Benningen „Undenkbar und schon fast eine Frechheit“

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An dieser Brücke können sich die Gemeinderäte keine Werbung vorstellen. Foto: Werner Kuhnle

Ein Unternehmen will an der Bahnbrücke in Benningen Bildschirm-Werbung anbringen. Das wird nicht genehmigt.

Benningen - Vor vielen Jahren hatte die Installation einer Leuchtreklame an einer Marbacher Kreuzung hohe Wellen geschlagen. Zwar haben sich inzwischen die Gemüter beruhigt. Im Nachbarort Benningen will man es aber in einem ähnlichen Fall erst gar nicht so weit kommen lassen. Bildschirmwerbung an derDB-Brücke in der Ortsmitte? Verwaltung und Gemeinderat erteilten dem Ansinnen eine klare Absage.

Das für Bildschirmwerbung bekannte Unternehmen Ströer hatte ein Baugesuch eingereicht, wonach an der Bahnunterführung Ludwigsburger-/Studionstraße zwei Unterkonstruktionen für Wechselwerbung auf Bildschirmen angebracht werden sollen. Es war vorgesehen, an diesen Konstruktionen zwei Wechselträgerelemente mit einer Länge von drei und einer Höhe von einem Meter zu befestigen.

„Aus Gründen der Verkehrssicherheit können wir uns das unter keinen Umständen vorstellen“, formulierte es Hauptamtsleiter Timo Schenk. Und das war, geht es nach dem Bürgermeister Klaus Warthon, „eine sehr zurückhaltende Formulierung“. Er selbst fand noch deutlichere Worte für das Ansinnen der Bahn, an der Brücke Wechselwerbung zu installieren: „Das ist undenkbar und fast schon eine Frechheit, so etwas zu beantragen. Da muss man erst mal Luft holen.“

Auch die Straßenverkehrsbehörde hält nichts von der Werbung an der Bahnbrücke. Wie die Benninger sieht sie die Verkehrssicherheit in Gefahr. Etwa 8000 Fahrzeuge passieren täglich die Ludwigsburger Straße. Im Bereich der Brücke befinden sich zudem auf einer Länge von nur 60  Metern drei Fußgänger-Ampeln. Weitere Straßen münden an der Stelle in die Ludwigsburger Straße. Deshalb sei die verkehrliche Situation sehr schwierig, heißt es in der Sitzungsvorlage. „Durch die geplanten Werbebanner am Brückenbauwerk direkt über der Fahrbahn wird die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer vom Fahrgeschehen abgelenkt.“ Eine Einschätzung, die die Räte teilten – und das Baugesuch zur Werbung an der Brücke einstimmig ablehnten.