Albrecht Roser wäre 100 Jahre geworden Genial garstige Oma

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Albrecht Roser mit einer seiner Puppen Foto: G/ttfried Stoppel

Der Puppenspieler Albrecht Roser hat Geschichte geschrieben. Seine Namen kennt man nicht unbedingt, seine Puppen haben uns alle geprägt.

Seinen Namen kannten sicher nicht alle, aber viele Generationen sind mit seinen Puppen aufgewachsen aus „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ oder „Der starke Wanja“. Legendär im deutschen Fernsehen war aber auch die strickende Oma, die in den fünfziger Jahren durch ihre bissigen Bemerkungen zu einem Star wurde. Albrecht Roser hat in Film, Fernsehen und auf der Bühne das Puppentheater ganz wesentlich geprägt. Auch dass Stuttgart zu einer Hochburg des Figurentheaters wurde, ging zu großen Teilen auf ihn zurück. Roser hat das Figurentheater, das heutige Fitz, im Tagblatt-Turm mitbegründet und gemeinsam mit Werner Knoedgen 1983 den Studiengang Figurenspiel an der Musikhochschule ins Leben gerufen. An diesem Samstag wäre er hundert Jahre alt geworden, dieser Künstler, der das Puppenspiel liebte, denn es war eine Hexe, die ihm den Lebenssinn zurückgab, als er als junger Mann nach vier Jahren aus dem Krieg in Russland zurückkehrte, „psychisch und physisch auf dem Zahnfleisch“, wie er erzählte. Die Hexe, die da an Schnüren baumelte, wurde zu seinem Schicksal.

Für die Familie war der Puppenspieler ein schwarze Schaf

In den Nachkriegsjahren machte Albrecht Roser zunächst Werbung mit Gustaf. Die Clownsfigur mit Stresemannhosen wurde zu seinem Alter Ego – 57 Jahre lang blieben die beiden ein festes Team auf der Bühne. Mit Gustaf und seinem Ensemble reiste Albrecht Roser um die ganze Welt und leistete dabei immer auch Überzeugungsarbeit, dass Puppenspiel kein Kinderkram ist, sondern eine ernst zu nehmende Kunstformfür Erwachsene. In seiner Familie galt er aber trotz seiner Bühnen- und Fernseherfolge als schwarzes Schaf.