Marbach Feuer macht Unterkunft unbewohnbar

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Einsatzkräfte aus Marbach und Rielingshausen Foto: Feuerwehr Marbach

Ein Sicherungskasten ist in dem Gebäude am Friedhof in Brand geraten. Eine strafbare Handlung wie Brandstiftung wird laut Polizei ausgeschlossen.

Marbach - Ein Sicherungskasten ist in der städtischen Flüchtlingsunterkunft in der Heckenstraße am Sonntag gegen 20.40 Uhr in Brand geraten. Eine strafbare Handlung wie Brandstiftung wird ausgeschlossen, wie Stefan Hermann von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Ludwigsburg auf Nachfrage dieser Zeitung erklärt. Niemand wurde verletzt.

Am Sonntagabend hatte es gegen 19.30 Uhr bereits Probleme mit der Elektrik in dem Gebäude am Friedhof gegeben, so dass eine Mitarbeiterin der Stadt Marbach hinzugerufen worden war. Diese hatte Wasser in einem Technikraum festgestellt. Woher dieses stammte, war unklar. Ein Termin mit einem Handwerker wurde für den nächsten Tag vereinbart. Etwa eine Stunde später nahm ein Bewohner dann Rauchgeruch wahr, den er bis zu jenem Technikraum zurückverfolgen konnte. Dies meldete er um 20.43 Uhr telefonisch über Notruf.

Bei Eintreffen der Polizei und der Feuerwehr hatten bereits alle 26 Bewohner das Gebäude verlassen. Nachdem die Einsatzkräfte den Brand gelöscht hatten, konnten sie die Ausbruchsstelle auf einen Sicherungskasten in dem Technikraum eingrenzen. Die Floriansjünger der Schillerstadt waren zusammen mit den Kollegen der Abteilung Rielingshausen vor Ort. „Wir haben den Einsatz mit 60 Kräften gemacht - zusammen mit der Polizei und Kräften des Deutschen Roten Kreuzes“, berichtet der Einsatzleiter Björn Christ von dem etwa zweistündigen Einsatz.

Die Leitstelle benachrichtigte, wie immer bei größeren Brandereignissen, Bürgermeister Jan Trost, berichtet er im Gespräch mit dieser Zeitung. Am Brandort organisierte er mit der Integrationsbeauftragten der Stadt, Cornelia Keiper, die Unterbringung der 26 Bewohner mit. „Das Gebäude ist derzeit ohne funktionierende Elektrik und kann deshalb nicht bewohnt werden“, beschreibt der Rathauschef. Unterschlupf finden 20 der Bewohner, unter denen auch Kinder sind, in der Unterkunft der Stadt bei der ehemaligen Rollschuhbahn. „Da haben wir derzeit so viele Plätze frei“, erklärt Trost. Die restlichen sechs Personen kamen privat unter. Die Feuerwehr brachte die Menschen und ihre wichtigsten Habseligkeiten, darunter unter anderem Babybetten, mit dem Mannschaftswagen zu ihrer vorübergehenden Unterkunft beim Hermann-Mayer-Sportplatz. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) beschaffte Feldbetten und stellte diese in den noch leeren Zimmern auf.

„Da im Moment die Spurensicherung der Polizei den Brandort untersucht, ist die Unterkunft gesperrt“, beschreibt Trost die nächsten Schritte, „der Elektriker kann sich das Problem erst ansehen, wenn das Gebäude freigegeben ist“. Dieser müsse dann einen Sanierungsplan aufstellen. Gleichzeitig geht die Stadt auf die Feuerversicherung zu, damit ein Sachverständiger den Schaden begutachten kann. Der Sachschaden wird laut Polizei auf etwa 30 000 Euro geschätzt. Neben dem Technikraum seien auch andere Räume durch den Rauch in Mitleidenschaft gezogen worden.

Jan Trost rechnet damit, dass die Unterkunft kurzfristig nicht mehr bewohnbar ist: „Es kann einige Wochen dauern, bis die Stromversorgung wieder hergestellt ist.“ Die Stadt werde auf den Landkreis Ludwigsburg zugehen, damit er ihr in dieser Zeit keine neuen Geflüchteten zuweist. „Die freien Plätze werden für die Menschen aus der Heckenstraße gebraucht.“ Es gebe auch noch einen kleinen Puffer für die Menschen, die am Sonntagabend privat untergebracht wurden.

Erst Ende August hatte die Flüchtlingsunterkunft des Landkreises am Marbacher Bahnhof gebrannt (wir berichteten). In Folge dessen ist einer der vier Container an dem Standort nicht mehr bewohnbar. Somit mussten nun innerhalb kurzer Zeit zweimal neue Schlafplätze für Flüchtlinge in Marbach gefunden werden.

Hier geht es zu den Bildern vom Brand.