Stellungnahme zum Nahverkehrsplan Steinheim bricht Lanze für die Bottwartalbahn

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Der Gemeinderat setzt große Hoffnung eine neue Stadtbahn. Foto: Hans-Joachim Knupfer

Bei der Fortschreibung des Nahverkehrsplan ist der Stadt Steinheim wichtig, die Reaktivierung der Bottwartalbahn nicht außer Acht zu lassen. Zudem wird in Höpfigheim Verbesserungspotenzial gesehen.

Steinheim - Schon nach dem Geschmack der Stadt Marbach wurde beim Entwurf zum neuen Nahverkehrsplan im Landkreis Ludwigsburg ein Punkt vergessen: die Bottwartalbahn. Deshalb appelliert die Kommune daran, die mögliche Reaktivierung der Strecke in dem 500-Seiten-Werk als ÖPNV-Angebot der Zukunft nicht zu vergessen. Diesem Beispiel ist am Dienstag der Steinheimer Gemeinderat gefolgt. Das Gremium schloss sich komplett dem Antrag der Grünen an, das Großprojekt im Kapitel mit den Zukunftsvisionen zu berücksichtigen. Zudem will die Verwaltung ebenfalls auf Wunsch der Grünen prüfen, ob es noch Defizite beim Übergang von der S-Bahn zum Bus gibt, um dann gegebenenfalls die Schwachstellen im Fahrplansystem anzumahnen.„Ein Nahverkehrsplan ist dann gut, wenn die einzelnen Verkehre aufeinander abgestimmt sind, also Schiene und Busverkehr“, hatte zuvor Fraktionssprecher Rainer Breimaier erklärt. Eigene Recherchen legten allerdings nahe, dass dies nicht immer der Fall sei. Wenn man beispielsweise montags bis samstags um 0.05 oder 1.05 Uhr mit der S-Bahn in Marbach eintreffe, müsse man eine halbe Stunde auf den Bus nach Steinheim warten. Noch schlimmer sei die Anschluss-Lücke abends und nachts zwischen Freiberg und Höpfigheim. Erreiche man den Bahnhof der Stadt am Neckar ab 20.29 Uhr und dann weiter im Stundentakt mit dem Zug, stehe kein Bus parat, mit dem man in den Ortsteil gelangen könne. Annette Grimm von der SPD bestätigte die Probleme der Anschlüsse nach Höpfigheim. Wichtig sei aber auch, ein weiteres Manko abzustellen: den Umstieg von der Linie 444 auf die 460 in Steinheim in Richtung Höpfigheim. Hier ist das Problem, dass sich die Busse nur knapp verpassen – und dadurch teils gefährliche Szenen heraufbeschworen werden, wie der Ortsvorsteher Roland Heck von den Freien Wähler betonte. Kinder versuchten an dieser Stelle immer wieder, über die Straße zu rennen, um noch den Anschluss nach Höpfigheim zu bekommen. Dieser Zustand sei ein Ärgernis und wird auch in der Stellungnahme der Stadt bemängelt, die eine „zeitliche Anpassung“ der Linien fordert.

Weiter erinnert die Kommune an den Vorschlag der Freien Wähler, künftig einen Bus zwischen Steinheim und Winnenden via Erdmannhausen und Affalterbach pendeln zu lassen. „Der Antrag befindet sich immer noch im Prüfverfahren“, sagte die Ordnungsamtsleiterin Tanja Glück. Würde das Ansinnen positiv beschieden, wäre es auch denkbar, das Areal rund um die Rielingshäuser Straße besser an den ÖPNV anzuschließen und in diesem Bereich eine Haltestelle anzubieten. Fahrgäste könnten dann mit dem Bus weiter zur S-Bahn nach Erdmannhausen gelangen. Aktuell müssen die Bewohner aus dem Viertel einen relativ langen Fußmarsch bis zur Kelter auf sich nehmen, um von dort in den Bus nach Marbach zum dortigen Bahnhof einzusteigen.Was die Haltestellen in Kleinbottwar anbelangt, so hatte schon der Ortschaftsrat am vergangenen Donnerstag die Stellungnahme der Stadt zu diesem Thema abgesegnet. Demnach sollen am Neubaugebiet Scheibenäcker zwei barrierefreie Busstopps angelegt werden. Die vorhandene Haltemöglichkeit in der Steinheimer Straße wird weiter in den Ort verlagert und ebenfalls behindertengerecht umgestaltet. In der Seewiesenstraße werden die Busse ebenfalls weiterhin Fahrgäste aufnehmen, ein barrierefreier Umbau ist an dieser Stelle aber technisch zunächst nicht möglich. Diese Ziele wurden nun auch vom Gemeinderat bestätigt, der zudem eine beschleunigende Busspur zwischen Murr und Marbach begrüßt.

Klar machten die Räte aber, dass perspektivisch die Bottwartalbahn die beste Lösung für die ganze Raumschaft wäre. „Das ist und bleibt unser unumstößliches Ziel. Nur eine Bahnverbindung wird dazu beitragen, den Individualverkehr weiter zurückzudrängen“, sagte Annette Grimm.