Zum 18. Mal Marathon Bottwartal ist das Mekka der Läufer

Von Oliver von Schaewen
Gleich nach dem Start ist das Tempo hoch, wobei der Weg ins Ziel mit Getränken und Sinnsprüchen erleichtert wird. Foto: Ralf Poller/Avanti

Unter einem guten Stern stand die 18. Auflage des Bottwartal-Marathons. Warmes Wetter und Sonne begleiteten die rund 2000 Läufer. Und es gab hochkarätige Ergebnisse.

Von seiner besten Seite zeigte sich das Bottwartal am Sonntag, als mehr als 2000 Läufer an den verschiedenen Disziplinen des Bottwartal-Marathons teilnahmen. Sonnenschein und für den Herbst um diese Zeit recht hohe Temperaturen um die 18 Grad boten ideale Bedingungen. Und natürlich säumten wieder zahlreiche Fans an den Hotspots von Steinheim bis Schmidhausen die Wegesränder. Kein Wunder, dass die Veranstalter ein zufriedenes Fazit zogen.

Die ersten Läufer gingen um 8.30 Uhr am Steppi-Kreisel an den Start. Sie hatten mit dem 53,7 Kilometer langen Ultra-Marathon die längste Strecke vor sich. Große Änderungen des Verlaufs hatte das 16-köpfige Organisationsteam um Holger Bäßler im Vergleich zum Vorjahr nicht vornehmen müssen. „Wir wollen den Läufern das Bottwartal so präsentieren, dass sie die Landschaft genießen und ein unvergessliches Erlebnis haben.“ So ging es also vom Steinheimer Steppi-Kreisel bis kurz vor Kleinbottwar, an der Fischzucht hoch in die Wälder des Harzbergs und weiter bis ins obere Bottwartal.

600 Helfer aus den Vereinen sorgen für optimale Bedingungen

Toll war auch wieder die Unterstützung für die Läufer. So manche Väter oder Mütter sahen am Wegesrand ihre Kinder anfeuernd im Pulk mit Transparenten stehen. „Ich habe gehört, dass die Stimmung besonders in Gronau und in Großbottwar intensiv war, dass aber auch in Steinheim und anderen Orten viele Menschen am Wegesrand zuschauten“, berichtet einer der etwa 600 Helfer aus den Reihen der Vereine im Bottwartal. Sie hatten für Absperrungen gesorgt. In Gronau, wo auch der Start des Halbmarathon über 21 Kilometer stattfand, diente eine Ersatzroute, um der Baustelle an der Ortsdurchfahrt auszuweichen. Was hingegen für den doppelt so langen Marathon in Gronau an Kilometern fehlte, holten die Läufer unter anderem durch eine genau einen Kilometer lange Extrarunde am Steinheimer Bahnhof nach.

Die Teilnehmerzahlen lagen vor drei Jahren noch höher

Mit der Teilnehmerzahl von etwa 2000 Läufern sind die Organisatoren vor allem deshalb zufrieden, weil die Laufveranstaltungen bundesweit derzeit weniger stark besucht werden als noch vor den Jahren der Pandemie. „Warum das so ist, darüber rätseln alle“, erzählt Bottwartal-Marathon-Chef Holger Bäßler. Er vermutet, dass es durchaus mit den Coronafolgen zu tun haben könnte. „Auch wir hatten 2019 noch etwa 5000 Teilnehmer, aber damals gab es auch noch mehr Disziplinen, wie etwa das Walking oder die Staffeln.“ Fakt sei aber auch: Der Halbmarathon und der Zehn-Kilometer-Lauf erfreuten sich vor drei Jahren noch größerer Beliebtheit. Trotzdem hofft Bäßler, dass sich der Bottwartal-Marathon bei der Wahl zur beliebtesten Laufveranstaltung des Landes im Internetportal „Marathon4you“ weiter als Nummer eins durchsetzt.

Mund-Nase-Schutz musste im Shuttle getragen werden

Die Hygieneauflagen wegen der Coronagefahr waren in diesem Jahr längst nicht so hoch wie im Vorjahr, als die Strecke noch bewusst außerhalb der Orte verliefen und im Zielraum sogar Maskenpflicht herrschte. Diesmal mussten rund 1200 Läufer einen Mund-Nase-Schutz nur anziehen, wenn sie für ihren Lauf mit einem Shuttle von Steinheim nach Gronau zum Startpunkt des Halbmarathons gefahren wurden. Diese Vorschrift gilt in allen Fahrzeugen des ÖPNV.

Sportlich dominierten wie erwartet die Athleten, die auch in den vergangenen Jahren an der Spitze mitgemischt hatten. „Der Jens war voriges Jahr schon Dritter und hat vorne ein einsames Rennen bestritten“, sagte der Moderator Achim Seiter – und zollte Jens Santruschek vom TV Bretten und dessen herausragender Zeit von 2:35:05 Stunden Respekt. Santruschek war eigentlich in der Altersklasse der mindestens 40-Jährigen angetreten, führte aber mit seiner Leistung am Ende auch das Gesamtfeld aller Altersklassen an. Bei den Frauen siegte Magdalena Ferstl aus Tübingen. Auch sie blieb mit einer Zeit von 2:57:19 Stunden über die klassische Marathon-Distanz von 42,195 Kilometern unter der Drei-Stunden-Marke.

Die Favoriten setzen sich bei den Rennen durch

Die Favoriten setzten sich auch beim Ultramarathon durch. So lief der Großbottwarer Timo Striegel auf der fast 54 Kilometer langen Strecke mit 3:57:08 Stunden fast eine halbe Stunde Vorsprung auf den Zweitplatzierten Dominik Welzel aus Niederstetten heraus. Striegel hatte schon im Vorjahr den Bergmarathon für sich entschieden. Bei den Frauen setzte sich Katrin Ochs von der LG Filder in 4:33:25 Stunden durch. Schnellster über 10 Kilometer war in starken 32:10 Minuten Julian Großkopf vom VfL Waiblingen.

Den Halbmarathon gewann Fabian Kraft vom Team Silla Hopp mit 1:07:58 Stunden, bei den Frauen hatte Isabel Leibfried von einem Therapieteam im Bottwartal mit 1:18:15 Stunden die Nase vorn.