TSV Affalterbach Platzverweis bricht dem TSV Affalterbach das Genick

Von
Eine entscheidende Szene: Der Platzverweis für Nico Haußmann (rechts) Foto: avanti

Der A-Ligist verliert das Finale im Fußball-Bezirkspokal gegen den klassenhöheren AKV Ludwigsburg mit 1:3 (0:2) und muss dabei 60 Minuten in Unterzahl spielen.

Affalterbach - Eine halbe Stunde lang waren die Fußballer des TSV Affalterbach im Finale um den Bezirkspokal gegen den AKV Ludwigsburg „richtig gut im Spiel“. Das fand zumindest Co-Trainer Michael Heinzelmann, der den im Urlaub weilenden Chefcoach Mauro Pedace an der Seitenlinie vertrat. „Natürlich war der AKV etwas besser. Aber sie hatten ja keine klaren Torchancen.“ Und diesbezüglich konnte wohl kaum jemand im ausverkauften Affalterbacher Stadion (die maximal zulässigen 500 Personen wurden voll ausgeschöpft) Heinzelmann widersprechen. Denn in Sachen Großchancen blieb der Zettel in der ersten halben Stunde auf beiden Seiten weiß.

Das änderte sich jedoch mit der wohl entscheidenden Szene der Partie: Nico Haußmann, bereits vorbelastet, grätschte seinen Gegner zehn Meter vor dem gegnerischen Strafraum um und musste mit Gelb-Rot vom Platz. „So ein Platzverweis kann vorkommen. Mich ärgert allerdings, wo es passiert ist. In der Mitte der gegnerischen Hälfte darf ich nicht so rangehen, vor allem nicht, wenn ich vorbelastet bin“, analysierte Heinzelmann. „Dass gleich danach das 0:1 fiel, war dann fast schon vorentscheidend.“ Es war die 35. Minute, als die Ludwigsburger über die rechte Seite kamen. Eine scharfe Hereingabe fälschte TSV-Innenverteidiger Lars Wendel unglücklich ins eigene Tor ab, wobei hinter ihm noch ein AKV-Stürmer einschussbereit stand. Zwei Minuten vor der Pause dann die nächste kalte Dusche: Ein Schuss von der Strafraumgrenze landete zum 0:2 im Netz. „Schade nur, dass Sascha Diehl in der Nachspielzeit der ersten Hälfte aus kurzer Distanz den Torhüter abschießt“, trauerte Michael Heinzelmann der größten TSV-Chance vor der Pause nach.

Und keine drei Minuten nach dem Wechsel schien die Sache endgültig erledigt, als TSV-Keeper Marcel Volz ein Schuss durch die Hände zum 0:3 ins Tor rutschte. „Kein Vorwurf, der war aus kurzer Distanz. Aber so einen lässt er nur alle zehn Jahre mal durch“, fand Heinzelmann. Für viele Überraschend war dann aber, dass es in der Schlussphase durchaus noch einmal spannend wurde. Denn trotz der Unterzahl und des klaren Rückstands kämpfte der TSV weiter – und belohnte sich in der 69. Minute mit dem 1:3 nach einem schönen Schuss des eingewechselten Selver Sejdovic. Auf einmal drängten die Affalterbacher die Gäste in die eigene Hälfte. Und hätte Sascha Diehl ein bis zwei Nummern größere Füße, dann hätte er eine Flanke in der 77. Minute wohl so gut erwischt, dass der Ball zum 2:3 im Tor gelandet wäre. „Es zeigt den Charakter der Mannschaft, dass sie bis zum Ende gekämpft hat. Deshalb bin ich auch wirklich stolz auf die Jungs. Die Ludwigsburger wirkten zum Schluss auf mich etwas müde. Daher hätte ich es gerne gesehen, wenn wir in Gleichzahl bis zum Ende hätten durchspielen können“, fand Michael Heinzelmann. Doch so blieb es beim 1:3 und dem klaren Fazit: Der AKV Ludwigsburg ist verdient Bezirkspokalsieger der Saison 2019/20 geworden. TSV Affalterbach:
Volz – Kretschmer (68. Dressler), D. Storz, Wendel, Marcel Müller – Bytyqi (61. Sejdovic), Marc Müller, Stephan (90. Skoko), Haußmann, Diehl – Grothe (84. T. Storz)