Steinheim Klares Signal zum Weitermachen

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Der Landtagsabgeordnete Fabian Gramling, Stephan Willem vom CDU-Stadtverband Steinheim, die Regionalräte Rainer Ganske und Elke Kreiser sowie die Steinheimer CDU-Räte Renate Eggers und Günter Blank (von rechts) haben diskutiert. Foto: Frank Wittmer

Steinheim - Einen Tag nach den Sozialdemokraten, aber schon lange geplant, sind gestern Nachmittag Vertreter der CDU-Fraktion der Regionalversammlung nach Steinheim gekommen, um sich über die Möglichkeiten der Umsetzbarkeit der Bottwartalbahn zu informieren. Man wolle „die Meinung vor Ort“ hören, betonte der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Rainer Ganske.

Der zeitlich enge Takt ermöglichte aber keine langen Gespräche. Schon um 16 Uhr wollte man in Bietigheim sein, „und dabei das Nadelöhr Bergkelterkreuzung in Murr zur Stoßzeit erleben“, wie Regionalrat Michael Schreiber bemerkte.

Stephan Willem, der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands Steinheim, freute sich über den Besuch. „Wir haben etwas Druck initiiert, weil wir alle Ortsverbände und Bürgermeister zu dem Thema angeschrieben haben.“ Jetzt brauche man die Machbarkeitsstudie, um zu wissen, „wer was bezahlt.“ Es gehe um die Frage: „Wie kann man den Verkehrskollaps im Bottwartal beseitigen?“

„Alle Verkehrswege liegen im Westen. Die Gemeinden im Bottwartal sind aber gewachsen“, so Willem. Das Interesse an der Bottwartalbahn sei groß. Über Detailfragen, wie die Trassenführung bei den Bottwartaler Winzern in Großbottwar, müsse man noch diskutieren. „Es geht um eine Straßenbahn, die eben auch mal auf der Straße fahren kann, und viel weniger Platz braucht als eine S-Bahn oder eine Zugverbindung.“

Klar ist jetzt schon, dass die Bottwartalbahn keine „Einbahnstraße“ nur bis Beilstein werden soll, sondern bis Heilbronn weitergeführt werden muss. „Die sind ein Stückchen weiter als wir hier im Landkreis Ludwigsburg.“

Oliver Kämpf, Stadtverbandsvorsitzender aus Beilstein, freute sich, dass die Diskussion an Schwung gewonnen hat. „Wir sind in Beilstein die Schnittstelle zwischen Heilbronn und Ludwigsburg.“ Was nutze aber die Lebensqualität, wenn man jeden Tag „so viel Lebenszeit im Stau verliert“. Daher freue man sich, dass inzwischen beide Kreise sich für Machbarkeitsstudie zur Bottwartalbahn aussprechen. „Dass die beiden Landräte und die Bürgermeister von Marbach bis Flein an einem Strang ziehen, ist ein großartiger Erfolg“, so Kämpf.

Zwar muss der Ludwigsburger Kreistag formal im Herbst noch zustimmen, nach dem positiven Votum des Verkehrsausschusses sei dies aber zu erwarten. Die Regionalversammlung habe durch die Priorisierung dem Vorhaben eine politische Bedeutung verliehen. Michael Schreiber aus Ditzingen will dafür werben, dass die Bottwartalbahn sogar in die höchste Dringlichkeitsstufe kommt. Damit stehe man allerdings in Konkurrenz zum vierspurigen Ausbau der Autobahn.

Die Reaktivierung der Bahnlinie sei eine „Herkulesarbeit“ und erfordere Ideen, wie die Trasse geführt werden könnte. „Es darf keine Denkblockaden geben“, forderte Regionalrätin Elke Kreiser aus Ludwigsburg. Sie wolle nicht die Erwartung wecken, dass die Menschen im Bottwartal schon bald mit der Bahn fahren könnten. „Da muss man in Jahrzehnten denken.“

Bei anderen Projekten beobachte man oft Widerstände, so Ganske. Hier sehe man, dass viele dem Bahnprojekt positiv gegenüber stehen. „Man sieht, es bewegt sich was. Das ist ein gutes und wichtiges Signal, dass man hier zusammensteht und dass alle gemeinsam die Bahn wirklich wollen.“

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