Freiberg/Fußball Der Pokalfluch des SGV Freiberg hält an

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Der Anschlusstreffer von Marcel Sökler kam zu spät für den SGV. Foto: Archiv (avanti)

Freiberg - Es bleibt dabei: Der SGV Freiberg schafft es einfach nicht ins Finale des wfv-Pokals. Am Mittwochabend verlor der Fußball-Oberligist im Halbfinale beim Verbandsligisten TSV Essingen mit 2:3 (0:1). Es war das dritte Mal in fünf Spielzeiten, dass die Freiberger am letzten Schritt ins Endspiel scheiterten, dazwischen standen sie zudem noch zweimal im Viertelfinale.

Die Partie begann schon mit einer Schrecksekunde für die Gäste: In der dritten Minute nahm Essingens Stani Bergheim einen langen Ball an der Strafraumgrenze volley, setzte die Kugel aber nur an den Außenpfosten. Doch in der zwölften Minute war es dann so weit: Niklas Weissenberger köpfte nach einer Ecke unhaltbar für SGV-Keeper Thomas Bromma zum 1:0 für Essingen ein. Die Freiberger hatten zwar von Beginn an mehr Ballbesitz, fanden jedoch nach vorne keine Lösungen. Essingen störte früh und lauerte auf Fehler. Bezeichnend dafür war die 22. Minute, als Thomas Bromma einen Rückpass nach vorne schlagen wollte, dabei aber einen Essinger abschoss. Der Ball ging zum Glück für den SGV knapp neben das Tor. Die Freiberger kamen in der Folge zwar zu drei Torschüssen, zweimal ging der Ball jedoch drüber, einmal landete er direkt in den Armen des Essinger Schlussmanns. So ging es mit der knappen TSV-Führung in die Pause.

Kurz nach dem Wechsel dann der nächste Schock für den SGV: In der 48. Minute traf erneut Niklas Weissenberger zum 2:0 für Essingen. Einen Freistoß fast von der Mittellinie in den Strafraum verwertete er wieder per Kopf. Doch dieser Treffer war so eine Art Weckruf für die Freiberger, die bereits in der 53. Minute den Anschluss hätten erzielen müssen. Nach einer Hereingabe von Denis Latifovic scheiterte Marcel Sökler zunächst am Essinger Schlussmann, der Ball prallte aber direkt Mert Öztürk vor die Füße. Dessen Schuss auf das fast leere Tor wurde jedoch von einem Verteidiger im Sitzen zur Ecke gelenkt. Für das 1:2 aus Freiberger Sicht sorgte dann in der 59. Minute Denis Latifovic. Diesmal hatte sich Spetim Muzliukaj auf der linken Seite durchgesetzt, legte zurück auf Latifovic, der trocken ins lange Eck schoss.

Die Gäste schienen nun im Spiel, während Essingen auf Konter lauerte. Einen davon wehrte Thomas Bromma im Duell mit dem durchgestarteten Jose Gurrionera Munoz in der 61. Minute ab. Aber nur drei Minuten später musste der SGV-Kepper dann doch zum dritten Mal hinter sich greifen. Die Szene sah zunächst harmlos aus, doch Stani Bergheim zog aus etwa 20 Metern plötzlich ab. Bromma war zwar noch am Ball, aber die Kugel landete im Netz.

In der Folgezeit kam Freiberg kaum einmal gefährlich in Tornähe, aber auch die Konterversuche der Essinger brachten keine Gefahr. In der 82. Minute wurde es jedoch nochmal spannend: Fast wie bei einer Kopie des ersten SGV-Treffers setzte sich Spetim Muzliukaj auf der linken Seite durch. Diesmal fand seine Ablage Marcel Sökler, der aus elf Metern das 2:3 aus Sicht der Gäste erzielte. Zehn Minuten blieben den Freibergern, um doch noch den Ausgleich zu erzielen und damit die Verlängerung zu erzwingen. Aber für eine echte Torchance reichte es nicht mehr. Eher lag noch das 4:2 in der Luft, doch Thomas Bromma entschärfte bei einem Konter in der 93. Minute die Situation. Danach warfen die Freiberger noch einmal alles nach vorne, kamen aber zu keinem echten Abschluss mehr.

SGV-Trainer Ramon Gehrmann war nach der Partie „natürlich tief enttäuscht. Aber wir sind selbst Schuld. Wir haben uns viel vorgenommen, aber nichts davon gezeigt. Meine Mannschaft hat gezockt, während Essingen gekämpft hat“, fand der Coach. Ähnlich sah es Marcel Sökler: „Wir haben in der ersten Halbzeit den Kampf nicht angenommen und uns den Schneid abkaufen lassen. Wenn du in so einem Pokal-Halbfinale nicht 120 Prozent gibst, dann reicht es einfach nicht.“ Mit dieser bitteren Erkenntnis fuhren die Freiberger nach Hause, bevor es am Samstag im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers geht. SGV Freiberg:
Bromma – Braun, Rohr, Fausel (72. Marotta), Milenkovic (43. Pischorn) – Zagaria (81. Kröner), Müller, Ferati (46. Öztürk), Latifovic – Muzliukaj, Sökler.