Marbach/Fußball A-Liga-Rückkehr nach 44 Jahren?

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Der FC Marbach, hier mit Eldin Arifi (vorne), steht auf dem siebten Platz der ewigen Bezirksliga-Tabelle. Foto: Archiv (avanti)

Marbach - Die Zahl der Fußballmannschaften in unserem Verbreitungsgebiet, die oberhalb der Kreisligen aktiv sind, hat in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen. Der GSV Pleidelsheim, der TSV 1899 Benningen oder auch der TSV Affalterbach und der VfR Großbottwar waren bezirksweit unterwegs, sammeln inzwischen allesamt wieder in der Kreisliga Punkte. Verblieben ist einzig der FC Marbach, dem nun ebenfalls der Abstieg droht. Noch haben die Schillerstädter die Chance, sich aus der Abstiegszone zu befreien – sonst droht die Kreisliga-Rückkehr des Vereins nach mehr als vier Jahrzehnten. Deutlich macht das unser traditioneller Blick auf die ewigen Tabellen von der Dritten Liga bis zur Bezirksliga.

Dritte Liga

SG Sonnenhof Großaspach

20. Platz | Vorjahr: Platz 23 | 219 Punkte
Seit 2014 spielt die SG Sonnenhof Großaspach in der Dritten Liga. In der laufenden Saison sammelte sie bislang 21 Punkte, weshalb sie auf dem obersten Abstiegsplatz überwintern muss. Drei Siegen und fünf Niederlagen aus 20 Spielen stehen satte zwölf Unentschieden gegenüber. Diese Punktausbeute reichte in der ewigen Tabelle der seit 2008 bestehenden Liga aus, um von Rang 23 auf 20 zu klettern – vorbei an Arminia Bielefeld (200 Punkte), dem 1. FC Magdeburg (202) und dem SV Sandhausen (209). Selbst bringt es Aspach auf 219 Zähler, hat allerdings Fortuna Köln (218) im Nacken, das ebenfalls im Drittliga-Abstiegskampf steckt. In der Rückrunde sollte es der SG nun gelingen, die Stuttgarter Kickers (228) abzufangen. Der Sprung zum aktuellen Ligakonkurrenten Carl Zeiss Jena (257) sowie zu den Kickers Offenbach (263) ist dann ein großer.

In den 172 Drittliga-Partien der Vereinsgeschichte sammelte Großaspach 55 Siege, verlor 63 Mal und spielte 54 Mal unentschieden. Das ewige Torverhältnis beträgt 216:235. An der Spitze der ewigen Tabelle steht weiterhin der SV Wehen Wiesbaden (509), der in der Hinrunde als erster Drittligist die 500-Punkte-Marke geknackt hat.

Oberliga Baden-Württemberg

SGV Freiberg

2. Platz | Vorjahr: 2. Platz | 760 Punkte
Das ist beachtlich: 6350 Zuschauer sind im Dezember zum Oberliga-Spitzenspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und dem SSV Reutlingen (1:0) gekommen. Das Ziel beider Mannschaften zu diesem Jahresabschluss: Schritt halten mit dem Tabellenführer SGV Freiberg. Denn der SGV kann in Sachen Zuschauerzahlen zwar nicht ansatzweise mit den Großvereinen von der Waldau und der Alb mithalten. Sportlich befindet der sich aber auf Augenhöhe. Mit 37 Punkten überwintert Freiberg auf Platz eins, dahinter lauern die Stuttgarter Kickers, der 1. Göppinger SV (beide 36) und Reutlingen (35) im spannenden Rennen um den Regionalliga-Aufstieg.

Wäre der Aufstieg für die Kickers und Reutlingen eher eine Rückkehr in bessere Zeiten, würde er für den SGV Freiberg ein Novum darstellen. Noch nie war die Mannschaft aus dem Wasenstadion in der Regionalliga aktiv. Im Bezirk Enz/Murr gelang das bislang nur den TSF Ditzingen und der SpVgg 07 Ludwigsburg, zu Zeiten, als die Regionalliga drittklassig war. Inzwischen ist sie die vierthöchste Liga, auf den oder die Oberliga-Aufsteiger warten dennoch Duelle gegen Kickers Offenbach, den 1. FC Saarbrücken oder den SSV Ulm 1846.

Bereits seine 16. Saison absolviert Freiberg in der Oberliga Baden-Württemberg. Nur 07 Ludwigsburg war im bezirksweiten Vergleich mit 23 Saisons länger dabei. Entsprechend holte auch nur das Fuchshofteam mehr Punkte (1122) als der SGV (760). Der Vorsprung der Freiberger auf den in der ewigen Tabelle drittplatzierten FC Marbach ist seit der Sommerpause auf 385 Zähler angewachsen. Und auch das Oberliga-Torverhältnis der Freiberger (847:812) profitiert von der erfolgreichen Saison. Zudem sind die Freiberger im ewigen Punkteschnitt (1,43 Punkte pro Spiel) 07 Ludwigsburg (1,44) dicht auf den Fersen. Nur Ligakonkurrent FSV 08 Bissingen, der ab der neuen Saison FSV 08 Bietigheim-Bissingen heißen wird, kommt mit 1,68 auf einen besseren Wert.

Bezirksübergreifend steht derweil der SV Sandhausen mit 1630 Punkten weiterhin unangefochten an der Spitze der ewigen Oberliga-Tabelle. Es folgen Ulm (1244), und Reutlingen, das bei 1242 Zählern nur noch einen Sieg benötigt, um auf Rang zwei vorzudringen.

