Steinheim-Kleinbottwar Im Container-Kindi angekommen

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Franziska Dietl spielt mit den Kindern in der neuen Puppenecke. Foto: Sandra Brock

Das alte Kinderhaus wird abgerissen. Während ein neues gebaut wird, sind die Mädchen und Jungs auf dem Parkplatz der Bottwartalhalle untergebracht.

Steinheim-Kleinbottwar - Von außen sieht das Container-Gebilde auf dem Parkplatz der Bottwartalhalle nicht besonders einladend aus. Innen jedoch entpuppt es sich als ganz normaler Kindi. Für voraussichtlich ein Jahr werden die Jungs, Mädchen und Erzieher des Kinderhauses hier untergebracht sein. Die bisherige Einrichtung in der Amtsstraße ist abgerissen worden und wird neu gebaut. Die U-3-Kinder sind derweil in der Grundschule untergebracht.

Ein Windspiel aus Hagebutten, Blättern und Zweigen empfängt die Besucher des Container-Kindis, wie ihn die Jungs und Mädchen nennen. Drinnen hängen Fensterbilder aus den selben Materialien. Es sind Fundstücke der ersten vier Wochen im neuen Domizil. „Wir lernen gerade unsere Umgebung kennen“, erklärt die Leiterin der Einrichtung, Franziska Dietl.

Ende August ist das Kinderhaus mit Sack und Pack – und mit Hilfe des Bauhofs – umgezogen. Die Kisten wurden zuvor mit Hilfe der Kinder gepackt. Im Großen und Ganzen wurde alles mitgenommen – „von der Schere bis zum Puzzle“, wie es Franziska Dietl ausdrückt. „Wir haben aber auch ein bisschen aussortiert“, verrät sie. Wie man es eben bei Umzügen so mache. Und bei Büchern sowie Spielen sei man etwas großzügiger im Aussortieren gewesen, weil sie den modrigen Geruch des alten Kindis stark angenommen hatten.

Dass dieser Geruch jetzt weg ist, finden alle Beteiligten besonders schön. „Ich kann jetzt nach Hause gehen, ohne nach Kindergarten zu riechen“, sagt Franziska Dietl. Viele Untersuchungen im alten Kinderhaus haben zwar ergeben, dass das modrige Lüftchen nicht gesundheitsgefährdend war. „Ein ungutes Gefühl war es trotzdem“, sagt die Leiterin der Einrichtung.

Das Gefühl ist jetzt weg. Ebenso wie alle Bedenken, die Eltern oder Erzieher im Vorfeld wegen der Übergangs-Lösung hatten. „Hier drin fällt es gar nicht so auf, dass man sich in Containern aufhält“, sagt Franziska Dietl. Nur, wenn 25 Kinder gleichzeitig aufs Klo rennen, wackeln die Wände, hat sie beobachtet. Kurz: „Wir fühlen uns superwohl, sind alle gut angekommen und haben uns eingelebt.“

Was fehlt, sind noch ein paar bunte Bilder an den Wänden. Das wird das nächste Projekt der 50 Kinder in zwei Gruppen und ihrer Erzieher sein. „In den vergangenen Wochen waren wir viel draußen“, erklärt Dietl. Da blieb wenig Zeit für die Gestaltung der Innenräume. Jetzt, da es auf die kalte Jahreszeit zugeht, dürfte mehr Zeit für die Gestaltung der Wände bleiben.

Doch es gibt ja auch noch so viel mehr zu tun. Der Container-Kindi hat auch einen Außenspielbereich. Der ist allerdings zehn Minuten zu Fuß entfernt. „Wir freuen uns drüber, nutzen aber auch den Schulhof der Schule an der Bottwar gleich nebenan“, sagt Franziska Dietl. Zudem steht den Kindergarten-Kindern auch die Bottwartalhalle während der Freistunden der Schule zur Verfügung.

Wie es derweil in der Amtsstraße aussieht, auch davon haben sich die Kinder und ihre Erzieher schon ein Bild gemacht. „Wir waren spickeln“, berichtet die Leiterin der Einrichtung. Und das werden sie im Laufe des kommenden Jahres sicher noch öfter tun. „Die Kinder finden das spannend.“ Und schließlich wollen sie ja auch wissen, wie der Neubau voranschreitet. In einem Jahr – so der Plan – sollen sie schon wieder dort einziehen. So lange machen sie es sich aber in ihrem Container-Kindi richtig gemütlich.