Winzerhäuser Hauptstraßen Appell an die Bürger, für Tempo 30 zu werben

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Tempo 30 gilt auf Winzerhausens Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Temporeduzierung für beide Kreisstraßen in Winzerhausen erhofft. Lärmaktionsplan ist bald einsehbar.

Großbottwar-Winzerhausen - Das Thema Verkehr bewegt, auch in Winzerhausen. Das ist in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates wieder einmal deutlich geworden. Die Räte selbst, aber auch Besucher sprachen gleich mehrere Punkte an, an denen sie sich Verbesserungen wünschen. Ortsvorsteher Friedrich Link wundert diese Gemengelage wenig. „Der Verkehr hat sich in den letzten Jahren gefühlt verdoppelt und verdreifacht“, so seine Beobachtung. Regelmäßig bekomme er Klagen zu hören. Hoffnung auf Tempo 30
Ein zentrales Thema ist weiterhin die Hoffnung, dass die Vorgabe Tempo 30 auf die ganze Länge der beiden Hauptstraßen ausgeweitet wird. Bislang gilt die Regelung nur vor dem Pflegeheim an der Neckarwestheimer Straße. Den Anwohnern im weiteren Straßenverlauf ist das nicht genug. „Wenn sich die Leute an 50 halten würden, wäre es ja noch erträglich“, schildert eine Bürgerin das Lärmproblem. Dazu kämen die Lastwagen, von denen immer mehr unterwegs seien. Auch ein Anwohner der Wunnensteinstraße beklagt sich. „Die Motorräder werden aufgedreht. Das ist unwahrscheinlich laut.“ Neu sind die Probleme nicht. Die Stadtverwaltung hat die Temporeduzierung für beide Straßen erneut im Lärmaktionsplan verankert. Die gemessenen Werte befinden sich im Bereich, dass eine Veränderung herbeigeführt werden kann, aber nicht muss.

Die Entscheidung, ob es zur Temporeduzierung kommt, trifft das Landratsamt Ludwigsburg. Dass weiterhin ein dickes Brett zu bohren sein wird, ahnt Bürgermeister Ralf Zimmermann: „Der Gesetzgeber tut sich schwer, auf Kreisstraßen Temporeduzierungen zu wollen, da diese dem überörtlichen Verkehr dienen.“ Der Lärmaktionsplan sei aber ein Mittel, mit dem der Bedarf unterstrichen werden kann, auch für Tempo 30. „Unsere Argumente sind in meinen Augen schlüssig, auch weil wir in der Sache interkommunal zusammenarbeiten und uns von einem Fachbüro beraten lassen.“

Wichtig sei eine Betroffenheit einer gewissen Anzahl an Anwohnern, so Zimmermann – was in der Großbottwarer Bachstraße Richtung Harzberghalle dafür sorgte, dass Tempo 30 ein paar Häuser vor dem Ende der Bebauung aufgehoben wird. Weil die Betroffenheit ab jener Stelle nicht gegeben sein soll. Um die Bedeutung für Winzerhausen zu signalisieren, appelliert Joachim Fink (FBWV) an die Anwohner der Neckarwestheimer- und der Wunnensteinstraße, ihren Wunsch nach Tempo 30 vorzubringen. Ab kommendem Donnerstag kann der Lärmaktionsplan für wenige Wochen eingesehen werden, er wird im Blättle und online veröffentlicht. Bürger können Stellungnahmen abgeben. „Je mehr das tun, desto höher ist die Chance, dass wir zum Zug kommen“, so Fink. Ralf Zimmermann schließt sich dem an: „Machen Sie davon Gebrauch!“ Das Verfahren zum Lärmaktionsplan endet im Herbst – dann entscheidet die Behörde.

Parkdeck gegenüber der Kelter?
Florian Kanamüller (FBWV) stört es, dass im Ort zu wenige Parkplätze vorhanden sind. Die am Friedhof oder an der Kelter seien oft belegt, ohne dass sich Menschen auf dem Friedhof befinden oder eine Veranstaltung in der Kelter stattfindet. „Pro Familie gibt es heute natürlich mehr Autos als früher. Das macht sich bemerkbar“, so Ortsvorsteher Link, der zumindest an der Kelter auf Besserung hofft. Dort wird der Parkplatz umgestaltet. Götz Schrembs (FBWV) schlägt hierfür vor, das Gefälle zu nutzen und als zweite Etage ein Parkdeck zu errichten. „Dann hätten wir die doppelte Parkfläche auf demselben Boden.“ Die obere Etage hätte das Höhenniveau der Straße. „Das erste Parkhaus in Winzerhausen – warum nicht?“, ist Link spontan nicht abgeneigt. Man nehme den Gedanken auf und warte die Planung ab. Spiegel für bessere Einsicht
Ein Problem besteht an der Ecke Gröner- zur Raiffeisenstraße beim Marktplatz. Wer von der Wunnensteinstraße auf die Kreuzung zufährt, sieht kaum nach rechts in die Raiffeisenstraße. Irene Siegwart (CDU) regt an, hier einen Spiegel zur besseren Einsicht anzubringen. „Ein berechtigter Punkt. Nehmen wir mit auf“, sagt Ortsvorsteher Link. Wenige Meter weiter geht das Warten weiter, bis die Sperrung in der Auensteiner Straße aufgehoben werden kann. Immerhin: Die Baurechtsbehörde sei dran, sagt Ralf Zimmermann. Straßen werden saniert
Neben der L 1617 von Winzerhausen bis zur L 1115 nahe dem A81-Anschluss Mundelsheim, die im Sommer einen neuen Belag erhält (wir berichteten), sollen dann in 2022 mehrere Feldwege auf Vordermann gebracht werden. Dazu zählen in größerem Maße die Zufahrt zum Waldeckhof vor dem Abstetterhof sowie der Langwiesenweg und als kleine Ausbesserung der Heilbronner Feldweg.