Vorbehalte in Pleidelsheim Ärger über Pläne halten weiter an

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Die Pleidelsheimer Ortsdurchfahrt ist jetzt schon stark belastet. Foto: KS-Images.de

In Pleidelsheim ist man wenig erfreut darüber, dass in Großingersheim ein Gewerbegebiet erweitert werden soll. Es wird befürchtet, dass dann noch mehr Verkehr durch die Ortschaft rollen wird.

Das Areal „Bietigheimer Weg“ in Großingersheim soll wachsen. Rund 20 000 Quadratmeter sollen dort in Zukunft der Firma Atlanta zur Verfügung stehen – das haben die in einer Verwaltungsgemeinschaft organisierten Kommunen Bietigheim-Bissingen, Tamm und Ingersheim im April entschieden. Doch die Pläne stoßen bei den Nachbarn nicht immer auf Begeisterung, so auch in Pleidelsheim. Hier wird nämlich befürchtet, dass der Durchgangsverkehr auf der Ortsdurchfahrt – der Landesstraße 1125 – noch weiter zunimmt. Und die Hauptstraße ist sowieso schon bedingt durch Lärm und den Fahrbahnzustand ein Sorgenkind, das oft für Kritik sorgt (wir berichteten).

Im Zuge des Beteiligungsverfahrens zum Bebauungsplan hat die Gemeinde auch eine entsprechende Stellungnahme an den Zweckverband „Bietigheimer Weg“ gerichtet: „Das LKW-Durchfahrtsverbot, das im Rahmen der Luftreinhalteplanung ein wichtiger Bestandteil war, wird durch die Erweiterung ad absurdum geführt.“ Die Befürchtung sei es, dass durch den steigenden Autoverkehr die Grenzwerte wieder überschritten werden. Mit dieser Sorge ist die Gemeinde nicht alleine. Auch das Regierungspräsidium Stuttgart sieht die verkehrstechnischen Auswirkungen kritisch und hat dem Zweckverband nun einen Vorschlag unterbreitet: „Es könnten Vereinbarungen mit den Firmen getroffen werden, um den Zu- und Abfahrtsverkehr aus dem Gewerbegebiet nicht durch die bewohnten Ortskerne von Ingersheim und Pleidelsheim zu lenken.“ Dies will der Zweckverband nun weiterverfolgen, wie es in der Stellungnahme hinsichtlich der eingegangenen Kritik heißt. Die übrigen Punkte wurden zur Kenntnis genommen.

Ein Ergebnis, das dem Gemeinderat am Donnerstagabend nicht schmecken wollte. „Ich finde die Antworten unbefriedigend“, so Sigrid Wildermuth (WIR). Ihr stoße es auf, dass Ingersheim selbst mit ähnlichen Problemen wie Pleidelsheim kämpft „und dann trotzdem solche Pläne mitträgt“. Auch die in einem Gutachten angegebene Zahl von lediglich 31 Fahrten mehr pro Tag sei für sie „nicht vorstellbar“.