind, nicht mehr stinken oder infektiös sind“, erklärt Andreas Knie. Das gewonnene Faulgas wird „verstromt“ und in Wärme umgewandelt.

Sobald der neue Faulturm steht und in Betrieb ist, kann der alte Turm entleert werden. Dann wird er auf Schäden inspiziert und eine Planung für seine Sanierung kann erstellt werden, so Knie.