Kirchberg Hasenpest kann auch Menschen infizieren

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In der vergangenen Woche ist ein an der Hasenpest verendeter Hase gefunden worden. Foto: dpa

In der vergangenen Woche wurde bei Kirchberg ein Hase entdeckt, der an der Hasenpest verendet ist. Im Kreis Ludwigsburg und im angrenzenden Rems-Murr-Kreis trete die durch ein Bakterium ausgelöste Krankheit bei Feldhasen seit 2008 regelmäßig auf, hat das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) in Fellbach festgestellt. Eine Ausnahme sei lediglich das Jahr 2011 gewesen. Generell häuften sich in ganz Baden-Württemberg seit 2016 die Fälle. Im gleichen Zeitraum seien auch ungewöhnlich viele Infektionen von Menschen aufgetreten. Seit 2010 hätten sich landesweit insgesamt 48 Personen angesteckt.

Das Veterinäramt des Rems-Murr-Kreises nennt als Infektionsquelle engen Kontakt zu erkrankten oder verendeten Tieren – beispielsweise beim Anfassen, „aber es kann auch Drüberbeugen und Einatmen reichen“, sagte eine Mitarbeiterin der Behörde auf Anfrage dieser Zeitung. Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten von Krankheitssymptomen, liege bei Nagern zwischen drei und sechs Tagen. Den Tieren gehe es erkennbar sehr schlecht.

Das CVUA nennt als weitere mögliche Infektionsquellen für den Menschen Zeckenbisse, Mückenstiche, landwirtschaftliche Tätigkeiten und Reisen in östliche Länder, unter anderem das Kosovo.

Als Risikogruppen gelten Personen, die sich häufig in der freien Natur aufhalten, wie Jäger, Waldarbeiter, Outdoor-Sportler oder die im ländlichen Raum wohnende Bevölkerung sowie in der Landwirtschaft tätige Personen. Die Krankheit verläuft bei Menschen unterschiedlich – häufig sind Hautgeschwüre, geschwollene Lymphknoten, Lungenentzündung, Bauchschmerzen und Durchfall. Unbehandelt kann die Infektion auch für den Menschen tödlich sein. Der Erreger lässt sich jedoch mit Antibiotika bekämpfen.

Im Rems-Murr-Kreis sind bislang nur Infektionen von Tieren bekannt. Im Kreis Ludwigsburg dagegen habe sich 2014 in Schwieberdingen ein Jäger mit dem Erreger angesteckt, sagte Andreas Fritz, der Sprecher des Ludwigsburger Landratsamts. Aktuell gebe es hier keine gemeldeten Fälle. Der letzte bekannte Fall der Seuche sei 2017 in Großbottwar aufgetreten. Am häufigsten sei die Erkrankung bis jetzt aber im Strohgäu (Schwieberdingen, Hemmingen, Eberdingen) vorgekommen. Hunde und Katzen scheinen nach den bisherigen Erkenntnissen weitestgehend, wenn auch nicht völlig immun gegen den Erreger zu sein. Sicherer ist auf alle Fälle, den Hund an der Leine zu lassen. Tot aufgefundene Feldhasen oder Langohren, die ein auffälliges Verhalten wie fehlendes Fluchtverhalten oder einen unsicheren Gang zeigen, sollten nicht berührt werden, rät das CVUA. Man sollte jedoch die örtliche Polizeibehörde oder den Inhaber des Jagdreviers informieren, damit das Tier von Experten untersucht werden kann.

Wer sich an Weihnachten auf einen Hasenbraten freut, braucht übrigens nichts zu befürchten, erklärte das Veterinäramt Rems-Murr-Kreis. Beim gründlichen Erhitzen werde der Erreger abgetötet.

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