Steinheim Neues Führungsduo für die Feuerwehr in Sicht

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  Foto: Symbolbild (dpa)

Steinheim - Der Kommandant Joachim Hielscher – wirft die Brocken hin. Sein Stellvertreter Holger Nolte – möchte auch nicht mehr. Der Steinheimer Abteilungskommandant Michael Schwarz – liebäugelte ebenfalls mit einem Rücktritt, erklärte sich aber doch zum Weitermachen bereit. Es waren turbulente Wochen, die die Truppe der Urmenschstadt zuletzt durchleben musste. Und der Mannschaft drohte die unschöne Situation, nach der Hauptversammlung am Freitag, 1. Februar, ohne Führungsspitze dazustehen. Doch dazu wird es wohl nicht kommen. Denn inzwischen hat sich ein Tandem gefunden, das die Federführung übernehmen würde. Markus Elsäßer wird bei der Zusammenkunft der Floriansjünger für das Amt des Kommandanten kandidieren, Alexander Souvard seinen Hut für die Stellvertretung in den Ring werfen.

Markus Elsäßer ist sich bewusst, dass er sich damit einer großen Herausforderung stellt. Nach allem, was man hört, rückt die Steinheimer Wehr nämlich nicht nur zum Löschen aus, sondern muss auch immer wieder interne Brandherde austreten. „Das halte ich aber für lösbar. Sonst würde ich mich nicht bewerben. Ich möchte in der Aufgabe nicht untergehen“, erklärt Elsäßer, der vor etwa einem Jahr von Freiberg nach Höpfigheim gezogen ist. Der 38-Jährige will aber nicht nur zwischenmenschliche Gräben zuschütten – obwohl er das durchaus zu seinem Aufgabenportfolio zählt –, sondern auch bei Einsätzen die Richtung vorgeben. Und dafür fühlt sich der verheiratete Vater einer Tochter ebenfalls gerüstet. Von seiner Qualifikation her könne er sofort die Leitung übernehmen, müsse dann nur den obligatorischen Kommandantenlehrgang besuchen, sagt Elsäßer, der hauptberuflich als Feuerwehrmann in Stuttgart arbeitet.

Die Entscheidung, sich um das Amt zu bewerben, fasste er vor vier Wochen. „Offiziell vorgestellt habe ich mich dann am 19. Dezember bei einer Besprechung des erweiterten Führungszirkels“, erklärt er. Die Reaktion sei nicht euphorisch ausgefallen. „Es war nicht so, dass man auf mich gewartet hat“, sagt er. „Man steht mir aber offen gegenüber, hat mir viele Fragen gestellt“, berichtet Markus Elsäßer, der das Amt auf jeden Fall gerne übernehmen würde. „Wir haben eine motivierte Truppe. Da ist eine Menge Potenzial vorhanden. Wenn man die Mannschaft wieder eint, wird das eine schöne Aufgabe. Man kann in dem Amt viel Freude haben, und ich denke, die Feuerwehrleute könnten viel Freude mit mir haben“, erklärt er.

Elsäßer macht aber keinen Hehl daraus, dass er nach so kurzer Zeit bei den Steinheimer Kameraden noch nicht für alle internen Entwicklungen ein Gespür hat und nicht zu allen Kollegen einen Draht aufbauen konnte. Deshalb suchte er auch jemanden als Stellvertreter, der in der Hinsicht über mehr Erfahrung verfügt – einen wie Alexander Souvard. „Ich habe gesagt, das kann ich ihm bieten“, erklärt der Steinheimer, der die Gegebenheiten aus dem Effeff kennt und schon seit der Jugendfeuerwehr in der Truppe mitmischt. Also entschloss sich der 30-Jährige, sich um die Stelle als Vize-Kommandant zu bewerben, nachdem keine anderen Kandidaten die Hand hoben. Das Amt des Feuerwehrchefs sei für ihn indes kein Thema gewesen, sagt Souvard. „Das wäre eine Nummer zu groß“, stellt er fest. Dazu fehle ihm die Ausbildung. Markus Elsäßer sei für diese Position besser geeignet, bringe das nötige Fachwissen mit. Auf dem Posten als Stellvertreter sieht sich Souvard besser aufgehoben. Die erforderlichen Lehrgänge würde er in Angriff nehmen. Und wie schätzt er die Chancen auf einen Wahlerfolg ein? „Wir sind die einzigen Kandidaten, die Chancen stehen nicht schlecht. Es erging außerdem mehrfach die Aufforderung, sich zu melden, ohne dass das sonst jemand getan hätte“, erklärt der Servicetechniker im Außendienst. Doch Gewissheit habe man erst am 1. Februar. „Bis dahin und sogar noch auf der Versammlung selbst kann man sich bewerben“, bestätigt Markus Elsäßer.

So oder so ist der Bürgermeister Thomas Winterhalter zuversichtlich, „nach der Hauptversammlung wieder eine voll besetzte Führungsmannschaft zu haben“. Im Hinblick auf die schon amtlichen Kandidaturen von Elsäßer und Souvard meint er, dass es „grundsätzlich schön ist, jemanden gefunden zu haben, der Lust auf den Job hat und motiviert ist und das Thema angehen will, Ruhe reinzubekommen, damit sich die Wehr wieder auf ihre Kernaufgabe konzentrieren kann“. Aber die Entscheidung, wer die Mannschaft in die Zukunft führen soll, liege natürlich in den Händen der Truppe und nicht bei der Stadt.

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