Zwanglose Treffen in den Quartieren Initiative Q will mehr Vernetzung

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Die Auftaktveranstaltung zum Café Q findet am 24. September auf dem Wiesbadener Platz statt. Foto: Werner Kuhnle

In Marbach hat sich im April eine Initiative gegründet, die Ideen zu einem besseren Zusammenleben entwickelt. Das erste Projekt ist das Café Q im Hörnle. Am 24. September wird es hierzu eine Auftaktveranstaltung auf dem Wiesbadener Platz geben.

Marbach - Wie wertvoll eine gute Nachbarschaft und ein gutes Zusammenleben ist, wird wohl jeder bestätigen, der sich glücklich schätzen kann, so etwas zu haben. Gerade im Alter, wo das Thema Einsamkeit in den vergangenen Jahren mehr und mehr in den Fokus rückt. Das weiß auch Andrea von Smercek, die bei der Stadt Marbach für Bürgerschaftliches Engagement zuständig ist und bereits im Jahr 2018 – und damit noch vor Corona – von einer älteren Dame aus dem Hörnle angesprochen wurde.

„Sie sagte mir, sie würde sich wünschen, im Hörnle irgendwo ganz zwanglos Kaffee trinken gehen zu können und so mit anderen in den Austausch zu kommen“, berichtet Smercek. Für sie war diese Begegnung der Anstoß, mit Pfarrerin Barbara Bürkert-Engel ins Gespräch zu gehen. Denn im Hörnle gab es von der Kirche aus bereits eine Initiative. „Dort habe ich mich eingebracht und darum gebeten, die Initiative auch für bürgerschaftliches Engagement zu öffnen.“ Das ist inzwischen passiert. Ende Juni gab der Kirchengemeinderat sein Okay, das Christophorushaus auch für andere als nur kirchliche Veranstaltungen zu öffnen.

Parallel dazu hatte die Marbacherin Birgit Gündner die Idee, aus dem Vorschlag heraus gleich eine ganze Initiative zu starten, die sich vollumfänglich einer Infrastruktur für das Zusammenkommen, den Austausch und das Zusammenleben von mehreren Generationen und vielfältigen Kulturen in der Marbacher Kernstadt, in Rielingshausen und im Hörnle widmet. „Die Idee: Die Quartiere besser zu vernetzen und zu schauen, was die Menschen in den jeweiligen Quartieren benötigen“, erklärt Andrea von Smercek. Noch im April gab es dann ein erstes Treffen, zu dem interessierte Bürger kamen. Inzwischen sind bereits 40 Personen aktiv im Boot und feilen an Ideen innerhalb der Initiative Q. Die erste wird nun umgesetzt – im Hörnle.

Jeweils freitags wird das Café Q dann stattfinden

Ab dem 1. Oktober wird jeden Freitag von 14.30 bis 17 Uhr das Café Q im Christophorushaus stattfinden: ein Treffpunkt, das von Ehrenamtlichen betrieben wird. Etwa 25 Helfer haben sich bereits bereit erklärt, dabei zu sein. Bei Kaffee und Kuchen soll dann die Möglichkeit zum zwanglosen Austausch gegeben werden. Um dem Start des Cafés den nötigen Schwung zu geben, gibt es am Freitag, 24. September, von 14.30 bis 17 Uhr eine Auftaktveranstaltung auf dem Wiesbadener Platz mit Kaffee, Waffeln und Limonade. All dies gibt es kostenlos, eine Spendenbox wird aufgestellt.

„Bei dieser Veranstaltung werden auch der Food Sharing Verein aus Ludwigsburg, das Repair-Café, der Bürgerverein Hörnle, die Diakonie und die evangelische Kirche mit dabei sein“, zählt Anja Erben-Huber vom Team der Auftaktveranstaltung auf. „Das Café soll offen sein für alle Generationen und unser Ziel ist es, damit eine Plattform zu schaffen für verschiedene Angebote, sodass es später auch einen Veranstaltungskalender geben wird“, erklärt sie.

In der Innenstadt und in Rielingshausen gibt es noch nichts Konkretes

Läuft das Angebot, „könnte man das später auch auf die Quartiere Innenstadt und Rielingshausen übertragen“, sagt Andrea von Smercek. Aktuell gebe es in Rielingshausen im Rahmen der Initiative Q zwar schon einige Vorüberlegungen, was man anbieten könnte, „aber dort haben wir noch nicht einmal einen Raum“. In der Innenstadt dürfte die Initiative zwar die Räumlichkeiten der Arbeiterwohlfahrt bis Ende des Jahres nutzen – „aber hier steckt aktuell alles noch in den Kinderschuhen“, erklärt Smercek. Weiter fügt sie an: „ Es gibt auch Überlegungen dazu, wie man das Quartier aufwerten kann. Das Stadtmarketing ist dabei auch mit im Boot. Wichtig ist zu schauen, was das Quartier braucht – am Ende kann hier dann auch etwas ganz anderes entstehen als ein Café wie etwa im Hörnle.“