Murr/Duathlon Dirty Race wird seinem Namen gerecht

Von
Das Rennen ist wieder einmal richtig dreckig gewesen. Foto: avanti

Murr - Schlamm, Matsch, Dreck – das 13. Dirty Race hat seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht. Dreckbeschmiert, aber glücklich kamen die rund 300 Sportler am Samstagmittag im Ziel an. Sie genossen das Matsch-Bad fast schon. „Das Rennen war einfach nur cool. Es hat gerade wegen des Drecks so Spaß gemacht“, erklärte Kathrin Müller, die Titelverteidigerin mit einem riesigen Strahlen im Gesicht. „Jeder, der hier mitmacht, weiß, worauf er sich einlässt“, meinte sie und fügte an: „Letztes Jahr war es ein Eis-Race, in diesem Jahr ein Matsch-Race. Das war eindeutig besser“, meinte sie. Souverän konnte sie ihren Titel verteidigen, hatte im Ziel nach 1:18:44 Stunden über sieben Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Martina Höllige.

„Beim Wechsel aufs Rad habe ich gehört, dass die Frau hinter mir ein Radspezialist ist, da dachte ich: Ohje. Aber ich habe heute ein richtig gutes Rennen auf dem Rad gemacht und war dann froh, dass niemand hinter mir kam“, berichtete sie. Jennifer Niessner, die spätere Drittplatzierte, war als Zweite aufs Rad gewechselt, konnte Müller aber ebenso wenig wie die anderen an diesem Tag gefährlich werden. „Ich bin sehr zufrieden damit, wie das ganze Rennen lief. Heute hatten definitiv die einen Vorteil, die ihr Rad beherrschten“, meinte die Sportlerin vom Skinfit Racing Team. Denn: Die Abfahrten hatten es ordentlich in sich.

„Es war sehr rutschig“, berichtete Matthias Pfrommer vom Team Haico Racing, der als Zweiter ins Ziel kam, jedoch lange Zeit den Sieg vor Augen hatte. Eigentlich sogar bis 500 Meter vor der Ziellinie. „Das hätte heute reichen müssen“, meinte er im Anschluss etwas enttäuscht. Denn: Nach den zwei Radrunden war Pfrommer noch mit rund zweieinhalb Minuten Vorsprung auf die abschließende Vier-Kilometer-Laufstrecke gegangen. Der Kampf um Platz eins schien damit entschieden. Anstatt Pfrommer tauchte plötzlich aber Felix Schumann als Erster in der Kurve zur Zielgeraden auf. „Ich habe ihn in dieser letzten Kurve geschnappt“, erklärte der spätere Sieger überglücklich und meinte: „Abwarten lohnt sich eben manchmal.“ Der Deutsche Meister im Cross-Duathlon war als einer der Favoriten an den Start gegangen, konnte dem Mountainbike-Spezialisten Pfrommer dann aber auf der Radstrecke nicht folgen und verlor immer weiter an Zeit. „Bei Mountainbike-Rennen versohlt er mir immer den Hintern, bei Cross-Duathlons ich ihm“, sagte er nach seinem Zieleinlauf nach 1:08:54 Stunden schmunzelnd und meinte: „Beim ersten Wettkampf der Saison gleich einen Sieg einzufahren ist richtig schön.“

Ganz oben auf dem Treppchen wäre auch Matthias Pfrommer gerne gestanden, auf der Schlussrunde hatte er aber mit Seitenstechen zu kämpfen. „Da sind mir die Körner ausgegangen. Ich konnte nicht mehr. Als Felix angegriffen hat, konnte ich dem nichts mehr entgegen setzen“, erklärte er, sah es aber nicht dramatisch. „Immerhin ist er der Deutsche Meister, und ich bin im Vorfeld nur wenig gelaufen. Mit dem Ergebnis kann ich zufrieden sein.“ Nach 1:09:22 Stunden war er im Ziel, nur 13 Sekunden später kam auch der drittplatzierte Malte Plappert vom Tri-Team Heuchelberg an. Nils Frommhold, der ebenfalls zum Favoritenkreis gehörte und nach der ersten Laufrunde als Zweiter aufs Rad gewechselt war, musste das Rennen leider aufgeben. Er hatte Probleme mit seiner Kette und konnte nicht mehr weiterfahren.

„Die Bedingungen waren heute wirklich nicht einfach. Es war ein richtiges Dirty Race“, fand Organisator Achim Seiter, der mit der 13. Auflage des Murrer Cross-Duathlons voll und ganz zufrieden war. „Um diese Jahreszeit weiß man nie, wie das Wetter ist. Aber dennoch muss man dann damit umgehen. Das machen die Sportler Jahr für Jahr toll.“ Pfrommer freute sich nach dem Zieleinlauf wie Schumann erstmal auf die Dusche. „Die ist jetzt dringend nötig“, fand Pfrommer und blickte an sich hinab. Von seiner Hose war kaum mehr etwas zu erkennen, zu schlammverschmiert war sie. Spritzer im Gesicht, Dreckplatten an den Armen und Schuhe, die eigentlich nicht mehr als Schuhe bezeichnet werden konnten, zeugten von einem bewegten Rennen. Einem Rennen, wie es Sportler wie Kathrin Müller lieben. „Ohne den Dreck wäre es nicht das Dirty Race“, so die Siegerin.

Artikel bewerten
3
loading