SG Sonnenhof Großaspach Großaspachs Anfang ist arg schwer

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Sebastian Schiek war einer der Gastspieler und könnte zur SG zurückkehren. Foto: avanti

Die SG Sonnenhof kommt im Testspiel gegen Oberligist Stuttgarter Kickers nur zu einem torlosen Remis.

Großaspach - Aller Anfang ist schwer“, bemühte Hans-Jürgen Boysen nach dem 0:0 von Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach im Testspiel gegen den Oberligisten Stuttgarter Kickers ein altes Sprichwort. Wobei die Schwierigkeiten des Ex-Drittligisten beim Neustart am Dienstagabend nicht völlig überraschend kamen. Schließlich müssen die Fußballer aus dem Fautenhau nach dem Abstieg in Windeseile einen neuen Kader zusammenstellen. Am besten noch vor demwfv-Pokalviertelfinale nächsten Mittwoch beim künftigen Ligarivalen VfB Stuttgart II. Derzeit fehlen der SG Sonnenhof noch neun Akteure zum geplanten23-Mann-Aufgebot. Da bleibt für Sportdirektor Joannis Koukoutrigas und seine Mitstreiter noch sehr viel zu tun.

Erschwerend hinzu kam gegen die Kickers, dass mit dem verletzten Ken Gipson sowie den Zugängen Özgür Özdemir und Nils Anhölcher drei Spieler aus dem ohnehin dünn besetzten Kader noch nicht fit sind. Die Chance für vier Jugend- und sechs Gastspieler, sich gegen den Stuttgarter Fünftligisten zu präsentieren. „Da trifft das Wort Testspiel den Nagel aber richtig auf den Kopf“, sagte Boysen schmunzelnd. Bei den Probespielern war mit Außenverteidiger Sebastian Schiek einer dabei, dem der Fautenhau alles andere als fremd ist. Immerhin trug der 30-Jährige in den ersten vier Drittliga-Jahren der SG das Trikot der Schwaben. Nach einem Jahr beim Drittligisten Fortuna Köln und dem wegen der Corona-Krise kurzen Intermezzo beim Regionalligisten VfR Aalen sucht Schiek nun einen neuen Klub. Eventuell wird der Routinier an altbekannter Stätte fündig.

Von den anderen fünf Kickern, die zur Probe gastierten, tat sich vor allem der US-Amerikaner Mohamed Diakite hervor. Der 23-Jährige gefiel in der ersten Halbzeit an der Seite von Julian Leist als Innenverteidiger und nach der Pause als Nebenmann von Nico Jüllich im zentralen defensiven Mittelfeld. Boysen konnte sich mit der Leistung des 1,95 Meter großen Defensivmannes durchaus anfreunden. „Er war auffällig, war präsent und ist sehr schnell“, urteilte der 63-Jährige.

Ansonsten hatte der SG-Trainer Lob und Tadel für die Altbewährten, für die Fremden und für die Jungen aus dem eigenen Talentschuppen. Bei Letzteren gefiel Semi Bahran. Der 18-jährige Stürmer war körperlich präsent, hatte in seinen rund 25 Minuten Einsatzzeit drei, vier gute Szenen und zwei klasse Möglichkeiten hatte. Einmal scheiterte er an Kickers-Schlussmann Thomas Bromma, das zweite Mal verfehlte sein Lupfer nur knapp das Tor.

Ansonsten verzeichneten die Hausherren vor allem durch Zugang Marvin Cuni in der ersten und zweiten Halbzeit noch drei ordentliche Möglichkeiten. Boysen anerkannte: „Wir hatten wenige, aber in jeder Halbzeit wenigstens ein paar gute Szenen.“ Viel war aber noch Stückwerk. Wobei das angesichts der Zusammensetzung der gestrigen Mannschaft und dem Fakt, dass der Ex-Drittligist noch keine Woche im Training ist, kein Wunder war. Aspachs Coach urteilte: „Man hat gesehen, dass die Kickers viel eingespielter und schon deutlich weiter sind.“

Seiner Mannschaft empfiehlt der ehemalige Bundesliga-Profi deshalb: „Wir müssen noch viel arbeiten.“ Auf und neben dem Platz. mit nur rund einem Dutzend Spielern wird man sicher nicht in die Runde gehen. Boysen will dabei aber die Ruhe bewahren, damit die Qualität der Neuen passt. Deshalb bedauert er, „dass wir wegen der Pokalspiele kaum Testpartien bestreiten können“. Schließlich „müssen wir schauen, dass wir den Kader Stück für Stück voll kriegen“. Einen weiteren Schritt machte die SG am Mittwoch mit der Verpflichtung von Sandro Sirigu. Der 31-Jährige hat bis 30. Juni 2022 unterzeichnet. Der gebürtige Ulmer hat 96 Erst- und Zweitligaspiele für Darmstadt 98 bestritten und kann auf den Außenbahnen offensiv wie defensiv spielen.