Trainerteam des VfB Stuttgart Ein „Bessermacher“ für den Trainerstab

Von Philipp Maisel
Nate Weiss (rechts) soll künftig noch intensiver in die Trainingsarbeit der Profis eingebunden werden. Foto: Pressefoto Baumann/Hansjürgen Britsch

Der VfB Stuttgart steigt in knapp zwei Wochen in die Saisonvorbereitung ein. Nach dem Abgang von Peter Perchtold gibt es eine Vakanz im Trainerteam. Um diese zu füllen, wurde man teilweise intern fündig.

Die Zeiten, in denen Trainterteams von Proficlubs in der Fußballbranche aus einem Cheftrainer, seinem Co-Trainer, einem Übungsleiter für die die Torhüter und vielleicht noch einem Betreuer bestanden, die sind schon längst passé. Heutzutage beschäftigen beispielsweise die absoluten Topclubs einen Staff, der es nicht selten mit der Mannschaftsgröße aufnehmen kann.

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Es gibt Spezialisten für nahezu alle Bereiche und Aspekte, die die sportlichen Geschicke beeinflussen können. Athletik, Psychologie, Ernährung, Taktik, Technik, Analyse. So hat Jürgen Klopp beim FC Liverpool beispielsweise einen Co-Trainer installiert, der sich ausschließlich um das Einstudieren von Einwürfen und Auswertung und Analyse dieser Standardsituationen kümmert. Denn auf allerhöchstem Niveau können kleinste Details zum entscheidenden Vorteil werden.

Peter Perchtolds Abgang wird intern aufgefangen

So weit ist man beim VfB Stuttgart noch nicht. Doch auch die Schwaben beschäftigen einen ansehnlichen Trainerstab. In der letzten Saison umfasste er neben Pellegrino Matarazzo acht Personen für die jeweiligen Bereiche, zuzüglich der medizinischen Abteilung (Ärzte, Physios, Psychologe) und weiteren Betreuern wie Teammanager Günther Schäfer. Der Abgang von Peter Perchtold zum ÖFB (als Co-Trainer von Ralf Rangnick) hat eine Lücke hinterlassen. Perchtold war für viele Trainingsinhalte, aber auch die Schnittstelle zum Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zuständig. Die durch seinen Wechsel zum österreichischen Verband entstandene Vakanz wird nicht durch einen externen Neuzugang geschlossen, sondern soll intern aufgefangen werden.

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So wird zukünftig Nate Weiss für den Bereich Individualisierung verantwortlich sein, der bisher in der Akademie mit den Talenten aus U17, U19 und U21 gearbeitet hat. Als sogenannter „Bessermacher“ arbeitete er mit den Talenten, um ihre Fähigkeiten zu verbessern. Dabei geht es um kleinste Details, die aber große Wirkung entfalten können, etwa die Fußhaltung bei Ballannahme oder Schuss, Dribblingverhalten und vieles mehr.

Der Spielerentwickler aus den USA ist seit Sommer 2021 beim VfB, hat sich einen guten Ruf erworben und rückt nun noch näher an das Team von Matarazzo heran. Weiss hat bereits in der Vorsaison immer wieder Technik-basierte Trainingsinhalte beim Profitraining beigesteuert, was nun noch intensiviert werden soll. Der Individualtrainer wird aber auch weiterhin in der Akademie tätig sein. Weitere, durch Perchtolds Wechsel freigewordene Teilbereiche des Trainings soll künftig auch Co-Trainer Michael Kammermeyer mit übernehmen.

Da man grundsätzlich dem Branchentrend der Spezialisierung und Individualisierung in der täglichen Trainingsarbeit gerecht werden will, soll der Trainerstab noch weiter wachsen. Weitere, externe Zugänge sind geplant und werden möglicherweise bereits zum Trainingsbeginn am 25./26. Juni ihre Arbeit aufnehmen.