Notfallplan Gas Wie lässt sich Gas sparen?

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Aufgrund des Ukraine-Krieges wird das Gas knapper. Foto: dpa

Die Bundesregierung hat die zweite Stufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Das wirft die Frage auf: Wie lässt sich überhaupt Gas sparen? Wir geben Tipps.

Es gibt gute Gründe den eigenen Verbrauch fossiler Brennstoffe einzuschränken. Bekanntlich wirkt sich die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas negativ auf das Weltklima aus. Im Kontext des Ukraine-Kriegs und der daraus resultierenden Verknappung von Gas erhält das Thema neue Brisanz. Denn die Preise für Strom, Gas und Benzin sind stark angestiegen. Es lässt sich also eine Menge Geld sparen. Wie können Verbraucher aber effektiv ihren Rohstoffverbrauch reduzieren? Das Umweltbundesamt gibt Tipps:

Heizung

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen heizt mit Öl oder Gas. Beide Rohstoffe werden zu großen Teilen aus Russland bezogen, beim Gas sind es laut BP-Angaben sogar 55 %. Zugleich liegen hier große Einsparpotenziale. So hat etwa die Internationale Energie Agentur ausgerechnet, dass sich die europäischen Erdgasimporte aus Russland um mehr als ein Drittel reduzieren ließen, würde jeder seine Wohnung um ein Grad kälter heizen. Der Durchschnitt liegt hier bei 22 °C, es müsste also bei frühlingshaften 21 °C noch keiner frieren.

Warmwasser

In fast allen Haushalten wird Wasser mithilfe von Gas erhitzt. Deshalb ist der Warmwasserverbrauch für den Gasverbrauch fast genauso entscheidend wie das Heizverhalten. Auch hier kann mit einfachen Maßnahmen viel erreicht werden. So kann der Gasverbrauch, dem Umweltbundesamt zufolge, durch einen Sparduschkopf um bis zu 30 % gesenkt werden. Auch in der Waschmaschine sind für die meisten Waschgänge 30 °C völlig ausreichend.

Andere Energieformen

Gerade Erdöl steckt in viel mehr Produkten als die meisten Menschen glauben. Plastik etwa wird aus Ethylen hergestellt, einem Erdölprodukt. Auch Lacke, Nylon und Gummis werden in komplexen chemischen Verfahren aus Rohöl gewonnen. Wer auf Plastik verzichtet, tut ohnehin Gutes. Die Umweltschäden an Land und im Ozean, die durch den viel zu hohen Plastikkonsum entstehen sind schließlich hinlänglich bekannt.

Strom

Zwar ist die Energiewende in Deutschland längst eingeleitet, dennoch wird nach wie vor etwa 30 % unseres Strombedarfs durch Kohlekraft gedeckt. Gut die Hälfte der hierfür importierten Braun- und Steinkohle kommt aus Russland. Außerdem ziehen die steigenden Gaspreise den Strompreis mit nach oben, sodass für eine Kilowattstunde Strom derzeit durchschnittlich 37 Cent fällig werden.

Sprit

Der Verbrauch von Benzin und Diesel hat einen großen Anteil am deutschen Rohstoffverbrauch. Beide Treibstoffe werden aus Erdöl hergestellt, Deutschland importiert laut dem jährlichen Energiebericht der Petrolfirma BP immerhin 36 % seines Erdöls aus Russland. Eine offensichtliche Möglichkeit weniger zu verbrauchen besteht im Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel oder das Fahrrad. Für alle, für die das nicht möglich ist, gibt es trotzdem Tipps, die den Spritverbrauch senken. Etwa durch eine sparsame Fahrweise. Würden alle Autofahrer auf der Autobahn nicht schneller als 100 und auf der Landstraße unter 80 km/h fahren, so könnten laut Umweltbundesamt im Jahr 5,3 Mio. Tonnen CO₂‑Äquivalent eingespart werden. Zum anderen können viele Strecken auch in Fahrgemeinschaften erledigt werden. Ein Auto ist schließlich dann am effizientesten, wenn jeder Platz belegt ist.

Bringt das etwas?

Durch rohstoffschonendes Verhalten wird aber wohl keiner den Ukrainekrieg beenden. Aber dennoch ist es möglich, durch kleine Änderungen im eigenen Leben, einen Beitrag zu Leisten und der Ohnmacht entgegenzuwirken. Viele der hier präsentierten Tipps schonen außerdem Umwelt und Geldbeutel, empfehlen sich also unabhängig von der derzeitigen geopolitischen Lage.