Murr/Duathlon Dirty Race fordert Athleten alles ab

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Am Start sind die Gesichter der Teilnehmer noch sauber gewesen. Foto: avanti

Murr - Kaum ein Gesicht war mehr zu erkennen: Unter wolkenverhangenem Himmel ging in Murr am vergangenen Samstag die jüngste Auflage des Dirty Race zu Ende. Bereits zum 18. Mal fand der Cross Duathlon im und um das Sportgelände am Hermannsplatz statt, und zur Volljährigkeit fanden erneut einige sportbegeisterte Zuschauer den Weg zum durchweg abwechslungs- sowie actionreichen Sportereignis .

Ein unter der Woche noch großes Fragezeichen klärte sich bereits im Vorfeld: „Die Finisher-Geschenke sind gekommen, wir sind zufrieden, also alles gut“, grinste Organisator Achim Seiter, während die Sportler allesamt noch auf der Strecke waren. Denn im Ziel warteten neben heißen Getränken auch original Dirty-Race-Strickmützen auf die über 250 Finisher des Rennens. „Aber jetzt sind erstmal alle Fahrer draußen und es läuft“, freute sich Seiter.

Während des Rennens hielten zwischen den beiden Laufeinheiten zu fünf und vier Kilometern vor allem die 15 Kilometer auf dem Fahrrad den Namen Dirty Race wieder in allen Ehren. Nicht nur die Kleidung bekam ihren Matsch ab, auch technisch waren die Sportler durchweg gefordert, woran zum großen Teil die vorausgegangene Witterung Schuld trug. Temperaturen im einstelligen Bereich sorgten dafür, dass der noch schneebedeckte Boden an der Oberfläche taute und auf hartem Untergrund zur rutschigen Angelegenheit wurde – leider zog sich ein Teilnehmr nach einem Sturz vermutlich eine schwere Schulterblessur zu.

„Die ersten Kilometer waren hart“, betonte Frederik Henes vom TV Mengen, der diesjährige Sieger bei den Herren mit einer Zeit von einer Stunde und knapp über zwei Minuten an. „Es war brutal matschig und vor allem in den Kurven schwierig. Erst in der zweiten Runde war es dann besser, als sich bereits Fahrrillen gebildet hatten.“ Nicht ganz verwunderlich sieht Henes seine eigenen Stärken auch eher beim anderen Part des Duathlons: „Läuferisch bin ich gut drauf, und ich wusste nicht, wie es auf dem Fahrrad wird. Darum musste ich einen Vorsprung herausholen.“ Gerade auch gegenüber Lokalmatador und Mitfavorit Björn Laibacher (Team Silla Hopp/Pela-gro), der am Ende mit einer Zeit von 1:05:10 Stunde auf Platz drei landete. „Nach dem vergangenen Jahr auf Platz zwei wollte ich eigentlich Erster werden“, lachte Laibacher im Zielbereich. „Aber nach einer Erkältung habe ich gar nicht gewusst, ob ich überhaupt an den Start gehe. Jetzt bin ich zwar zufrieden, nur irgendwann will ich hier gewinnen.“

Trotz allem musste Laibacher wie alle anderen Teilnehmer erst ins Rennen finden. „Die ganze Kleidung wurde nass, somit schwer und kalt“, ergänzte Laibacher. „Deshalb hieß es: Pfützen ausweichen.“ Wie der Drittplatzierte konnten über die Bodenverhältnisse alle Sportler ein Liedchen singen – ebenso der Zweite Martin Diebold (Karlsruher Lemminge, 1:04:25 Stunde) oder Siegerin Katharina Wolff (Tri-Team Heuchelberg) bei den Frauen, die mit einer Zeit von 1:15:42 Stunde ihren Titel souverän verteidigte. Bei der Team-Staffel setzte sich außerdem das Tri-Team Heuchelberg I, bestehend aus Läufer Jonathan Löw und Biker Michael Mayer, in 1:03:46 Stunde an die Spitze des Tableaus.

Eine fast skurrile Geschichte hielt das Dirty Race ebenfalls bereit: Mit Nils Frommhold, dem ehemaligen Ironman-Sieger in Roth, ging ein weiterer Favorit auf den Sieg an den Herren-Einzel-Start, dieser fiel aber wie schon bei seinen vergangenen beiden Teilnahmen am Murrer Cross Duathlon erneut mit einem technischen Defekt aus – dieses Mal war die Fahrradkette gerissen. Bleibt abzuwarten, was das Dirty Race in den kommenden Jahren für Geschichten bereithält.