Erdmannhausen/Fußball Kurzfristiger Trainerwechsel beim GSV

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Andreas Eschenbach Foto: Archiv (Horst Dömötör)

Erdmannhausen - Sieben der letzten acht Spiele gewann der GSV Erdmannhausen in der abgelaufenen Saison der Kreisliga A1 Enz-Murr – wodurch sich die Mannschaft aus der Abstiegszone bis auf Rang sechs der Tabelle katapultierte. Einen gehörigen Anteil daran hatte das Trainerduo mit Charly Hayta und Thomas Oberreiter, das zu Jahresbeginn anstelle von Erkan Savun getreten war. Nach mehreren Trainerwechseln in den Vorjahren schien damit auf der Schray Ruhe einzukehren. Doch Fehlanzeige: Am Samstag, zwei Tage vor dem geplanten Trainingsauftakt, gab Hayta der Abteilungsleitung bekannt, von seinem Amt zurückzutreten. Wie auch sein Co-Trainer Thomas Oberreiter.

„Der Zeitpunkt ist natürlich schlecht, keine Frage“, sagt Hayta, der sich die Entscheidung nicht leicht gemacht habe. Schließlich hatte er auch noch im Mai für die neue Saison zugesagt. „Damals hat mein Herz entschieden. Jetzt musste ich mit dem Kopf aber doch anders entscheiden“, sagt Hayta. Der Grund: Er hat gerade ein aufwendiges Bauprojekt zu koordinieren. Schon während der Rückrunde habe er mehrmals keine Zeit gehabt, sodass Thomas Oberreiter das Training übernahm. „Mein Anspruch ist es aber, zu 100 Prozent für die Mannschaft da zu sein. Deshalb habe ich lieber jetzt so entschieden, als inmitten der Vorbereitung oder während der Saison. Ich weiß natürlich, dass das vielen wehtun wird. Aber ich bitte um Verständnis“, womit Hayta nicht nur an seinen sechsjährigen Sohn denkt, der ein riesen GSV-Fan geworden sei und auch schon ein Trikot haben wollte.

Auch bei Thomas Oberreiter sind es private Gründe, die ihn mit zu diesem Entschluss brachten. Gründe, die für den Sportlichen Leiter Sascha Held auch allesamt „nachvollziehbar“ sind. „Für uns als Verein macht es das trotzdem extrem schwierig.“ So habe man im Juni viele Gespräche geführt, einerseits mit möglichen Neuzugängen, andererseits wegen einer möglichen Spielgemeinschaft mit der zweiten Mannschaft. „Anfang Juli war dann alles geordnet und wir dachten, wir könnten wieder Gas rausnehmen“, blickt Sascha Held zurück. Doch daraus wurde nichts. In Hinblick auf die teils ebenfalls kurzfristigen Wechsel in den Vorjahren, wie etwa bei Alexander Weiland während der Vorbereitung, „wird das langsam alles echt krass“. Held lobt an dieser Stelle aber die Arbeit von Hayta und Oberreiter im zurückliegenden Halbjahr. „Beide hatten denselben Anteil am Erfolg. Sie haben die Mannschaft in die Bahn geführt.“

Inzwischen befinden sich die Erdmannhäuser Fußballer in der glücklichen Lage, innerhalb von nicht mal einer Woche eine Nachfolgelösung gefunden zu haben. „Das war Zufall, dass da gleich eine Türe aufgegangen ist“, ordnet Sascha Held erleichtert ein. So übernehmen Andreas Eschenbach und sein Co-Trainer Holger Lung beim GSV. Beide waren zuletzt beim SV Pattonville aktiv, den sie vor einem Jahr bei nur einer Saisonniederlage in die Bezirksliga führten. „Da hatten sie wirklich ein überragendes Jahr“, erinnert sich auch Held bestens, zudem kenne er Eschenbach noch als gegnerischen Trainer vom FSV Oßweil, als er selbst in Steinheim wirkte. „Er hat damals aus einer ordentlichen eine richtig gute Mannschaft gemacht und auch den Aufstieg in die Kreisliga A geschafft.“ Zwischenzeitlich trainierte der heute 46-Jährige drei Jahre lang die U19 des FC Remseck-Pattonville. „Auch das macht es sehr interessant. Und insgesamt gefällt er mir einfach als Typ – er ist ein emotionaler Trainer und sagt was er denkt“, zählt Held die Vorzüge Eschenbachs auf.

Auch das erste Gespräch am Dienstag, so der Sportliche Leiter weiter, sei von der ersten Minute an auf einer Wellenlänge abgelaufen. Am Donnerstag machten beide Seiten dann einen Haken dran. „Wir sind froh um diese Lösung und haben ja jetzt noch fünfeinhalb Wochen bis zum Rundenstart. Die zwei verpassten Trainingseinheiten holen wir eben an anderer Stelle wieder nach“, sagt Sascha Held. Der Start in die Vorbereitung erfolgt am Freitagabend, nachdem man ihn Anfang der Woche abgesagt hatte. Am Sonntag steht bereits das erste Testspiel beim FSV 08 Bissingen II an, bei dem Eschenbach, der für dynamischen Fußball steht, erstmals an der Seitenlinie stehen wird.

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