Mundelsheim/Schießen Vorfreude auf Rio nach Qualifikations-Drama

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André Link (links) und sein Kollege Michael Janker Foto: dpa

Mundelsheim - Vor gut einem Jahr gewann Sportschütze André Link in München seinen ersten Weltcup im Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr bei den Aktiven. Gleichzeitig sicherte der heute 21-jährige Mundelsheimer dem Deutschen Schützenbund damit einen Quotenplatz für die Olympischen Spiele in Rio – doch ob er einen der damit zwei Startplätze des DSB auch bekommen würde, das war lange unklar und entschied sich erst nach einem echten Drama.

Es war erneut in München, wieder beim Weltcup. Der letzte Wettkampf, der für die interne Qualifikation für einen der zwei deutschen Rio-Plätze zählte. André Link setzte an zum letzten Schuss der Qualifikation. Das Finale und damit der so gut wie sichere Rio-Start war in Reichweite. Eigentlich hatte der Mundelsheimer ein gutes Gefühl, als er abdrückte. Doch im Moment des Schusses merkte er, dass etwas nicht stimmte. Vermutlich war zu wenig Pulver in der letzten Patrone, statt einer erhofften Zehn wurde es somit nur eine Eins. Das Finale war dahin – und Olympia? Hier hatte André Link Glück im Unglück: Sein direkter Konkurrent um das Ticket, Michael Janker aus Hofstetten, schoss in der letzten Runde nur eine Fünf und landete dadurch noch hinter ihm. Mit dem eigentlich enttäuschenden 32. Rang war der Mundelsheimer dadurch bester Deutscher an diesem Tag. Michael Janker konnte sich immerhin damit trösten, dass er mit dem Luftgewehr das Olympia-Ticket bereits vorher gelöst hatte.

Am kommenden Montag geht es nun für André Link in den Flieger nach Brasilien, sein Wettkampf findet am 14. August statt. Aufregung verspürt der Mundelsheimer aber noch keine: „Ich bin grundsätzlich nicht so der Aufregungsmensch“, sagt der 21-Jährige. „Aber die Vorfreude ist sehr groß. Ich habe ja schon einige Bilder gesehen von Leuten, die bereits vor Ort sind. Aber ich bin schon sehr gespannt, das dann alles mit eigenen Augen zu sehen.“

Doch vorrangig will André Link natürlich nicht zum Sightseeing nach Rio de Janeiro fahren, sondern als Sportler. Und da gehen seine Ambitionen schon über das olympische Motto „Dabeisein ist alles“ hinaus – trotz oder gerade wegen der dramatischen Ereignisse bei den Qualifikationsturnieren. „Ich habe dieses Jahr eigentlich schon jeden Mist erlebt, den man sich vorstellen kann. Da kann es in Rio doch nur gut laufen“, hofft er. Grundsätzlich sieht André Link den Ausgang des Wettbewerbs völlig offen: „Von der Medaille bis zum Ausscheiden im Vorkampf ist alles möglich.“

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