Vorletzter gegen Letzter Der TV Marbach wacht im Krisengipfel viel zu spät auf

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Andrija Vidacak Foto: avanti

Nach der 72:77-Niederlage im Derby gegen die ebenfalls punktlose BG Remseck ist die Mannschaft nun Tabellenletzter der Landesliga. Es droht der Abstieg.

Marbach - Die Enttäuschung stand den Basketballern des TV Marbach ins Gesicht geschrieben. Am Sonntagabend verloren sie das Derby gegen die BG Remseck, die zuvor in der Landesliga ebenfalls noch keinen einzigen Sieg geholt hatten. Am Ende hatte nicht viel gefehlt und die Marbacher hätten ihren ersten Saisonerfolg gefeiert. Der Grundstein für die 72:77-Niederlage war jedoch schon sehr viel früher gelegt worden. Über weite Strecken des Spiels hatten es die Schillerstädter dem bisherigen Schlusslicht zu einfach gemacht, zu punkten. Und offensiv wurden zu viele Chancen leichtfertig liegen gelassen.

Bereits im ersten Viertel hatte bei den Marbachern nicht viel geklappt – von zwei Dreiern abgesehen, die Andrija Vidacak und Igor Golovnin erzielten. Zu oft ging der Ball verloren, woraus die Gäste Kapital schlugen. Mit 24:10 gewannen die Remsecker das erste Viertel.

Im zweiten Quarter waren die Marbacher zwar etwas erfolgreicher im Abschluss, doch gelang es ihnen nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Stark agierte besonders der langjährige Teamcaptain Patrick Hamann, der in diesem Viertel zehn Punkte erzielte. Dennoch ging es mit einem 28:40 in die Halbzeitpause.

Nach der Pause keimt Hoffnung auf

Nach dem Seitenwechsel keimte kurzzeitig Hoffnung auf, als die Marbacher rasch bis auf sechs Punkte zum 36:42 heran kamen. Danach klappte jedoch mehrere Minuten gar nichts. Unter dem gegnerischen Korb verloren sie mehrfach den Ball und kassierten anschließend Fastbreaktreffer. Fast schien es, als hätten sich die Marbacher bereits aufgegeben. TVM-Coach Uli Heyden wirkte konsterniert ob des Auftretens seiner Spieler. Auf mehr als 20 Punkte zogen die Remsecker davon, ehe Simon Albert kurz vor der nächsten Pausensirene zum 43:63 traf.

Erst Mitte des letzten Viertels, als die Begegnung längst entschieden schien, gingen die Marbacher so engagiert in die Zweikämpfe, wie es von Anfang an notwendig gewesen wäre. Plötzlich war ein ganz anderer Zug im Spiel des TV Marbach, die Würfe landeten nun meist im Korb und nicht auf dem Ring. Insgesamt vier Dreier gelangen den Gastgebern im Schlussviertel. Eine knappe Minute vor Schluss brachte Luis Cadenbach sein Team auf 72:75 heran. Alles schien nun wieder offen. Doch es sollten die letzten Punkte für die Schillerstädter bleiben. Die letzten Punkte erzielten die Gäste von der Freiwurflinie.

Trainer Heyden: "Bei uns ist der Wurm drin."

So mussten sich die Marbacher mit 72:77 geschlagen geben und sind nun Tabellenletzter der Landesliga. „Bei uns ist der Wurm drin. Das ist, glaube ich, eine Kopfsache. Wenn man gewinnen muss, dann blockiert alles“, meinte Uli Heyden. Und er konstatierte: „Ein Sieg wäre für unser Selbstvertrauen wichtig gewesen, aber wir sind zu spät aufgewacht. Davor haben wir zu viele dumme Fehler gemacht.“

Am kommenden Sonntag um 15.30 Uhr endet die Vorrunde mit dem Auswärtsspiel bei der Spielgemeinschaft des SV Fellbach und von Rot-Weiß Stuttgart.

TV Marbach:
Albert (18), Aleksic, Cadenbach (3), Golovnin (12), Hamann (10), Schneider (2), Vidacak (27).