Bauprojekt in Kirchberg Domizil für Feuerwehr und DRK wird ein Millionenprojekt

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Das Feuerwehrgerätehaus soll nach dem Umbau den Floriansjüngern wie auch dem DRK eine Heimat bieten. Foto: Alexander Becher

Die Feuerwehr und das DRK in Kirchberg sollen künftig unter einem Dach untergebracht werden. Dafür soll das Feuerwehrgerätehaus modernisiert und um einen Anbau erweitert werden.

Kirchberg - Das Feuerwehrgerätehaus in der Pfarrgartenstraße in Kirchberg soll bald modernisiert werden – zudem wird angebaut. Dabei geht es zum einen um eine Verbesserung des Umkleidebereichs, zum anderen soll aber auch das DRK einziehen. Dem Ortsverband des Roten Kreuzes stehen derzeit lediglich das sanierungsbedürftige und nur 60  Quadratmeter große ehemalige Wasserhäusle für die Bereitschaft und die Gemeindehalle für die Arbeit im Senioren- und Kleinkindbereich zur Verfügung. Das „Wasserhäusle“ in der Pfarrgartenstraße 5 gehört der Gemeinde. Die Räumlichkeiten sind jedoch für Schulungen und Übungsabende nicht ausreichend.

In der Juli-Sitzung des Gemeinderats war der Beschluss gefasst worden, dass also das Feuerwehrgerätehaus in der Pfarrgartenstraße 49 um- und ausgebaut wird. Architekt Gerd Beutelspacher vom gleichnamigen Marbacher Architekturbüro sprach von Kosten für den Neubau von gut 750 000 Euro. Dazu kommen weitere Kosten für Umbau und Sanierungsmaßnahmen im Altbereich und für die Fotovoltaikanlage, durch die durch den Verkauf von Strom aber wiederum Geld erlöst wird.

Einige Fragezeichen in der Kostenübersicht

In der Sitzung am Donnerstag wurde im Zusammenhang mit der Vergabe der Architekten- und Ingenieurleistungen nun eine auch Zahl für das Gesamtvorhaben genannt: Mit Kosten von rund 1,15 Millionen Euro muss gerechnet werden. An dieser Summe orientieren sich die Honorare für das Architektur- und Ingenieurbüro, die sich auf mehr als 200 000 Euro belaufen.

Der Gemeinderat muss allerdings noch festlegen, in welchem Umfang die Arbeiten ausgeführt werden. In der Kostenübersicht standen deshalb noch einige Fragezeichen. Denn erst wenn der Architekt für das Projekt beauftragt ist, sei es ihm möglich, genauere Voranschläge auszuarbeiten. Deshalb könne die Gesamtsumme, die jetzt im Raum steht, von der genannten Zahl noch abweichen.

„Bei den Zuschüssen sieht es mau aus“

Der Kämmerer Marius Vogel ging näher auf die Zahlen im Bereich Technik ein. Hier wird für den Neubau mit 127 000 Euro und für den Umbau mit 171 000 Euro gerechnet. Die Ingenieurleistungen werden auf brutto 100 000 Euro plus Planungskosten von netto 20 000 Euro für die 72 000 Euro kostende Fotovoltaikanlage geschätzt.

„Bei den Zuschüssen sieht es relativ mau aus“, erklärte Vogel. „Momentan rechnen wir mit 20 000 Euro für den Neubau und mit 2000 Euro für den Umbau.“ Zwischenzeitlich gebe es zwar auch KfW-Förderungen, die hier greifen könnten. Diesbezüglich könne er aber noch keine genauere Aussage treffen. Denn wie energieeffizient das erweiterte Feuerwehrgerätehaus im Endeffekt sein werde, müsse man erst noch sehen. Generell gilt: Je höher die Energieeffizienz ist, desto höher fielen die Zuschüsse aus.

Rat übt Kritik an den Planungskosten

Wie der BUK-Rat Reinhard Enge wissen ließ, der den Tagesordnungspunkt für den als Vorsitzender des DRK-Ortsverbands hier befangenen Bürgermeister Frank Hornek leitete, hatten das Architekturbüro Beutelspacher und die Klett Ingenieur GmbH aus Fellbach jeweils Angebote abgegeben. Die Architektenkosten belaufen sich auf rund 89  500 Euro und die Ingenieurleistungen auf besagte 100 000 Euro brutto für Um- und Ausbau und rund 20 000 Euro netto für die Fotovoltaikanlage.

Christoph Berroth von der Unabhängigen Bürgerschaft Kirchberg (UBK) äußerte sich trotz korrekter Kostenschätzung kritisch zu den Planungskosten in Zusammenhang mit der Fotovoltaikanlage. Diese erschienen ihm doch zu hoch. Angesichts der bestehenden Honorarordnung sei daran aber nichts mehr zu ändern, erklärte Enge. Christoph Berroth war es dann schließlich auch, der als einziger gegen die Vergaben stimmte.

Erste Ideen für den Erweiterungsbau

Das Feuerwehrgerätehaus soll nach ersten Vorstellungen nach Norden hin durch einen zweigeschossigen Anbau mit einer Grundfläche von etwa 120 Quadratmetern erweitert werden. Das ist möglich, weil sich der Feuerwehrausschuss und die DRK-Bereitschaft für eine gemeinsame Lösung ausgesprochen haben.

Beim An- und Umbau würde der bisherige Wasch- und WC-Bereich im Erdgeschoss des Feuerwehrgerätehauses zur Umkleide, die derzeitige Umkleide wird sowohl von weiblichen als auch von männlichen Wehrmitgliedern benutzt. Auch der Bereich vor dem jetzigen Mehrzweckraum würde aufgegeben für die Umkleide der Herren. Ein neuer Sanitärtrakt würde angebaut, daneben eine Umkleide für bis zu zwölf Frauen mit dazugehörigem Sanitärbereich, zudem ein Raum für die Jugendfeuerwehr.

Umkleiden und Sanitärbereich könnten sowohl von der Feuerwehr als auch vom DRK genutzt werden.

Im Obergeschoss soll für das DRK ein Raum für interne Zwecke wie Schulungen oder Besprechungen entstehen, der über einen Flachdachverbindungsgang an das Treppenhaus angeschlossen ist und in dem auch genügend Platz für eine Teeküche und Schränke ist. Um das DRK-Fahrzeug und den Anhänger unterzubringen, ist der Anbau einer Doppelgarage nötig. Dadurch fallen Parkplätze weg, die jedoch in Richtung der Burgstaller Straße ersetzt werden sollen.