Erdmannhausen Hallenbau: Es bleibt bei fast 5,4 Millionen Euro

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Hinter der alten Schulturnhalle soll die neue Halle entstehen – viel gespart werden kann da nicht. Foto: Archiv (Sandra Brock)

Erdmannhausen - Es war irgendwie so, wie der sprichwörtliche Satz mit X: Die Idee der Erdmannhäuser Gemeinderäte, bei der geplanten neuen Schulturnhalle noch Einsparmöglichkeiten zu finden, lief mehr oder weniger ins Leere. Vor zwei Monaten hatten die Räte die Planer vom Architekturbüro Knecht mit dem Auftrag nach Hause geschickt, Wegen zu finden, von den geplanten Kosten von 5,4 Millionen Euro herunterzukommen. Klaus Rommel, der beim Büro Knecht für die Erdmannhäuser Schulturnhalle zuständig ist und den Bau begleiten wird, machte dem Gremium schon Ende September diesbezüglich wenig Hoffnung (wir berichteten).

In der jüngsten Sitzung am Donnerstag legte er nun einen Sparplan vor, der die Möglichkeit bot, die Halle rund 150 000 Euro günstiger zu bauen. „Wir haben uns wirklich Mühe gemacht und gut überlegt, wo und was wir einsparen können, um die Qualität der Halle nicht herunterzufahren“, betonte Rommel. Er hatte in der Sitzung im September bereits zu bedenken gegeben, dass im Plan „keine goldenen Wasserhähne sind, die wir jetzt streichen können“.

Ein paar Dinge sind bei den Überlegungen aber dann doch zusammengekommen. Dickster Posten dabei wäre die Fassade: Statt sie, wie vorgesehen, mit Hartfaserplatten zu versehen, könnten die Erdmannhäuser ein Wärmedämmverbundsystem installieren. Dadurch würde man rund 83 000 Euro einsparen. Allerdings müsste der Putz immer wieder gestrichen werden, was alle paar Jahre hohe Folgekosten verursacht. Gleiches gilt, wenn man auf die geplanten Klinkerriemchen verzichtet. Deshalb haben sich die Räte mit deutlicher Mehrheit auch dagegen ausgesprochen, an diesen Stellen zu sparen. Lediglich die SPD plädierte dafür.

Auch beim Boden und bei den gläsernen Tribünengeländern wollten die meisten Gemeinderäte am Ende dann doch nicht sparen. Allerdings entschied man sich dafür, auf drei Glaselemente zu verzichten und stattdessen etwa zwischen Gymnastikraum und Flur auf eine gemauerte Wand samt Rahmentüre mit Glas zu setzen. Zudem werden drei Fahrradständer wegfallen, Matten statt Reinstreifer in die Eingänge gelegt und für die geplanten Bänke im Außenbereich wurden Sponsoren gefunden. Damit spart sich die Gemeinde beim Sporthallenbau summa summarum rund 27  000 Euro.

„Damit sind wir wieder da, wo wir am Anfang waren“, bemerkte der Freie-Wähler-Rat Franz Pilhartz dazu. „Wir sollten uns so etwas besser vorher überlegen. „Das Ganze hat jetzt nur G’schäft verursacht.“ „Und Kosten“, fügte die Bürgermeisterin Birgit Hannemann hinzu.

Wie hoch diese nun allerdings genau sind, konnte der Hauptamtsleiter Günter Sommer am Freitag auf Nachfrage nicht beziffern. Hans-Georg Götz (SPD) nahm den Gemeinderat in die Verantwortung: „Es liegt an uns. Der Wille zum Sparen war nicht wirklich da.“ Der Baubeginn für die Schulturnhalle wird übrigens im Januar 2019 sein, informierte Günter Sommer das Gremium noch.

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