Bezirksliga Enz/Murr

FC Marbach

7. Platz | Vorjahr: 7. Platz | 1309 Punkte
Im laufenden Jahrzehnt hat der FC Marbach in der Abschlusstabelle der Bezirksliga immer mindestens Platz sechs belegt, oder er war Teil der Landesliga. In der Hinrunde erlebten die Schillerstädter nun einen sportlichen Absturz: Mit neun Punkten stehen sie am Tabellenende und werden sich deutlich steigern müssen, um den Neun-Punkte-Rückstand auf die Nichtabstiegszone noch aufzuholen. Ansonsten wird der FC den Gang in die Kreisliga A1 antreten müssen. Gerade jüngere Fußballfreunde werden sich fragen: Marbach in der A-Liga – hat es das überhaupt schon mal gegeben? Ja das hat es, und zwar letztmals in der Saison 1974/75. Bis dato war diese Spielklasse für den FC auch gar nicht außergewöhnlich: 23 Jahre lang spielte er seit Ende des Zweiten Weltkriegs und der damit verbundenen Neugründung der Ligen insgesamt in der Kreisliga A. Vier Meisterschaften erreichte Marbach in dieser Zeit (1947, 1955, 1957, 1975) – was nur mit zwei Aufstiegen (1957 und 1975) verbunden war. Zum Vergleich: In der Bezirksliga bestreitet der FC aktuell seine 27. Saison.

Und damit zurück in die Gegenwart, zumal der Verein ja noch Plätze nach oben klettern und den Klassenverbleib erreichen kann. Anders ist das in der ewigen Tabelle der Bezirksliga: Nach dem Sprung von Rang zehn auf sieben während der Vorsaison wird sich an der Platzierung vorerst nichts mehr ändern. Mit 1309 Zählern fehlen dem FC weitere 63, um den TSV Phönix Lomersheim abzufangen. Und da jener unangefochtener Tabellenführer der A3-Staffel ist, scheint es, als würde Lomersheim auch selbst bald wieder Punkte auf sein Konto packen. Von hinten droht Marbach kein Ungemach, da der FC Gerlingen (einst KSG, 1274 Punkte), die SKV Rutesheim (1257) und der VfL Gemmrigheim (1247) derzeit kein Bezirksligist sind. Das Torverhältnis der Marbacher beträgt 1657:1308.

Frauen Landesliga Württemberg

FC Biegelkicker Erdmannhausen

1. Platz | Vorjahr: 1. Platz | 282 Punkte
Wie im Vorjahr spielen die Fußballerinnen des FC Biegelkicker Erdmannhausen in der Landesliga Württemberg eine gute Rolle: Mit 22 Punkten aus zehn Spielen und 24:7-Toren steht die Mannschaft auf Rang zwei. Jenem Platz, den die Erdmannhäuserinnen bereits in der Vorsaison erreicht hatten und der auch diesmal wieder zur Aufstiegsrelegation berechtigt. Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den Spitzenreiter TV Jebenhausen, der eine Partie mehr absolviert hat. Doch auch auf Rang fünf haben die Biegelkicker im engen Tabellenfeld nur zwei Punkte Vorsprung.

Bereits seine neunte Saison absolviert Erdmannhausen in der Landesliga – nie war die Mannschaft höherklassig aktiv. In der ewigen Tabelle steht sie mit 282 Punkten im bezirksweiten Vergleich auf Rang eins – ob sie in der Rückrunde also noch die 300 Zähler knacken wird? Der Vorsprung auf den zweitplatzierten FV Löchgau II im ewigen Ranking ist mit 142 Punkten beträchtlich, positiv ist das Torverhältnis der Biegelkicker: 354:284. Das 350. Landesliga-Tor der Biegelkicker gelang Johanna Hofmann beim 3:0-Sieg gegen den TSV Michelfeld Ende Oktober.

Frauen Bezirksliga Enz/Murr

FC Biegelkicker Erdmannhausen II

9. Platz: | Vorjahr: 9. Platz | 246 Punkte
Deutlich erfolgreicher als in den Vorjahren ist die zweite Mannschaft der Biegelkicker in der Bezirksliga Enz/Murr unterwegs. Mit fünf Siegen aus acht Spielen steht sie auf Rang drei mit Tuchfühlung zum Relegationsplatz – und das trotz nur zwölf geschossener Tore. In der ewigen Tabelle nähert sich die Mannschaft damit dem TSV Nussdorf an, der auf Rang acht und damit eine Position besser als die Biegelkicker steht. Noch beträgt der Rückstand aber 27 Punkte. Jubeln durften die Biegelkicker jüngst über ihren 400. Treffer in der Bezirksliga: Julia Drexler erzielte diesen Mitte November in der 79. Minute beim 1:6 gegen den Spitzenreiter TSV Heimsheim. Kurios: Nur sechs Minuten später erhöhte Heimsheim auf den Endstand – es war das 300. Bezirksliga-Gegentor Erdmannhausens. Inzwischen steht das Torverhältnis bei 401:300.

Apropos Heimsheim: Der Tabellenführer hat dank seiner erfolgreichen Hinrunde in der ewigen Tabelle die nicht mehr existierende Mannschaft des VfR Großbottwar von der Spitze der ewigen Tabelle verdrängt. Mit 402 Punkten führt Heimsheim nun das Feld vor dem VfR (394) an.

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