Großbottwar Idee von einem Bürgerpark vorgestellt

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  Foto: Regina Traub Landschaftsarchitektin/MZ

Großbottwar - Seit Jahren liegen die Tennisplätze im Winzerhäuser Tal in Großbottwar brach. Ein Zustand, der sich in den kommenden Jahren tunlichst ändern soll, weshalb die Landschaftsarchitektin Regina Traub aus Steinheim mit einer Planung für das Gebiet zwischen Croco Island, den Sportplätzen und dem Spielplatz Stadt am Bach beauftragt worden war. In der Sitzung des Gemeinderats am Mittwochabend in Hof und Lembach stellte sie nun ihren mit Spannung erwarteten Entwurf vor. Ein Entwurf, der in dieser Form – das wurde bereits deutlich – zwar nicht umgesetzt wird. Der aber gelobt wurde und Denkanstöße für den weiteren Planungsprozess gibt.

Vorgesehen ist ein Bürgerpark, der den Spielplatz Stadt am Bach umschließt und an der einen Seite an die Kleine Bottwar, auf der anderen an den Parkplatz von Croco Island heranreicht. „Ziel ist es, ein vielfältiges, generationenübergreifendes und integratives Angebot zu schaffen, das Aktivitäten bietet, aber auch der Entspannung dient“, sagte Regina Traub. Integrativ bedeutet in diesem Fall, dass etwa auch Rollstuhlfahrer mit behindertengerechten Spielgeräten zum Zug kommen. Ideal sei, so führte sie weiter aus, wenn Vereine, Kindergärten und das nahe Rehazentrum den Park mitnutzen könnten.

Der Entwurf umfasst zwölf verschiedene Anlaufstellen. Diese reichen von einem Grillplatz, einem Kneippbecken, gespannten Slacklines über ein Basketball- und ein Beachvolleyballfeld bis hin zu einer Kletterwand, einem Trampolinparcours und einer Pumptrack-Anlage, sprich einem hügeligen Fahrradkurs. Auch ein Sandspielplatz für Kinder, ein Entspannungsbereich mit Liegestühlen sowie ein großflächiger Insektengarten sind aufgeführt. „Das alles sind Beispiele für Punkte, die möglich wären. Weitere können dann natürlich mit aufgenommen werden“, erläuterte Regina Traub den Stand der Dinge.

Bei den Stadträten stieß sie mit dem Entwurf zum großen Teil auf Zustimmung. Von einem „Kreativfeuerwerk“ sprach Benjamin Traa von der CDU, der „sofort Lust bekommen hat, den Bürgerpark zu besuchen“. Auch die SPD-Rätin Marlene Gerstberger dankte für das kreative Angebot, ebenso sprach Thomas Stigler von der Freien Bürgerlichen Wählervereinigung einen Dank für den tollen Entwurf aus. Und Thomas Haag von Aktiv unterstrich, dass ein Angebot für Jugendliche „mehr als überfällig“ sei, hier habe Großbottwar nicht viel zu bieten.

Dass sich die Planung in einem sehr frühen Stadium befindet, zeigte sich auch daran, dass noch keine geschätzten Kosten genannt wurden. „Wir werden eine Auswahl treffen müssen“, ahnt Benjamin Traa in Anbetracht der vielen, teils kostspieligen Ideen. Und auch Bürgermeister Ralf Zimmermann hob hervor, dass geprüft werden müsse, wie viel Geld für den Bürgerpark zur Verfügung steht, und dass der Gemeinderat dann zu entscheiden hat, was ihm ein solches Gelände wert sei. „Alles davon umzusetzen wäre zu viel. Wir werden keine Millionen investieren können“, so der Rathauschef weiter. Bereiche wie die Slacklines oder der Insektengarten seien aber günstig machbar. Anders wäre das etwa beim Volleyball-, dem Basketballfeld oder der Pumptrack-Anlage mit je geschätzten 400 000 Euro. In Anbetracht der zu treffenden Auswahl plädierte Marlene Gerstberger dafür, jeweils auch Spielgeräte nach Hof und Lembach beziehungsweise Winzerhausen auszulagern.

Die Stadträte, allen voran Benjamin Traa (CDU) und Angelika Maier (SPD), machten deutlich, dass sich dieses Thema gut eigne, um die Bürger an der Planung zu beteiligen. Bürgermeister Zimmermann stimmte dem zu: „Bürgerbeteiligung ist wichtig.“ Sie solle folgen, sobald die Rahmenbedingungen gesteckt sind. „Generell müssen wir den Bürgerpark als einen Prozess verstehen, der über Jahre geht und nicht von heute auf morgen umsetzbar ist“, führte Zimmermann aus.

Andreas Strohm (CDU) bat für die weiteren Schritte darum, die Initiative Miteinander Attraktives Großbottwar (MAG) frühzeitig einzubinden, da sich diese bereit erklärt habe, sich finanziell zu beteiligen. Christoph Streicher (Aktiv) fügte an, dass er sich wünsche, dass auch das Jugendcafé „mit seiner sehr engagierten Mitarbeiterin“ Maike Wüstner ins Boot geholt werden soll. Vorschläge, die Zimmermann wohlwollend aufnahm.

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