Oberstenfeld Schilder sorgen für Gesprächsstoff

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Stefan Pyttlik und die Trailsurfers beweisen bei der Gestaltung der Schilder Humor. Foto: Werner Kuhnle

Oberstenfeld - Es geht hoch her im Gemeindewald von Oberstenfeld. Nicht nur, weil Mountainbiker in Scharen zum im April eröffneten Trail pilgern, sondern vor allem, weil beim Wild im Frühsommer viel Romantik in der Luft liegt. Wie beim Menschen gilt dabei: „Bitte nicht stören!“ Aus diesem Grund haben die Trailsurfers an einem wilden Trail nun auch Schilder angebracht, die Mountainbiker auf die Brunftzeit aufmerksam machen sollen, wie der Vorsitzende Stefan Pyttlik erklärt: „Aber wir wollten die Sache mit Humor und in unserem eigenen Stil angehen.“ Schnell war ein Motiv auserkoren, und mit dem Slogan „#dontfuckthefuckers“ versehen, „aber welchen Hype das auslöst hätten wir niemals erwartet“.

Alleine über die Facebook-Seite der Trailsurfers wurde das neue Schild gleich 230mal geteilt. Von dort aus breitete es sich im Internet aus, zu den Fans gehören etwa auch der Landesjagdverband sowie verschiedene Fachmagazine. Und auch das Telefon von Stefan Pyttlik steht nicht mehr still: BILD-Zeitung, SWR, dpa . . . Fast immer gibt es Lob für die Kreativität, nur selten Kritik für den gewagten Slogan. Auch Bürgermeister Markus Kleemann lobt im SWR die originelle Idee, kritisiert aber zugleich, dass die Schilder ohne eine Absprache aufgestellt worden sind. Das stößt bei Stefan Pyttlik auf Unverständnis: „Wir haben diese auf einen Wunsch der Behörden hin aufgestellt.“

„Jein“, lautet die Antwort von Lena Wimmer aus dem Bereich Finanzwesen, die mit dem Verein in Kontakt getreten ist: „Den Impuls, dass an dem Weg etwas getan werden muss, kam von uns. Das hätte aber nun kein Schild sein müssen.“ Aus ihrer Sicht hätte es auch ein Band oder ein laminierter Hinweis getan, „schließlich wollten wir den Verein nicht zwingen, viel Geld in die Hand zu nehmen“. Es ging vor allem darum, dass die Tiere nicht gestört werden und ein dort gelegener Rückeweg für Waldarbeiter gemieden wird. Auch sie habe Schmunzeln müssen, als sie die Schilder gesehen habe, „auch wenn ich persönlich vielleicht nicht dieses Motiv ausgesucht hätte“.

Das Problem sei viel mehr, dass es für Schilder dieser Größe eine Erlaubnis durch das Landratsamt braucht, erklärt Wimmer weiter: „In dieses Verfahren war man nicht eingestiegen.“ Darin wird auch festgelegt, wo die Schilder am sinnvollsten angebracht werden, um nicht zu stören. Das hätte auch im Nachgang erledigt werden können, die Tafeln seien aber seit dem Wochenende nicht mehr vorhanden. „Wahrscheinlich wurden sie mitgenommen“, schätzt Stefan Pyttlik. Denn Anfragen nach einem der Schilder gibt es genügend, der Verein habe aber nur für 20 Exemplare die Bildrechte gekauft. Da müsse nun eine Lösung gefunden werden.

Die gewünschte Wirkung dagegen scheinen die Schilder, wie auch die Arbeit des Mountainbike-Vereins zu erfüllen. Bei einer Kontrolle durch die Gemeinde am Samstag, 1.  Juni, wurden in der Zeit von 10.45 bis 13.30 Uhr keine Radfahrer auf den illegalen Wegen beobachtet. Kein Wunder, so Stefan Pyttlik: „Die Schilder haben mehr Wirkung als ein ödes Verbot.“