Das Alte Pfarrhaus in Murr Die Liebe zum Detail schwingt mit

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Das Alte Pfarrhaus in Murr bietet seinen Bewohnern viel Behaglichkeit. Foto: KS-Images.de

Jessica Gruber und Benjamin Lindner bewohnen das Alte Pfarrhaus in Murr. Sie fühlen sich dort rundum wohl.

Murr - In der großen Eingangshalle scheint die Zeit stehen geblieben. „Wie viele Menschen hier wohl früher ein- und ausgingen?“ Solche Fragen stellt sich Benjamin Lindner, der mit seiner Lebensgefährtin Jessica Gruber das Alte Pfarrhaus in Murr im ersten Obergeschoss bewohnt. Historisches Flair springt dem Besucher aber nicht nur durch das massive Holzgeländer auf dem Weg nach oben ins Auge. Auch in der Wohnung selbst gibt es viele reizvolle Details, die zu gefallen wissen.

Die ersten 100 Tage haben Benjamin Lindner und Jessica Gruber in ihrem neu angemieteten Domizil schon fast hinter sich. „Wir sind noch lange nicht mit der Einrichtung fertig“, erzählt der 38-Jährige, der seit eineinhalb Jahren mit seiner Partnerin zusammen ist. Beide entschlossen sich jetzt, ihre Wohnsitze in Steinheim und Besigheim aufzugeben und zusammenzuziehen. Sie sind glücklich, eine Wohnung gefunden zu haben, die zu ihnen passt. Dabei kommt es dem Paar vor allem auf ein behagliches Ambiente an. Und diese Eigenschaften strahlen die alten Gemäuer nach der grundlegenden Sanierung durch die Esslinger Baufirma Alte Zimmerei auch aus.

Der erste Eindruck zählte: „Als wir hier eintraten, hatte wir beide sofort ein gutes Gefühl“, sagt Jessica Gruber, deren Kater Pegasus zwar bisher jeden Umzug „irgendwie doof“ gefunden habe, aber sich hier gleich lang gestreckt auf dem beheizten Fußboden ausbreitete. Inzwischen ist der Freigänger auch in seiner Umgebung angekommen. Vom Balkon witscht er munter auf der historische Mauer am Pfarrhaus weiter in sein neues Revier hinaus. „Es ist prima, an einer Altbauwohnung auch noch einen Balkon zu haben“, schwärmt Benjamin Lindner, der ebenso wie Jessica Gruber schon bemerkt hat, dass die Murrer interessiert an dem historischen Haus sind und ins Gespräch kommen wollen. „Ein ehemaliger Gemeinderat wollte unbedingt den Gewölbekeller sehen – da hatte er als Kind immer gespielt“, erzählt die Neu-Murrerin.

In Corona-Zeiten ist es von Vorteil, sich in einer geräumigen Wohnung verteilen zu können, finden die beiden Angestellten, die im Homeoffice arbeiten. Für den Außendienstler Lindner, der gewohnt ist, viele neue Orte kennenzulernen, eine mentale Herausforderung. In der Wohnung darf er das Büro mit großem Schreibtisch nutzen – und er weiß, die Atmosphäre dort zu schätzen. Er zeigt auf kleine Wölbungen im Übergang zur Decke. „Ich finde es schön, dass in diesem Haus nicht alles genau gerade sein muss.“

Eine verwinkelte Ecke in der Küche hat es den neuen Mietern angetan. So hat das Paar einige Trinkgläser auf den Sandsteinecken abgestellt und freut sich an dem Anblick der kleinen Improvisation. „Wir lieben solche Kontraste und Stilmixe“, sagt Jessica Gruber und zeigt schmunzelnd auf den Hirschkopf, den ihr Freund in den Hausstand mit eingebracht hat und der an der Wand über dem Tisch hängt. Dort hat sie ihren Homeoffice-Bereich eingerichtet, kann den Laptop aber schnell wegräumen, wenn sie als Trainerin für Softwareprogramme bei einer Bank ihren Arbeitstag beendet und zum gemütlichen Teil übergeht.

Es sei ihr zunächst schwergefallen, die alte Umgebung und die Freunde in der schönen Altstadt von Besigheim aufzugeben, erzählt die 34-Jährige, doch hoffe sie, die Wohnung mit einer großen Feier im Laufe des Jahres mit den Freunden einweihen zu können. Dann werden Details wie die Stuckleisten an der Decke des Wohnzimmers oder die im identischen Grauton gehaltene Einbauküche und der Fensterunterbau im Wohnzimmer die Blicke auf sich ziehen.

Dass der Erhalt gerade solcher baulicher Details für seine Firma sehr wichtig sei, betont Vincent Büchner, der die Vermarktung bei der Alten Zimmerei betreibt. „Wir müssten manches wie etwa die Stuckleisten nicht erhalten, wir wollen aber gerade dieses Flair erhalten.“ Die Alte Zimmerei war von einem privaten Investor beauftragt worden. Für die Wohnung im Dachgeschoss hat Büchner ebenfalls schon einen Mieter gefunden.