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MarbachDrei Heilige kehren zur Stadtkirche zurück

Oliver von Schaewen, vom 28.12.2012 14:20 Uhr
Ob genau diese drei Heiligen in einem ersten Schritt nachgebaut werden, entscheidet sich noch. Auf jeden Fall werden alle  vom  Sockel genommen. Foto: Phillip Weingand
Ob genau diese drei Heiligen in einem ersten Schritt nachgebaut werden, entscheidet sich noch. Auf jeden Fall werden alle vom Sockel genommen.Foto: Phillip Weingand

Marbach - Noch steht nicht genau fest, welche der fünf Heiligen im kommenden Jahr wieder an der Außenfassade der Marbacher Stadtkirche aufgestellt werden. „Es hängt davon ab, welche Möglichkeiten die Gipsabdrucke der Originale bieten“, sagt Werner Hertler, Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderats. Er erwähnte auf Nachfrage unserer Zeitung zum Stand der Kirchensanierung die erfreuliche Wendung. Ein Privatmann aus Marbach engagiere sich mit einer Spende. Da das Verfahren zum Nachbilden der fünf Figuren aufwendig sei, entstünden hohe Kosten. Der Spender sei bereit, die Kirchengemeinde zweckgebunden mit 70 000 Euro zu unterstützen. Für Hertler eine tolle Sache, denn der zwischenzeitlich eingegangene Spendenfluss diene allein der Innensanierung der Kirche (siehe Info-Kasten) und dürfe für das Projekt an der Außenseite nicht verwendet werden.

Bei den Konsolenfiguren an den Strebepfeilern handelt es sich um Maria mit dem Jesuskind, Leonhard, Wendelin, Jakobus und Alexander. Die Figuren waren vor einigen Jahren kurz vor Beginn der Außensanierung der Kirche abgenommen worden. „Das Landesdenkmalamt hat verfügt, dass sie dauerhaft in der Alexanderkirche aufbewahrt werden sollen“, erklärt Klaus Dieterle, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde. Mit den Nachbauten werde ein Loch gefüllt, das keinen schönen Anblick böte und so nicht bleiben sollte. „Die Kirche spricht wieder“, meint Dieterle, der an die Tagesgäste („moderne Pilger“) denkt, die von Schillers Geburtshaus weiter in Richtung Marktplatz und Schillerhöhe spazieren und die Kirche, durchaus auch im Innern, für sich entdecken könnten.

Wenn alles gut geht, könnten die Figuren bereits im Mai platziert werden. „Es gibt einen festen Fahrplan“, erzählt Klaus Dieterle. Für ihn persönlich habe keiner der Heiligen einen Vorrang. Er finde jedoch den Gedanken reizvoll, dass mit den Figuren an der Kirche Bezüge zu anderen sakralen Gebäuden der Stadt, wie etwa der Alexanderkirche oder der Wendelinskapelle hergestellt würden.

Dass auch Jakobus als Schutzpatron der Pilger an der Stadtkirche einen Platz finde, ist für Stadtarchivar Albrecht Gühring kein Zufall. „Marbach war wegen Alexander ein Pilgerort.“ Das Netz der Jakobswege sei schon damals weitläufig gewesen.

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