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MarbachDeutscher Städtebau verwirrt die Austauschschüler

Assata Frauhammer, vom 12.01.2016 19:54 Uhr
Schultes Jan Trost ((Dritter von rechts) mit den Austauschschülern. Foto: Assata Frauhammer
Schultes Jan Trost ((Dritter von rechts) mit den Austauschschülern.Foto: Assata Frauhammer

Marbach - Schwäbische Butterbrezeln und Apfelschorle hat es am Dienstagmorgen im Rathaus gegeben für die elf argentinischen Austauschschüler, die noch bis Ende Februar den Unterricht am Friedrich-Schiller-Gymnasium (FSG) besuchen. Bürgermeister Jan Trost empfing die Zehntklässler im Bürgersaal, um ihnen die Stadt Marbach vorzustellen.

Der Argentinien-Austausch des FSG findet seit 2001 jedes Jahr statt. Seit sechs beziehungsweise drei Wochen sind die südamerikanischen Schüler in Deutschland. Sechs kommen aus Río Tercero, einer Kleinstadt im Nordwesten Argentiniens. Die anderen fünf besuchen das Colegio Goethe in Buenos Aires. Zu Hause hätten sie gerade Sommerferien, aber sie haben sich dazu entschieden, lieber die deutsche Kultur, Land und Leute kennenzulernen.

„Meine Vorfahren waren Deutsche“, erklärte Mathias seine Motivation. Der 16-Jährige ist zum ersten Mal in Europa, und es gefällt ihm sehr gut. „Nur Schwäbisch ist ein bisschen schwer zu verstehen.“ Deutsch hingegen beherrscht Mathias ausgezeichnet, so wie der Großteil der argentinischen Schüler.

Jan Trost kam daher auch ohne Übersetzer aus. Nach einer kleinen Einführung in Marbacher Besonderheiten – wie die vielen Museen, die Altstadt, Friedrich Schiller und Tobias Mayer, den Neckar und die Nähe zu Stuttgart –, wollte er von den Jungen und Mädchen wissen, welche Unterschiede zu ihrer Heimat ihnen aufgefallen waren.

„Bei uns gibt es keine Fachwerkhäuser“, war eine Antwort und „hier ist es kalt“ eine andere. „Obwohl der deutsche Winter dieses Jahr recht mild ist, ist er trotzdem um einiges kälter als in Argentinien“, bestätigte Anke Schneider, die den Austausch gemeinsam mit Wolfgang Rikker auf deutscher Seite betreut.

Einen weiteren Unterschied hat Valentín bereits am eigenen Leib erfahren. Der 17-Jährige hatte sich gemeinsam mit einer Mitschülerin in Erdmannhausen verirrt, als sie auf dem Heimweg waren. Etwa eineinhalb Stunden mussten sie die Häuser ihrer Gastfamilien suchen, ohne Handy und ohne Stadtplan – „der deutsche Städtebau unterscheidet sich sehr von den argentinischen Planquadraten“, erklärte Anke Schneider.

Neben dem Unterrichtsbesuch am FSG stehen auch Ausflüge auf dem Programm der argentinischen Schüler. Gemeinsam werden sie das Daimler-Museum und das Ludwigsburger Schloss besichtigen und sich Heidelberg anschauen. Aber auch ihre jeweiligen Gastfamilien organisieren privat einige Ausfahrten. So waren viele Schüler in den Weihnachtsferien Skifahren, und auch Berlin haben schon einige gesehen. Mathias möchte außerdem nach Köln zum Karneval.

Die deutschen Schüler des FSG machen sich im Sommer für den Gegenbesuch auf den Weg nach Südamerika.

 

 

 

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