Marbach Herrenbinder-Massaker und magische Ideen unterm Rathausdach

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Eine Trophäe erbeuten die Marbacher Hexen hier. Foto: Werner Kuhnle

Marbach - „Wir versuchen die Herren aus der Reserve zu locken“, gibt Oberhexe Fizzli Putzli die Marschroute vor, als sie zusammen mit ihren drei Mitstreiterinnen, gewappnet mit großen Scheren, zur Lagebesprechung im Foyer des Rathauses eintrifft. Die Trophäen der Vorjahre baumeln der Hexe Titiana drohend am Rockbund – mindestens ein Dutzend abgeschnittene Krawatten sind da fein säuberlich aufgereiht und künden von wahren Herrenbinder-Massakern der Vorjahre. Wenig später ist Fizzli unter „Narri, narro“-Rufen bis unters Dach des Rathauses geflogen, unter Plastikrätschen-Radau werden – ratz-fatz – die Krawatten in der Ratsrunde reihum kürzer.

Dann knöpft sich die Oberhexe gleich Bürgermeister Jan Trost vor. Mit magischer Sicherheit hext sie sich einen ganzen Marbacher Themen-Strauß, von Flüchtlingsheim auf der alten Rollschuhbahn über den Steinbruch bis hin zum Bürgerbus. Jan Trost wird in ein Neon-Baströckchen gehüllt. So muss er einen Rätsel-Marathon absolvieren. Lateinische Begriffe gilt es zu übersetzen, doch der Schultes ist mit seinem Latein noch längst nicht am Ende dank Unterstützung aus der Ratsrunde. „Vielfalt versus Einfalt“ haben die Hexen bei ihrem Auftritt als Motto ausgegeben, und viel haben sie tatsächlich zu bieten, denn die Sitzung verschiebt sich mit jedem neuen Ratespiel immer weiter. Am Ende treten Teams aus Gemeinderäten und Verwaltung auch noch auf Hexenrollator und Tretroller gegeneinander an – ein lang anhaltender Spaß wie der ganze Auftritt.

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