Medientipp 4 „Simplimentär“ durchs Jahr

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Der Kalender ist etwas größer als ein Taschenbuch. Foto: Laura Buschhaus

Immerwährende Kalender, die der Besitzer jedes Jahr aufs Neue wiederverwenden kann, gibt es unüberschaubar viele. Der von Lisa Sofsky ist für mich allerdings ein besonderer. Neben Monatsübersichten mit engen Spalten und Wochenplänen mit viel Platz für Eintragungen, hat die Grafikerin und Illustratorin aus Mannheim immer wieder Themenseiten eingebaut. So erfährt der Leser, welches Gemüse im Oktober geerntet wird und wie er die Toilette ohne Chemiekeule putzen kann. Auch Feiertage und wichtige Termine wie das Erntedankfest greift sie auf und regt mit ihren Anmerkungen zur Reflexion über das eigene Leben an („Zeit darüber nachzudenken, in welchem Überfluss wir leben.“). Hin und wieder schlägt sie dem Besitzer des Kalenders Herausforderungen vor: „Wie wäre es, eine Woche vegan zu leben?“ (natürlich mit der Unterstützung von ihren Ratschlägen) und sich Gedanken über sich selbst zu machen („Worüber bist du besonders dankbar?“).

Auch visuell gefällt mir der 180-seitige Kalender sehr gut. Die Seiten sind liebevoll mit kleinen Zeichnungen gestaltet und teilweise mit selbst hergestellten Pflanzenfarben gefärbt. Zum Monatsbeginn gibt es eine Doppelseite mit einem Spruch zum Nachdenken und einer größeren Zeichnung.

Lisa Sofsky beschäftigt sich nach eigener Aussage schon lange mit dem Thema Nachhaltigkeit. Wie entstand die Idee zu dem Kalender? „Da ich Grafikdesign studiert habe, lag es nahe, selbst etwas zu gestalten. Es sollte eine Art Alltagsbegleiter werden, der dich bei deinem Start beziehungsweise deinem Weg in ein bewusstes Leben unterstützt, egal an welchem Punkt auf dieser Reise du dich gerade befindest.“ Den Simplimentär-Kalender entwickelte die 26-Jährige im Rahmen ihrer Abschlussarbeit, im Winter 2017 wurde er per Crowdfunding über die Internetplattform Startnext finanziert und realisiert.