Bottwartal Sprungverbote sind eine ernste Angelegenheit

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Die Badegäste dürfen in Steinheim nur am Sprungturm und von den Startblöcken springen. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Bottwartal - Ein unbeschwerter Sommertag hat im F3-Freibad in Fellbach ein böses Ende genommen. Nachdem ein Gast eine bewusstlose Frau am Beckenboden entdeckt hatte, verstarb diese im Laufe des Abends. Besondere Aufmerksamkeit erlangte in der Aufklärung des Vorfalls die Aussage eines Zeugens, wonach kurz zuvor an der Stelle ein Mann vom Beckenrand ins Wasser gesprungen war und dabei die Frau getroffen haben könnte. Die Folge waren Diskussionen darum, wie gefährlich das Einspringen tatsächlich sein kann. Ein Blick in die Freibäder in der Region zeigt: Ob Wellarium, Mineralfreibad oder das Bad in Mundelsheim – überall ist das Springen vom Beckenrand reguliert. „Hier in Steinheim darf nur am Sprungturm und von den Startblöcken gesprungen werden“, betont Betriebsleiterin Katrin Schulze. Und das natürlich auch nur, wenn eben die entsprechenden Anlagen geöffnet sind. Die Längsseiten sind generell tabu. Das gilt auch in Mundelsheim oder Oberstenfeld, wie Ute Kuttner vom Mineralfreibad näher ausführt: „Das Springen von den langen Seiten ist verboten. Und das gilt besonders auch im Nichtschwimmerbereich.“

Im flachen Bereich gebe es besonders viele Verstöße, weiß Ute Kuttner: „Das ist für viele ein Spiel- und Spaßbereich. Da ist dann auch oft Unverständnis da, warum das Springen verboten ist.“ Dabei seien dort nicht nur andere Badegäste gefährdet, sondern auch der Springer selbst, da die Tiefe nicht ausreichend ist. Die Aufsicht müsse daher vor allem Jugendliche häufig ermahnen, die im „Eifer des Gefechts“ oft ohne großes Nachdenken ins kühle Nass hechten. „Kinder passen oft beim Spielen nicht auf“, stimmt auch die Bäderleitung aus Mundelsheim, Carola Holfert, zu: „Aber ich muss sagen, dass die Kinder sich auch an die Verbote halten, wenn sie ermahnt worden sind.“ Das passiert im Wellarium nicht immer, manche Badegäste müssten öfter ermahnt werden, so Katrin Schulze: „Und als letzte Konsequenz behalten wir uns auch vor, die Leute des Wellariums zu verweisen.“ Als Reaktion auf den Vorfall in Fellbach wird sich das Wellarium-Team auch noch mal zusammensetzen, damit in Zukunft verstärkt auf das Verbot geachtet wird: „Aber wir sehen derzeit keinen extremen Handlungsbedarf.“Auch der Umgang mit diesem Verbot im Mineralfreibad habe sich bewährt, erklärt Ute Kuttner: „Die höheren Ebenen des Sprungturms werden nie ohne eine Aufsicht geöffnet, die aufpasst, dass das Becken vor dem nächsten Springer frei ist.“ Damit will man einen Unfall vermeiden, wie er etwa in Bad Wimpfen geschehen ist, wo ein Mann vom Sprungbrett auf einen anderen Gast gesprungen war. Der Plan geht auf: Bislang gebe es glücklicherweise keine Unfälle im Zusammenhang mit dem Einspringen im Mineralfreibad zu verzeichnen. Auch im Wellarium habe es noch keine kritischen Situationen gegeben. Selbes gilt auch für Mundelsheim, so Carola Holfert: „Ich sage nur ‚toi toi toi’.“

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