Großbottwar/Fußball Ein weiter Weg in die A-Liga – sportlich wie geografisch

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Philipp Markiewicz (Mitte) Foto: Archiv (avanti)

Großbottwar - Eine weite Anreise müssen die Fußballer und Anhänger des VfR Großbottwar auf sich nehmen, um zum ersten Relegationsspiel um den erhofften Wiederaufstieg in die Kreisliga A1 Enz-Murr zu gelangen. Am Samstag um 18 Uhr tritt die Mannschaft im mehr als 40 Kilometer entfernten Sternenfels an, also im allerletzten Zipfel des Fußballbezirks Enz-Murr, kurz vor der Grenze zum Landkreis Karlsruhe. Die Krux: Der Gegner vom TV Pflugfelden II hat es ebenso weit.

Notwendig wird die weite Anfahrt aufgrund einer recht kurzfristigen Änderung: Eigentlich hätte die Partie in der Nachbarschaft im Riedstadion des TSG Steinheim ausgetragen werden sollen – da jener Verein nun aber ebenfalls in der Relegation spielen muss, kann er zeitgleich kein Spiel ausrichten. Die Freude über die Spielort-änderung hält sich wohl sowohl auf Großbottwarer als auch Pflugfelder Seite in Grenzen. Als „überragend“ bezeichnet VfR-Trainer Thomas Rapp die Entscheidung für Sternenfels nicht ohne Ironie. Angereist werde dennoch mit Pkw statt mit dem Reisebus.

Mit Pflugfelden II und Großbottwar treffen in der ersten Relegationsrunde die Vizemeister der Kreisligen B1 und B2 aufeinander. „Ich denke, wir werden uns auf Augenhöhe begegnen“, schätzt Thomas Rapp ein, der im Vorfeld bereits ein gutes Näschen bewiesen hat. Denn in der B1-Staffel war bis zum letzten Spieltag unklar, wer Meister, Vizemeister oder Dritter werden würde. Angesehen hat sich Rapp dennoch bereits am vorletzten Spieltag eine Partie von Pflugfelden – jene hat der TV II allerdings überraschend mit 1:4 beim im Tabellenniemandsland stehenden TuS Freiberg II verloren. „Ich hatte erwartet, dass sie der Relegationsgegner werden“, so Rapp, dessen Mannschaft selbst erst am letzten Spieltag am spielfreien TuS Freiberg vorbeizog und die Relegation unter Dach und Fach brachte.

Von einem Offensivfeuerwerk, das Pflugfelden als treffsicherste B1-Mannschaft unter anderem mit dem Ex-Landesligastürmer Roberto Cappella gerne mal abbrennt, war in Freiberg also nichts zu sehen. „An dem Tag waren sie zu schwach“, sagt Rapp, der dennoch davon ausgeht, dass „beide Teams ihre Chancen bekommen werden“. Und gewinnen wird, davon ist er überzeugt, wer mutiger auftritt und sich mehr zutraut. „Klar, wenn du 0:1 verlierst, bist du raus. Dann gibt es keine Möglichkeit mehr, das geradezubiegen.“ Eine gute Nachricht hat er in personeller Hinsicht: Trotz Ferienzeit hat der VfR all seine Spieler an Bord.

Der Sieger der Partie qualifiziert sich für die zweite und letzte Relegationsrunde um den Startplatz in der Kreisliga A1, in der es am Samstag, 22. Juni, um 18 Uhr in Eglosheim gegen den Gewinner der Partie zwischen dem TSG Steinheim und Dersim Sport Ludwigsburg geht (siehe oben).