Freie Schule in Marbach Gewachsene Grundschule mit viel Vertrautheit

Von Sandra Lesacher
Die Freie Schule Christophine in Marbach ist seit Januar 2009 in der Ludwigsburger Straße zuhause. Foto: Lorenz Obleser

Seit mehr als 13 Jahren gibt es die Freie Schule Christophine in Marbach – ein Rückblick.

Januar 2009: Die Freie Schule Christophine in Marbach geht nach fast drei Jahren des Vorlaufs mit fünf Schülern an den Start. „Ich bin heilfroh, dass die Kinder endlich da sind“, sagte der Schulleiter Lorenz Obleser damals. Er ist heute nicht nur weiterhin Schulleiter, sondern auch im Vorstand des Bundesverbands der Freien Alternativschulen. „Unser Schulverein ist 2008 dort eingetreten und wir fühlen uns dem Netzwerk sehr verbunden“, so der Marbacher.

Jetzt, mehr als 13 Jahre nach der Gründung der Christophine, blickt er zufrieden auf das, was da gewachsen ist. Eine Grundschule mit 19 Schulkindern: „Wir sind froh um die große Erfahrung, das gibt ein gutes Gefühl. Es ist viel Vertrautheit in der Begegnung mit den Kindern.“

„Die Kindheit ist eine wichtige Zeit, um Schule kennenzulernen“

Auch die Kinder scheinen ihre Grundschulzeit an der Christophine in guter Erinnerung zu haben. Erst dieser Tage sei eine ehemalige Schülerin – heute Sechstklässlerin an einer weiterführenden Schule – zu Besuch gewesen. Die Kindheit, findet Lorenz Obleser, ist eine wichtige Zeit, „um Schule kennenzulernen, um sich wohlzufühlen im Milieu Schule“. Eine Freie Schule wie die seine biete die Möglichkeit, dass die Kinder erst einmal diese kleine, überschaubare Gruppe wahrnehmen“.

Auf die weiterführenden Schulen „gucken sie schon mit Respekt“. Aber: „Sie finden sicher gute Plätze in der Klassengemeinschaft, weil sie bei uns viel in die Verantwortung mit eingebunden sind.“ Und offenbar haben seine ehemaligen Schüler Sitzfleisch, was das Lernen angeht. „Sie haben alle noch weitere Abschlüsse gemacht – Abitur, Fachhochschulreife . . .“

Lorenz Obleser und seine Mitstreiter haben zu den meisten Familien, deren Kinder in den vergangenen 13 Jahren in der Marbacher Freien Schule waren, noch Kontakt. Ob die Jungen und Mädchen gut auf die weiterführenden Schulen vorbereitet waren? „Eigentlich eine komische Frage“, sagt Obleser. „Ja, klar sind sie das. Sie haben vier Schuljahre durchlaufen. Die weiterführende Schule ist von Anfang an das Ziel.“ Genaue Zahlen aufzustellen, sei etwas schwierig. Da in der Christophine altersgemischt gearbeitet wird, könne man nicht so leicht greifen, wann sich die Epochen ändern.

Eine Sekundarstufe ist in Marbach nicht geplant

Klar ist, die Zahl der Schüler hat sich auf etwa 18 bis 20 eingependelt. Drei bis vier Jungen und Mädchen wechseln pro Jahr an weiterführende Schulen, neue Erstklässler rücken nach. Eine Sekundarstufe ist in der Freien Schule Marbach derzeit nicht geplant.

Ganz klar abgrenzen will sich Obleser von pandemieleugnender Klientel, die in jüngster Zeit immer wieder mit der Gründung von Freien Schulen zusammengebracht wurde. „Sowohl wir in Marbach als auch als Bundesverband haben wir uns da klar positioniert. Da wollen wir auf keinen Fall in einem Topf landen.“ Lorenz Obleser betont: „Unser Anliegen ist ein rein pädagogisches.“

BUNDESVERBAND FREIER ALTERNATIVSCHULEN

Mitglieder
 Derzeit gehören dem Bundesverband der Freien Alternativschulen 48 Initiativen und 121 Freie Schulen an, darunter auch die in Schulen in Pattonville und Marbach. Etwa die Hälfte der Schulen habt eine Primarstufe und eine Sekundarstufe. Zwei sind reine Sekundarstufen-Schulen. Drei Schulen umfassen auch die Sekundarstufe II. Die übrigen sind reine Grundschulen.

Arbeitsfelder
 Der Bundesverband unterstützt Initiativen bei der Gründung einer Freien Schule und organisiert Lehrerfortbildungen. Zudem fördert er den pädagogischen Erfahrungsaustausch zwischen den Freien Alternativschulen.

Schüler
  In Deutschland besuchen etwa 9500 Kinder und Jugendliche Freie Alternativschulen.