TSG Hoffenheim gegen VfB Stuttgart Das Spektakel hat beim VfB System

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Da jubelt Nicolas Gonzalez (re.) noch. Weniger später verletzt sich der Torschütze schwer am Knie. Foto: Baumann

Der Aufsteiger bietet auch in Hoffenheim wieder eine starke Leistung, allerdings nur eine Halbzeit lang. Weshalb er am Ende mit dem 3:3 und dem vierten Unentschieden in Folge leben muss. Sorgen bereitet die Verletzung von Nicolas Gonzalez.

Sinsheim - Das Spektakel hat beim Bundesligaaufsteiger VfB Stuttgart System. Nach dem wilden Ritt gegen Eintracht Frankfurt (2:2) setzte die Mannschaft beim 3:3 (2:1) in Hoffenheim noch einen drauf und bot beste Fußball-Unterhaltung. Auch wenn hinterher niemand mit dem Punkt richtig zufrieden sein konnte. Und dann schmerzte auch noch die Verletzung von Nicolas Gonzalez. Der Argentinier zog sich einen Anriss des Innenbandes im Knie zu und wird wohl mehrere Wochen ausfallen.

„Auch wenn wir am Ende glücklich über den Punkt sind, fahren wir nicht mit einem hundertprozentig guten Gefühl nach Hause“, sagte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo. Torhüter Gregor Kobel ergänzte: „Wir haben in der ersten Halbzeit ein super Spiel gemacht – die zweite war wenig gut. Unterm Strich geht das 3:3 in Ordnung.“

Dabei waren die Vorzeichen für den ersten Sieg im Kraichgau seit 2013 so günstig wie lange nicht. Die TSG hat seit dem 4:1 am zweiten Spieltag gegen den FC Bayern München nichts mehr gerissen. Zudem legte Corona den Trainingsbetrieb der Hoffenheimer teilweise komplett lahm. Mit sieben positiv getesteten Spielern hat sich Hoffenheim zum Corona-Hotspot der Bundesliga entwickelt.

Mit einer Notelf trat Trainer Sebastian Hoeneß dem VfB entgegen. Und hatte erst einmal das Nachsehen. Angriff um Angriff rollte auf das TSG-Tor zu, das 1:0 schien nur eine Frage der Zeit. Das erste Tor fiel aber auf der Gegenseite. Christoph Baumgartner traf für Hoffenheim (16.). Der Österreicher führte dem VfB einmal mehr seine Schwächen vor Augen. Es war bereits das vierte Stuttgarter Gegentor in der erweiterten Anfangsphase zwischen Minute 15 und 30.

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Doch lange brauchte der Aufsteiger nicht zur Erholung. Zwei Minuten später umkurvte Nicolas Gonzalez im Strafraum drei Gegenspieler und schob den Ball überlegt zum 1:1 ins lange Eck. Es war das dritte Tor im dritten Liga-Spiel hintereinander des 22-Jährigen. Mehr als 10 000 Flugkilometer hatte der Argentinier nach seiner Länderspielreise mit zwei Toren in den Knochen, erst am Donnerstag war er in Stuttgart gelandet. In Hoffenheim knüpfte Gonzalez nahtlos an seine famose Form der Vorwochen an.

27. Minute: Seinen Kopfball-Abpraller von der Latte verwandelt Silas Wamangituka zur 2:1-Führung. Dabei verdrehte sich der Angreifer das linke Knie, wenige Minuten später humpelte er vom Platz und wurde durch Sasa Kalajdzic ersetzt. Nach Spielschluss folgte die ernüchternde Diagnose: Ein angerissenes Innenband. Endgültige Klarheit soll eine MRT-Untersuchung am Sonntag liefern.

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Hoch überlegen verabschiedete sich der VfB in der Pause. Und musste sich den Vorwurf gefallen lassen, das Spiel nicht frühzeitig entschieden zu haben. Denn nach Wiederanpfiff wendete sich das Blatt komplett. Hoffenheim hatte umgestellt und baute plötzlich Druck auf. Die unmittelbare Folge: Das 2:2 nur drei Minuten nach Wiederanpfiff. Ryan Sessegnon war Pascal Stenzel enteilt und verpasste Torhüter Gregor Kobel einen Tunnel. Anschließend ging es nur noch in eine Richtung, und zwar in die des Stuttgarter Tores. Die Führung durch Andrej Kramaric war die logische Konsequenz (Foulelfmeter/71.) „ Wir hatten einfache Ballverluste. Da ist das Spiel gekippt“, analysierte Kobel die zweite Halbzeit. Sein Coach kritisierte die vielen verlorenen Infights, die vielen entscheidenden Zweikämpfe, aus denen sein Team als zweiter Sieger hervorging.

Kommende Woche wartet der FC Bayern

Der Aufsteiger taumelte seiner ersten Niederlage seit dem ersten Spieltag entgegen. In der Nachspielzeit sollte aber Marc Oliver Kempf für den umjubelten Schlusspunkt sorgen. Nach starker Kopfballverlängerung von Kalajdzic traf Kempf zum 3:3. „Man hat heute wieder gesehen, dass wir alle bis zuletzt versuchen, noch etwas mitzunehmen.“

Der VfB ist damit schon im sieben Spiel in Folge ungeschlagen. Allerdings war es bereits das vierte Unentschieden nacheinander. Und das bei einem schwer gehandicapten Gegner. Am Samstag wartet nun die größtmögliche Herausforderung: Das Kräftemessen mit dem FC Bayern München. Nicolas Gonzalez wird der VfB sicher schmerzlich vermissen.

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