Großbottwar - Der Schatten, den die geplante Sanierung der zentral gelegenen Bottwarbrücke in der Großbottwarer Bahnhofstraße vorauswirft, ist lang. Sehr lang. Da ist die Befürchtung, dass während der auf neun Monate angesetzten Bauzeit samt Vollsperrung Verkehrsprobleme, etwa in der Kreuzstraße, entstehen. Und da ist die Schwierigkeit, vorab eine weitere geeignete Umleitungsstrecke über den sogenannten Autobahnzubringer L 1115 zu bewerkstelligen. Auf diesem soll an der Kreuzung zur Kleinaspacher Straße eine Linksabbiegespur entstehen für Fahrzeuge, die aus Richtung Mundelsheim/A81 kommen.

Die Abbiegespur muss fertiggestellt sein
Das Anlegen der Abbiegespur war ursprünglich für dieses Jahr vorgesehen. Passiert ist aber nichts, wodurch sich auch die Brückensanierung verzögert. „Die Abbiegespur muss in trockenen Tüchern sein, bevor es mit der Brücke losgeht“, macht Jürgen Ruoff, Leiter des Verbandsbauamts Großbottwar, auf Nachfrage deutlich. Inzwischen hoffen die Beteiligten, dass im Sommer 2020 mit dem Bau der Abbiegespur begonnen werden kann. Vor Juli wird es in jedem Fall nichts – erst dann kann nach einjähriger Untersuchung das Naturschutz-Gutachten abgeschlossen werden. Schließlich muss die L1115 verbreitert werden. Den dafür notwendigen Grunderwerb auf der von Großbottwar abgewandten Straßenseite hat die Stadt getätigt. „An die andere Straßenseite wollten wir wegen des Schallschutzes nicht ran“, sagt Jürgen Ruoff.

Sicherheitsrelevante Aspekte sind zu klären
Abgestimmt wird derzeit außerdem die Entwurfsplanung für die neue Spur. Die Stadt erhält voraussichtlich im Januar Rückmeldung und muss den Plan dann der beim Landratsamt angesiedelten Verkehrsbehörde vorlegen. „Die technischen Richtlinien sind abgesegnet. Jetzt geht es noch um die sicherheitsrelevanten Aspekte“, informiert Jürgen Ruoff, der guter Dinge ist, von der Behörde im Frühjahr grünes Licht zu bekommen. Sicher ist das nicht – schon für die Einhaltung der technischen Richtlinien musste nachgebessert werden. So wird die Abbiegespur rund 115 Meter lang sein. Beschlossen hatte der Gemeinderat eigentlich eine 90-Meter-Spur, die bereits sicher schien – nun aber doch nicht ausreicht. Das neue Ausmaß wirkt sich erheblich auf die Kosten aus: Sie steigen von 280 000 auf 480 000  Euro. „Das alles muss normgerecht sein“, begründet Bürgermeister Ralf Zimmermann im Gemeinderat am Mittwochabend.

Hoffnung auf Förderung
Die Stadtverwaltung hegt zumindest die Hoffnung, vom Land eine Förderung zu erhalten. „Es gibt die Bereitschaft, mit uns darüber zu sprechen“, so der Bürgermeister. Das Regierungspräsidium (RP) hält sich hierzu auf Nachfrage bedeckt. „Eine Förderung auf Grundlage des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes kann erst nach Vorlage eines konkreten Förderantrags geprüft werden.“

Verkehrsentlastung auf Dauer
Aus der Sicht der Stadt gibt es aber bereits auch eine gute Nachricht: Bei einem Gespräch von Bürgermeister Zimmermann und Verbandsbauamtsleiter Ruoff mit Verkehrs-Ministerialdirektor Uwe Lahl und Dirk Lipp vom RP-Baureferat Nord wurde der Stadt versichert, dass die Abbiegespur nach der neunmonatigen Brückensanierung bestehen bleiben darf. Diesen Willen hatte der Gemeinderat geäußert, um in Großbottwar eine Verkehrsentlastung zu erwirken und weil die Kosten für nur neun Monate immens gewesen wären – weshalb Matthias Wien (CDU) ein „Steuergrab“ befürchtet hatte. Dies bestätigt sich also nicht. Entsprechend spricht Ralf Zimmermann von einem „positiven Ergebnis“ des Gesprächs.

2020 wird nichts passieren
Bleibt die Frage, wann die Brücke in Angriff genommen werden kann. „Die Planung steht und die Ausschreibung ist schon formuliert“, sagt Jürgen Ruoff. Was für Ausschreibung und Vergabe fehlt, ist der Termin, wann die Sanierung starten kann. Und der wird aller Voraussicht nach erst im Jahr 2021 liegen. Schließlich wird für die Abbiegespur mit einer vier- bis fünfmonatigen Bauzeit gerechnet. Addiert auf den nächsten Sommer wird klar, dass 2020 an der Brücke nichts passieren wird. Das bestätigt Jürgen Ruoff auf Nachfrage.