Zeitlupe Spaß mit Zahlen

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Lars Laucke. Foto: MZ

Für die Abstiegsregelung bei den Handballern braucht man fast schon ein Studium.

Bottwartal - Handball ist eine sehr vielfältige Sportart mit unterschiedlichen Anforderungen. Schnelligkeit, Kraft, Koordination, Spielverständnis, Ausdauer – ein guter Handballer benötigt eigentlich die komplette Palette. Jetzt zum Ende der Saison kommt noch eine weitere Anforderung hinzu: Handballer müssen rechnen können – zumindest wenn sie die verschiedenen möglichen Konstellationen im Kampf um den Klassenerhalt verstehen wollen. Denn welche und vor allem wie viele Teams absteigen, das hängt neben den eigenen Ergebnissen oft auch davon ab, was in den Ligen darüber passiert.

Ein gutes Beispiel dafür ist in diesem Jahr der Abstiegskampf in der Bezirksliga Enz-Murr – und jetzt bitte gut aufpassen: Vor dem letzten Spieltag ist klar, dass der TV Vaihingen/Enz und die TSF Ditzingen II absteigen werden. Der dritte Absteiger wäre nach derzeitigem Stand der Dinge der SKV Oberstenfeld II. Doch gewinnt die SKV-Zweite ihr letztes Saisonspiel gegen die bereits sichere SG BBM Bietigheim III, dann bleibt sie auf jeden Fall in der Liga. Denn siegt auch die derzeit punktgleiche HG Steinheim-Kleinbottwar parallel bei der HSG Neckar, dann bleibt die HG zwar aufgrund des besseren direkten Vergleichs vor dem SKV. Doch dann würde die HSG, die momentan einen Punkt vor den beiden anderen Teams rangiert, auf den drittletzten Platz rutschen und absteigen. Spielt der SKV Oberstenfeld II hingegen unentschieden, ist er nur fast gesichert. Wenn dann nämlich im Parallelspiel die HSG Neckar gewinnt, hat der SKV die HG-Männer überholt. Gewinnen hingegen die Steinheimer, ist Oberstenfeld punktgleich mit der HSG Neckar, hat hier aber den besseren direkten Vergleich – die HSG würde absteigen. Nur für den Fall, dass HSG und HG sich ebenfalls remis trennen, würde dieSKV-Zweite dann absteigen.

Und wenn ich Sie bisher noch nicht komplett verwirrt habe, dann kommt jetzt die Krönung: Das alles gilt nur, falls es tatsächlich drei Absteiger aus der Bezirksliga geben sollte. Das wäre aber nur dann der Fall, wenn aus der Landesliga zwei Mannschaften in die Bezirksliga Enz-Murr absteigen. Derzeit ist es lediglich eine. Doch der TV Großbottwar könnte am letzten Spieltag noch abrutschen. Eines der drei oben genannten Bezirksliga-Teams wird also am Samstag nach dem eigenen Spiel mit bangem Blick zur Partie der TVG-Männer gegen die SG Schorndorf schauen.

Übrigens: Im Bezirk Heilbronn-Franken hat man noch mehr Spaß mit Zahlen. Denn dort gibt es Vereine, die zwar im (württembergischen) Bezirk Heilbronn-Franken spielen, auf Verbandsebene jedoch der Landesliga Nord im Badischen Handball-Verband zugeteilt werden. Nun bin ich ja ein Statistik-Freak, aber ganz ehrlich: Das ist selbst mir zu kompliziert.