Steinheim-Kleinbottwar Front zwischen Räten und Bürgermeister bleibt

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Am Ende des Leserforums haben Bürger, aber auch Gemeinde- und Ortschaftsräte wie hier Reinhard Schäfer die Möglichkeit genutzt, Fragen zu stellen. Foto:  

Bei der Bürgerfragestunde während des MZ-Leserforums zur Bürgermeisterwahl in Steinheim haben aktive und ehemalige Stadträte den Amtsinhaber kritisiert.

Steinheim-Kleinbottwar - Nachdem sich die Kandidaten den Fragen von Moderatorin Karin Götz gestellt hatten, hatten im Finale des Leserforums die Bürger das Sagen, denn sie hatten die Gelegenheit, den drei Bewerbern Fragen zu stellen. Das nutzten vor allem Mitglieder des Stadt- und Ortschaftsrates. So etwa die ehemalige CDU-Stadträtin Ingrid Muninger, die Rosners Presseschelte aus den Kandidatenvorstellungen kritisierte. „Wieso ist immer nur in Steinheim alles unwahr? In den Nachbargemeinden scheint das kein Problem zu sein“, hakte sie nach. Ganz generell sollte man vorsichtig sein bei dem, was man lese – egal ob in einer Zeitung oder im Internet, erklärte Thomas Rosner. Außerdem habe er schon eine Menge erlebt. Auf Muningers Frage, wie es sein könne, dass 22 Stadträte seine Qualität in acht Jahren nicht erkannt hätten – schließlich könne es nicht sein, dass 22 Räte falsch lägen – und warum immer die anderen schuld seien, fand Rosner deutliche Worte. Schon am Wahltag 2008 habe man sich im Gremium gegen ihn positioniert. Er spüre ein „unnötiges Gefühl für Kampf“. Außerdem gebe es auch Räte, mit denen er per Du sei und mit denen er es sehr gut könne, betonte Thomas Rosner. Darüber hinaus habe er immer wieder die Hand gereicht, ihm sei jedoch keine gereicht worden.

Annette Grimm hatte keine Frage, wollte jedoch ein Statement loswerden. Sie sei seit 2014 im Gremium und gehöre deshalb mit Sicherheit nicht zu denen, die gesagt hätten, „den Rosner kriegen wir klein“. Sie habe sich vielmehr ein eigenes Bild machen wollen. Ihr Fazit: „Die Arbeit mit Ihnen ist schwierig.“ Darüber hinaus finde sie sich in Rosners Beschreibung nicht wieder – mehr noch, sie widerspreche ihr.

Kritik musste sich Thomas Rosner auch von Ortschaftsrat Reinhard Schäfer aus Kleinbottwar gefallen lassen. „Es ist wichtig, dass ein Bürgermeister auch in den Teilorten präsent ist“, so Schäfers Statement. Diese Präsenz Rosners habe er, was die Ratssitzungen in den vergangenen acht Jahren angehe, aber ziemlich vermisst. „Solche Leute kosten uns letztlich auch Steuergelder.“ Schließlich würden Verwaltung und Bürgermeister für ihre Arbeit bezahlt. Das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ müsse stimmen. „Aber das stimmt in den letzten acht Jahren nicht mehr“, nahm Schäfer kein Blatt vor den Mund.

Altstadtrat Erich Wägerle hakte noch einmal in Sachen Bürgerbüro nach und reagierte auf Rosners Aussage in der Diskussionsrunde. „Da muss keine halbe Verwaltung rein“, so Wägerle. Wolle man ein tatsächliches Bürgerbüro, gehöre dazu weit mehr als nur das Einwohnermeldeamt mit Formularen, erwiderte Rosner. Da stehe eine große Umstellung bevor, die eine weiterführende Planung benötigt.

Eine andere Bürgerin wollte von Thomas Rosner wissen, ob er zu irgendeinem Zeitpunkt Kontakt zu Scientology gehabt habe, noch habe oder gar Mitglied sei. Rosners Antwort: „Nein.“