Leistungswettbewerb „Ich würde den Beruf immer wieder erlernen“

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Malaika Grieb (links) und Cheyenne Jilke freuen sich über ihren Erfolg. Foto:           Foto: Werner Kuhnle

Zwei
junge Frauen aus der Region haben beim Leistungswettbewerb ihres Handwerks überzeugt.

Oberstenfeld/Steinheim - Es ist kein alltäglicher Beruf, für den sich die Remseckerin Cheyenne Jilke entschieden hat: Sie hat bei der Firma Königherz in Steinheim den Beruf der Sattlerin, Fachrichtung Fahrzeugsattlerei, erlernt. Schon etwas bekannter ist Malaika Griebs Handwerk: Die Oberstenfelderin hat in Bietigheim-Bissingen den Beruf der Zahntechnikerin erlernt.

Außergewöhnlich bei beiden ist das sehr gute Abschneiden beim Leistungswettbewerb, den das Deutsche Handwerk alljährlich durchführt – auch unter erschwerten Corona-Bedingungen: Cheyenne Jilke ist erste Landessiegerin geworden und hat sich damit für den Bundeswettbewerb qualifiziert, Malaika Grieb hat als dritte Landessiegerin ebenfalls unter Beweis gestellt, wie gut sie ihr Handwerk beherrscht. Daran reizt sie die Vielfalt: das Arbeiten mit Kunststoff, Metall und Keramik, das Herstellen von festen oder losem Zahnersatz oder von Implantaten. „Ich habe schon immer gerne etwas Künstlerisches und Kreatives gemacht“, erklärt die 21-jährige Oberstenfelderin.

Auch Cheyenne Jilke betont, wie abwechslungsreich ihr Beruf sei: „Ich arbeite mit allem Möglichen von der Nähmaschine bis zum Hammer. Und manchmal bastle ich mir auch selber ein neues Werkzeug.“ Und sie findet es „klasse zu sehen, wie aus alten Sachen neue werden – es ist jeden Tag etwas anderes zu tun.“ Und so bekommt beispielsweise ein schicker Oldtimer dank ihres Geschicks neue Sitze.

Um einen Autositz ging es auch bei ihrem Leistungswettbewerb. „Ich habe mir einen alten Sitz selber besorgt, der hat dann einen neuen Bezug bekommen.“ 15 Stunden hatte die 20-Jährige dafür Zeit. Mit dem Landessieg hat sie nicht gerechnet: „Ich habe zwar gesehen, was die anderen in meiner Gruppe gemacht haben, aber ich dachte, die Schulnoten werden noch mit dazu gerechnet und nicht bloß der praktische Teil.“

Noch weniger erwartet hat Malaika Grieb, dass sie mit ihren eingereichten Arbeiten von einer Ober- und Unterkieferprothese bis zur keramisch verblendeten Brücke so gut abschneiden würde. „Die Zahntechnikerinnung hat das schnell zurückgeschickt und mir mitgeteilt, ich sei nicht Landessiegerin geworden. Deshalb war ich völlig überrascht, als doch noch was kam.“

Die traditionelle Feier musste coronabedingt ausfallen, was die beiden bedauern. Doch stattdessen kam ein Paket von der Handwerkskammer. Darin enthalten: ein kleines Tablet mit einem Video, in dem der Handwerkspräsident und im Fall von Cheyenne Jilke auch Chef und Kollegen gratulierte – die waren vorher eingeweiht, aber zum Stillschweigen verpflichtet worden. Dass die Überraschung dennoch nicht so ganz geklappt hat, lag daran, dass das Paket länger brauchte als das Schreiben, das den Landessieg verkündete. Malaika Grieb wiederum hat in ihrem Betrieb ein wenig gefeiert – mit Sekt und Butterbrezeln.

Beide fassen nun den Meisterbrief ins Auge. Für die junge Sattlerin steht jetzt aber erst noch der Bundeswettbewerb an. Sie bedauert, dass dazu nochmals dasselbe Stück bewertet wird: „Sonst hätte ich zeigen können, was ich noch so kann.“ Einig sind sich beide, dass sie eine gute Berufswahl getroffen haben: „Ich würde den Beruf immer wieder erlernen“, so die beiden jungen Frauen unisono.