Verstehe einer den Mond! Warum ist der Mond auch tagsüber zu sehen?

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Dieses Bild bietet sich nur nachts – ein Vollmond entsteht, wenn der Mond auf der Nachtseite der Erde steht. Foto: dpa/Marijan Murat

Kein Himmelskörper ist uns näher als der Mond. Trotzdem wissen viele Menschen nicht, was es mit dem Mond auf sich hat – mal ist er voll, mal nur halb, manchmal steht er nachts und dann wieder tagsüber am Himmel.

Der Rhythmus unseres Lebens wird vom Wechsel zwischen Tag und Nacht bestimmt. Also vor allem von der Sonne und nicht vom Mond. Die Sonne geht auf und wieder unter. Im Sommer steht sie bei uns zwar höher am Himmel als im Winter, aber ein Tag hat zuverlässig immer 24 Stunden. Die Mechanik dahinter ist nicht schwierig: Wechsel zwischen Tag und Nacht ist keine Eigenschaft der Sonne, sondern der Erde – die dreht sich in 24 Stunden einmal um die eigene Achse. Um 13 Uhr ist unser Erdteil der Sonne direkt zugewandt, um 1 Uhr morgens abgewandt.

Es ist kompliziert

Mit dem Mond verhält es sich im Prinzip gleich, auch er steht mal am Himmel und mal nicht, auch das, weil die Erde sich dreht und wir ihm mal zugewandt und mal abgewandt sind. Es gibt einen Mondaufgang im Osten, dann zieht er ähnlich der Sonne in hoher Bahn über den Himmel und geht im Westen wieder unter. Aber warum ist der Mondaufgang immer zu einer anderen Tageszeit und warum ist der Mond manchmal nur eine Sichel? Mit dem Mond ist es kompliziert. Wenn wir uns die Wechselwirkungen von Sonne und Erde anschauen, haben wir nur zwei Objekte. Schauen wir uns Sonne, Erde und Mond an haben wir drei Objekte und damit viel kompliziertere Wechselwirkungen.

Der Mond steht nicht still

Auch der Mond hat Tag und Nacht wie die Erde. Ein Mond-Tag ist allerdings 29,5 unserer Tage lang, also knapp einen Monat. Und ja, daher komm auch die Bezeichnung „Monat“. Von der Erde aus können wir sehen, wie die Lichtseite langsam über die Oberfläche des Mondes zieht, wir sprechen aus unserer Perspektive von Mondphasen. Würden wir auf dem Mond stehen würden wir ebenso über die Erde sprechen, dann sähen wir Erdphasen. Weil der Mond kugelförmig ist, sieht die Tagseite manchmal wie eine Sichel aus, die Wölbung des Monds in unsere Richtung wirft einen Schatten während die Pole im Licht stehen.

Der Mond kreist in 29,5 Tagen einmal um die Erde. Das ist exakt die Länge eines Mond-Tags. Kein Zufall, sondern ein häufiges Phänomen in unserem Sonnensystem, auch die Monde anderer Planeten haben ihren Tag-Nacht-Rhythmus mit der Umlaufzeit um ihren Planeten synchronisiert. Da der Mond um die Erde kreist, verschiebt sich der Mondaufgang jeden Tag etwa 50 Minuten nach hinten.

Damit wird klar, auf seiner Kreisbahn um unseren Planeten steht der Mond zur Hälfte der Zeit tendenziell zwischen Sonne und Erde, also auf der Tagseite unseres Planeten – und ist somit auch tagsüber zu sehen.