Neuer Schulsozialarbeiter fürs FSG Die Hilfe zur Selbsthilfe steht im Vordergrund

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Sven Münster freut sich auf seine neue Aufgabe am FSG Foto: Werner Kuhnle

Der gelernte Jugendhaus- und Heimerzieher Sven Münster ist der neue Schulsozialarbeiter am FSG. Die Stelle war zuvor fast ein Jahr lang vakant gewesen.

Marbach - Seit dem 7. Januar hat das Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) wieder einen Schulsozialarbeiter. Die Stelle war zuvor fast ein Jahr vakant gewesen. Sven Münster heißt der Neue, der gelernter Jugend- und Heimerzieher ist, sich zum systemischen Berater weitergebildet und während seiner beruflichen Laufbahn mehr und mehr der Schulsozialarbeit zugewandt hat. Als pädagogischer Mitarbeiter des Jugendhauses Tamm wurde er gefragt, ob er sich dort stundenweise um die Hausaufgabenbetreuung kümmern könne: „Der männliche Bedarf war erkennbar“, sagt er. Das Ganze nahm schnell größere Umfänge an, bis er schließlich seine Arbeitszeit zwischen dem Jugendhaus und der Schulsozialarbeit aufteilte. Dass er beides kann und „immer der Mann an der Front war“, wie er sagt, kam ihm bei seiner Bewerbung für das FSG zugute. Denn genau so jemand sei in der Ausschreibung gesucht gewesen.

Dennoch war er sich der 46-Jährige zunächst unsicher, ob er sich bewerben soll: „Ich hatte ein bisschen Bammel vor der Größe der Schule und dachte, da sind die Schüler vielleicht nur Nummern.“ Ein Bekannter, der selber am FSG war, nahm ihm diese Bedenken. Und die pädagogischen Angebote, etwa zum sozialen Lernen, hätten ihn ohnehin gereizt, betont er. Auch dass es unter anderem Beratungslehrer, Mediatoren oder Streitschlichter gibt, gefällt ihm: „Am FSG haben viele ein Auge darauf, dass keiner durchs Raster fällt“, so sein Eindruck.

Seine Aufgabe sieht er als Vertrauensperson für Schüler, Eltern und Lehrer: „Ich arbeite zwar an der Schule, bin aber bei der Stadt angestellt. Das zu wissen, ist für die Schüler wichtig, wenn es beispielsweise um Konflikte mit Lehrern geht.“ Ohnehin sei er zur Verschwiegenheit verpflichtet: „Nichts von dem, was man mir erzählt, geht an jemand anderen weiter.“ Nur zwei Ausnahmen gebe es: Bei der Ankündigung einer Straftat oder bei Kindeswohlgefährdung sei er verpflichtet, das zu melden.

Sven Münster steht für die Schüler zur Verfügung, wenn es Konflikte in der Schule oder zu Hause gibt, aber auch auch, wenn jemand beispielsweise unter Prüfungsangst leidet. „Ich kümmere mich um alles, was Schüler betrifft“, fasst er zusammen. Das könne auch ein Gespräch mit den Eltern sein, die sich ebenfalls an ihn wenden könnten, etwa in Erziehungsfragen. „Ich sehe mich als systemischen Berater, als Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Münster. Beziehungsarbeit sei das A & O seiner Arbeit, betont der neue Schulsozialarbeiter.

Die jüngsten Vorfälle am FSG, bei denen von Achtklässlern per Smartphone nationalsozialistische und kinderpornografische Inhalte verbreitet wurden (wir berichteten), will er weder herunterspielen noch überbewerten, weil das nicht nur an dieser Schule eine Begleiterscheinung sozialer Medien sei. Zudem glaube er, „dass in den meisten Fällen überhaupt keine böse Absicht dahintersteckt; da geht es um Angabe und gegenseitiges Überbieten“. Doch natürlich wird der neue Schulsozialarbeiter auch das im Blick haben: „Wenn man die Klassengemeinschaft stärkt, haben die Schüler den Mut, bei so etwas hinzustehen und zu sagen, dass sie das nicht wollen“, ist er überzeugt.

Nach den Sommerferien soll es übrigens eine zweite Sozialarbeiterstelle am Friedrich-Schiller-Gymnasium geben.