Höpfigheim/Fußball „Und das ist Kreisliga!“

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Luftkampf zwischen Höpfigheim (schwarz) und Steinheim (blau). Foto: avanti

Steinheim-Höpfigheim - Im Film „300“ schreit Gerard Butler alias König Leonidas die mittlerweile berühmten Worte „Das ist Sparta“ heraus. Wer am Sonntagnachmittag beim Fußball-Derby zwischen dem GSV Höpfigheim und dem TSG Steinheim zugegen war, der möchte zurückschreien: „Und das ist Kreisliga!“ Mindestens so umkämpft wie der Engpass an den Thermopylen war der tiefe Rasenplatz im Kälblingswald beim Kellerduell der Kreisliga A1 Enz-Murr. Bei strömendem Dauerregen standen sich der Letzte und der Vorletzte der Tabelle gegenüber und gingen dabei zwar nicht zimperlich, aber insgesamt doch fair miteinander um.

Bereits in der zweiten Minute hätten die Gastgeber den ersten Hieb setzen können. Nach einer Steinheimer Ecke fuhren sie einen Konter, bei dem Alexander Gyurkovich jedoch an TSG-Keeper Markus Brodbeck scheiterte. In der zehnten Minute rettete sein Gegenüber Alexander Deyhle dem GSV das 0:0 – bereits früh gab es also die ersten Großchancen. „Das hat gezeigt, warum beide Teams unten drin stehen“, fand GSV-Spielertrainer Norman Röcker. Ein weiteres Beispiel war der Führungstreffer für sein Team, als dem Gäste-Schlussmann ein fataler Schnitzer unterlief: Bei einem langen und hohen Ball der Höpfigheimer blieb er zu lange hinten, Henrik Willberg köpfte über ihn hinweg zum 1:0. Die dickste TSG-Chance vor der Pause hatte Dominik Wels, der aber aus kurzer Distanz an Deyhle scheiterte (36.).

In der zweiten Halbzeit nahmen der Regen und die Torchancen weiter zu. In der 67. Minute forderten die Höpfigheimer nach einer vermeintlichen Notbremse vergeblich Elfmeter. Als die Steinheimer in der Schlussphase immer mehr Druck machten und mehr oder weniger „Harakiri“ spielten, wie es Coach Marc Schippert bezeichnete, hatte Giovanni Disanti die Entscheidung auf dem Fuß. Nach einem Konter musste er den Ball aus acht Metern nur noch einschieben, verfehlte das Tor jedoch knapp. Und so kam es zur unvermeidlichen letzten Aktion: Der GSV bekam mehrfach den Ball nicht weggeschlagen bis bei einem Versuch dann ein Gegenspieler getroffen wurde. Elfmeter für Steinheim, Robin Fink behielt die Nerven, nach dem 1:1 in der 94. Minute war Schluss.

„Es war alles drin, wir haben gekämpft, hatten unsere Chancen. Wenn der Schiri am Ende den Elfmeter gibt, muss er unseren auch geben. Aber wir müssen die Situation auch besser lösen. So ist es ganz bitter“, fand Norman Röcker, während Marc Schippert natürlich erleichtert war. „Die Mannschaft hat daran geglaubt und Moral bewiesen“, lobte er, räumte aber auch ein: „Im Abstiegskampf bringt der Punkt nichts. Aber für die Motivation in den nächsten Wochen war das ein wichtiger Startschuss.“

GSV Höpfigehim:
Deyhle – Gyurkovich, Trautwein (55. Löder), Gamba (45. Michel), Kraft – Ille, Schanzel, Röcker, Oliveira (75. Disanti) – Wägerle, Willberg. TSG Steinheim:
Brodbeck – Reichenzer, Haller (R. Fink), Schütz (46. Copur), Feuchtner – Schweizer, Dörner (75. Hammer), M. Fink (80. Kilger), Adami – Wels, Krenz.