Steinheim/Marathon Lokalmatadoren dominieren Wasserschlacht

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Der Oberstenfelder Michael Sommer gewinnt den zehnten Bottwartal-Marathon vor dem Marbacher Uli Lorenzen.

Steinheim - So schön das Wetter am Samstag beim Run & Fun Day war, so schlecht war es gestern bei der zehnten Auflage des Bottwartal-Marathons. Vom Start weg regnete es wie aus Kübeln und hörte selbst dann noch nicht auf, als die Sportler wieder ins Ziel kamen. „Ich habe den Wetterverantwortlichen bereits entlassen“, nahm es Gerhard Petermann, der Organisationschef des Bottwartal-Marathons, um die Mittagszeit mit Humor. Etwas anderes konnte er auch nicht tun, denn wettertechnisch blieb das Jubiläum ein Desaster. „Organisatorisch gibt es eine Eins, wettertechnisch eine Sechs“, resümierte Lehrer Petermann später. Am wenigsten störte das jedoch die Sportler selbst. „Für sie war es vielleicht sogar besser als gestern, wo die Sonne geknallt hat“, fand er am Sonntagmittag. „Für die Zuschauer ist es jedoch beschissen“, fügte er an. Denn: Richtige Stimmung wollte so einfach nicht aufkommen.

Auch nicht, als beim Marathon mit Michael Sommer ein Lokalmatador als Erster über die Ziellinie lief. Zum zweiten Mal nach 2005 holte sich der Oberstenfelder den Sieg beim Bottwartal-Marathon. So ganz zufrieden war er nach dem Zieleinlauf dennoch nicht. „Ich wäre gerne unter 2:40 Stunden gelaufen“, erklärte er und blickte auf seine Uhr. 2:42:19 Stunden prangten von dieser und damit ein verpasstes Ziel. Sein Problem: Es war niemand da, der ihm wirklich hätte gefährlich werden können. „Ich habe gewusst, dass ich nicht richtig Gas geben muss. Am Ende hat mir deshalb etwas der Biss gefehlt“, gab er zu, freute sich aber dennoch über den Sieg beim Regenrennen. Schmunzelnd erklärte er noch: „Am Anfang habe ich noch versucht, dass meine Schuhe nicht nass werden, aber das hat nicht geklappt.“ Uli Lorenzen meinte dazu: „So nass wie heute war es noch nie beim Bottwartal-Marathon, aber auch noch nie so schön.“ Denn für den Marbacher reichte es mit 2:48:17 Stunden erstmals auf Rang zwei. Dabei war er bis Kilometer 40 fest davon überzeugt, er sei auf Rang vier. Selbst im Zielbereich war er noch nicht ganz von seinem zweiten Platz überzeugt. Erst als klar war, dass die zwei anderen Läufer vor ihm einer Staffel oder einem Team angehörten, konnte er sich richtig freuen. „Das war auch noch meine schnellste Marathon-Zeit in diesem Jahr“, sagte er. Dritter im Bunde wurde Armin Gotsch vom VfL Ostelsheim (2:49:16 Stunden).

Bei den Frauen gewann Vorjahressiegerin Martina Wenger in 3:14:12 Stunden. Ab Kilometer zwölf lief sie ein einsames Rennen. „Deshalb ist es mir heute auch besonders schwer gefallen“, sagte sie und fügte an: „Ich bin erst vor drei Wochen in Berlin einen Marathon in 3:05 Stunden gerannt. Heute war es deutlich schlechter, aber auch anstrengender. Deshalb ist die Zeit okay.“ Als Zweite kam Bettina Englisch ins Ziel. Sie benötigte 3:19:13 Stunden und war damit fünf Minuten langsamer als die Siegerin aus Feuerbach. Dritte wurde Melanie Altenbeck mit 3:21:04 Stunden.

Auf der Halbmarathon-Distanz lieferten sich gleich mehrere Sportler ein heißes Rennen. Am Ende siegte Bastian Franz vom Stahl Laufladen Stuttgart nach 1:12:26 Stunden. Rund eineinhalb Minuten nach ihm, also nach 1:13:58 Stunden, kam Marco Lack vom TherapieReha Siegele ins Ziel. Auf Platz drei landete Matthias Leonhardt mit einer Zeit von 1:15:01 Stunden.

Einen ungefährdeten Sieg rannte bei den Frauen Pamela Veith heraus. „Am Anfang war ich etwas zu flott unterwegs, das habe ich dann aber wieder ausgleichen können“, erklärte sie. Vom Start weg war sie alleine unterwegs, hatte letztlich fast mehr mit dem Regen als mit den Gegnerinnen zu kämpfen. „Glücklichweise habe ich eine Mütze aufgehabt, denn wenn der Kopf auskühlt ist das nicht so schön“, meinte sie im Ziel. Mit ihrer Zeit war sie am Ende voll und ganz zufrieden. Denn: „Ich war unter der Woche ziemlich erkältet.“ Zweite wurde Elke Brenner von der LG Neckar-Enz nach 1:28:10 Stunden, Dritte Karin Beck vom TSV Schmiden (1:29:19 Stunden).

Beim Dreiviertel-Marathon holte sich mit Thomas Ambacher der Vorjahressieger den Titel. Der Mann von der LG Neckar-Enz kam nach 2:11:47 Stunden ins Ziel. Zweiter wurde Guido Wiegand vom TSV Simmozheim (2:14:31 Stunden), Dritter Tilo Krautwig vom TV Memmingen (2:17:08 Stunden). Bei den Frauen gewann Emmanuelle Verge vom TV Bretten Lauftreff in 2:31:27 Stunden vor Sylvia Ellwangen (2:34:43 Stunden) und Silke Wegst (2:39:59 Stunden).

Der größten Herausforderung des Tages stellten sich die Starter des MZ-Urmensch-Ultralaufs. Nach 50 Kilometern gewann Ralf Himmelsbach vom Team Kieferorthopädie Dr. Fuchs mit einer Zeit von 3:34:41 Stunden. Zweiter wurde Martin Schumann von Trumpf mit 3:49:40 Stunden, auf Platz drei landete Hans Kroner von den Murrtal-Runners mit 3:52:51 Stunden. Bei den Frauen holte sich Bea Bauer vom Team Kieferorthopädie Dr. Fuchs den Sieg. Sie benötigte 4:05:41 Stunden und hatte damit einen riesigen Vorsprung vor der Zweitplatzierten. Sylwia Zakrzewski kam nach 4:41:51 Stunden ins Ziel, die Dritte Claudia Richter nach 4:48:28 Stunden.