Murr Frischer Wind für Fachwerkhaus

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Murr
Die Gemeinde sucht einen privaten Investor für das Areal Kirchgasse 12. Foto:  

Murr - I

n der Nähe der Peterskirche in Murr wird ein Grundstück völlig neu gestaltet. Im Kern soll das denkmalgeschützte Haus aus dem Jahr 1634 in der Kirchgasse 12 von einem privaten Investor saniert werden. Andere Gebäude in der Kirchgasse 10 und 12 werden inklusive der Schuppen und Scheunen für rund 39 000 Euro von der Firma Kurt Schick aus Wüstenrot-Neulautern abgerissen. Der Gemeinderat gab dafür in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig den Weg frei.

Mit einem Bewerberverfahren hofft die Gemeinde, den geeigneten Investor zu finden. Das Ziel ist eine „umfangreiche, denkmalgerechte Modernisierung des Gebäudes“, teilte der Bürgermeister Torsten Bartzsch den Gemeinderäten mit. Die Kommunalentwicklung (KE) Baden-Württemberg hat deshalb ein Verkaufsexposé ausgearbeitet. Wer mitbietet, muss für das Grundstück und das Gebäude mindestens 250 000 Euro bezahlen. Wichtig ist laut Bartzsch vor allem, wie der Käufer mit der historischen Bausubstanz umgeht und sich die spätere Nutzung vorstellt. „Ausschlaggebend ist das Konzept, der Kaufpreis wird erst als zweites Kriterium bei Gleichwertigkeit herangezogen“, erklärte Bartzsch auf Nachfrage von Gunter Hekel (Freie Wähler). Das Haus mit einer Wohnfläche von rund 160 Quadratmetern war zuletzt 1979/80 saniert worden. Jetzt soll der Käufer das Haus binnen drei Jahren modernisieren. Die Gemeinde will nicht haften, sollten während der Bauarbeiten etwa Schadstoffe auf dem Grundstück gefunden werden. Auch besteht sie auf ein Rückkaufrecht, sollte der Käufer es nicht schaffen, das Gebäude innerhalb der drei Jahre neu zu gestalten.

Die Verwaltung hatte das 715 Quadratmeter große Anwesen erworben (wir berichteten). Es liegt im Sanierungsgebiet Ortskern III, und so erhofft sich Torsten Bartzsch von einer Umgestaltung auch städtebaulich Impulse für die 6400-Einwohner-Gemeinde. Die KE hat ein Konzept erarbeitet, wonach ein neuer Wohnweg die Erschließung des dann 678  Quadratmeter großen Areals ermöglichen könnte. Der Weg könnte auch die Hindenburgstraße mit der Kirchgasse und dem dahinterliegenden Murrufer verbinden. „Wir planen, den Weg von Freiflächen hinter dem Alten Rathaus aus anzulegen“, erklärte der Bürgermeister am Mittwoch unserer Zeitung. „Die Ortsstruktur wird damit besser vernetzt.“

Beim Bau des Weges müssten Stützmauern angelegt werden, sagte Bartzsch auf Nachfrage der Grünen Ellen Mohr-Essig. Auf einen möglichen Investor könnten wegen des Weges noch Erschließungskosten in noch unbekannter Höhe zukommen. Der Bau der Mauern und dessen Finanzierung sei hingegen eindeutig Sache der Gemeinde, betonte Bartzsch am Mittwoch.

Mögliche Investoren können ihr Angebot bis zum 27. April abgeben. Zuvor ermöglicht die Gemeinde im Februar und März, das Grundstück mit dem Haus in der Kirchgasse 12 zu besichtigen. Im Mai und Juni werden die Angebote mit den Interessenten besprochen. Im Juni oder Juli will die Verwaltung die Konzepte im Gemeinderat vorstellen, der dann entscheidet, welcher der Bieter den Zuschlag erhält.

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