Kommentar zur Bürgermeisterwahl Beilstein Ein G’schmäckle

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Barbara Schoenfeld hat als neue Bürgermeisterin einige Risse zu kitten. Foto: Werner Kuhnle

Barbara Schoenfeld ist die erste Frau an der Stadtspitze. Sie muss jetzt aktiv helfen, Wunden zu heilen.

Beilstein - Der Wahlabend ist ein historischer Tag in der Geschichte von Beilstein. Erstmals wird mit Barbara Schoenfeld eine Frau die Geschicke der Langhansstadt lenken. Und es ist auch eine schöne Geschichte: Die Schulamtsdirektorin aus dem hessischen Gernsheim kommt als unbeschriebenes Blatt nach Beilstein – und schafft es innerhalb von vier Monaten, 49,5 Prozent der Wähler von sich zu überzeugen.

Kern ihres Wahlkampfs war die Begegnung mit den Bürgern. Unermüdlich erkundete sie mit Vereinsvorständen, Unternehmern, Künstlern und Privatpersonen die Stadt in all ihren Facetten. Mit großem Engagement arbeitete sie sich in aktuelle Themen ein – bei der Umgehungsstraße sogar schon bis ins Detail.

Eine gespaltene Stadt?

Also eigentlich eine Erfolgsgeschichte wie sie im Buche steht, oder? Erinnerungen an die Wahl in Marbach kommen auf. Auch da zog der Zweitplatzierte am Ende noch an seinem Mitbewerber vorbei. Und auch dort war der Wahlkampf von Anfeindungen und Attacken geprägt – offen auf der Straße ausgetragen, aber vor allem auch in den sozialen Medien. Zurück blieb eine gespaltene Stadt.

Auch das Umfeld der Kandidaten in Beilstein ist oft über das Ziel hinausgeschossen. Kobiela hatte sich im Wahlkampf klar distanziert und zu einem respektvollen Umgang aufgerufen, Schoenfeld nutzte die Chance nicht. Jetzt wird Beilstein einen Heilungsprozess brauchen, den vor allem sie vorantreiben muss. Die Schlammschlacht der letzten Wochen wirft einen Schatten auf den tollen Erfolg. Leider.

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